darauffolgend
Darauffolgend bedeutet: nach dem zuvor genannten Zeitpunkt oder Ereignis folgend. Auch die Getrenntschreibung darauf folgend ist beim adjektivisch verwendeten Partizip möglich: „am darauffolgenden Tag“ oder „am darauf folgenden Tag“.
Was bedeutet darauffolgend?
Das Wort ordnet etwas zeitlich oder in einer Abfolge ein. „In der darauffolgenden Woche“ verweist auf eine Woche, die sich an einen bereits genannten Bezug anschließt. Ohne diesen Bezug bleibt die Angabe unklar: Leser müssen wissen, worauf „darauf“ zurückzeigt.
Darauffolgend ist nicht automatisch dasselbe wie künftig. Eine Erzählung kann mit dem Wort auch eine Reihenfolge in der Vergangenheit beschreiben. „Nächste Woche“ wird in einer Alltagssituation meist vom Sprechzeitpunkt aus verstanden; „in der darauffolgenden Woche“ kann dagegen auf eine zuvor erwähnte Woche vor vielen Jahren verweisen.
Darauffolgend oder darauf folgend?
Bei dem als Adjektiv gebrauchten Partizip sind beide Schreibungen möglich. Schreibe beispielsweise „die darauffolgenden Termine“ oder „die darauf folgenden Termine“. Die Variante ändert weder die zeitliche Beziehung noch die notwendige Adjektivendung. Innerhalb eines längeren Textes erleichtert eine einheitliche Wahl das Lesen.
Anders ist der Satz „Darauf folgte ein Gespräch“ aufgebaut. Hier ist folgte das gebeugte Verb, und darauf steht als selbstständiger Verweis davor. Die Partizipschreibung lässt sich nicht auf diese Verbform übertragen. Auch „darauf zu folgen“ bleibt in dieser Konstruktion getrennt.
Grammatik: Welche Endung ist richtig?
Die Grundform folgend ist das Partizip I von folgen. Vor einem Nomen übernimmt die Verbindung die passende Adjektivendung. „Darauffolgenden“ ist deshalb keine eigenständige Grundform, sondern eine gebeugte Form. Eine Steigerung ist bei der gewöhnlichen zeitlichen Einordnung nicht üblich.
| Fall | Maskulin, mit bestimmtem Artikel |
|---|---|
| Nominativ | der darauffolgende Tag |
| Genitiv | des darauffolgenden Tages |
| Dativ | dem darauffolgenden Tag |
| Akkusativ | den darauffolgenden Tag |
„Am darauffolgenden Tag“ enthält am = an dem und damit den Dativ. In „für den darauffolgenden Tag“ verlangt für dagegen den Akkusativ. Die gleiche Endung -en verdeckt hier den Unterschied zwischen den Fällen.
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
„Die Sitzung fand am Montag statt. Am darauffolgenden Tag erschien das Protokoll.“
Der Bezug ist eindeutig: Gemeint ist Dienstag. Ein Datum wäre zusätzlich sinnvoll, wenn der Text auch ohne den vorigen Satz verständlich bleiben soll.
„Im darauf folgenden Abschnitt untersucht die Autorin die Gegenargumente.“
Die getrennte Variante ist korrekt. Die Abfolge bezieht sich auf den Aufbau eines Textes, nicht auf Kalendertage.
„Wir verschoben die Abfahrt auf den darauffolgenden Morgen.“
Die Endung passt zu den Morgen im Akkusativ. Welcher Morgen gemeint ist, muss vorher im Gespräch oder Text geklärt worden sein.
Präzise Übergänge gestalten
In einem Bericht hilft darauffolgend, eine chronologische Abfolge sichtbar zu machen. Verwende es jedoch nicht als bloßes Schmuckwort. Wenn mehrere Ereignisse unmittelbar vorher genannt wurden, ist „am Dienstag nach der Sitzung“ eindeutiger.
Abgrenzung: Danach beschreibt ebenfalls eine Reihenfolge, benennt aber keine Zeiteinheit. Anschließend kann einen unmittelbaren Anschluss nahelegen. Darauffolgend wird besonders nützlich, wenn das Nomen die Einheit festlegt: die darauffolgende Unterrichtsstunde, der darauffolgende Absatz oder das darauffolgende Jahr.
