erschöpft

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
erschöpft
Komparativ
erschöpfter
Superlativ
am erschöpftesten

Die Steigerung lautet erschöpft – erschöpfter – am erschöpftesten. Sie passt zu unterschiedlich starker Erschöpfung. Bei einem vollständig verbrauchten Vorrat ist dagegen eine genaue Mengenangabe oder ganz aufgebraucht meist sinnvoller als eine Steigerung.

Formen und Verwendung im Detail

Erschöpft bedeutet bei Menschen und Tieren „sehr müde und kraftlos“ oder „stark ausgelaugt“. Bei Vorräten, Mitteln oder Möglichkeiten bezeichnet es, dass das Verfügbare aufgebraucht oder ausgeschöpft ist.

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Was bedeutet erschöpft?

Eine erschöpfte Person verfügt im beschriebenen Moment nur noch über wenig Kraft oder Energie. Der Zustand kann körperlich oder seelisch erlebt werden. Das Wort benennt ihn, legt aber weder eine bestimmte Ursache noch eine medizinische Diagnose fest. In einer Erzählung muss der Zusammenhang diese Informationen liefern.

Erschöpft ist gewöhnlich keine dauerhafte Charaktereigenschaft. Wer nach einer großen Anstrengung langsamer wird oder eine Pause benötigt, ist dadurch nicht automatisch unwillig oder unzuverlässig. Zustand, Motivation und langfristige Haltung gehören zu unterschiedlichen Ebenen einer Beschreibung.

Bei erschöpften Vorräten oder Mitteln geht es um das Ende einer verfügbaren Menge. Auch Geduld oder Möglichkeiten können als erschöpft bezeichnet werden. Dann wird eine Grenze der weiteren Nutzung oder Belastbarkeit hervorgehoben. Ob diese Grenze tatsächlich endgültig ist oder nur von einer Figur behauptet wird, hängt vom Text ab.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Nach dem langen Tragen der Kulissenteile setzte sie sich erschöpft an die Wand.“ Der Zustand wird mit einer vorherigen Anstrengung verbunden.
  • „Der Vorrat an roter Farbe war erschöpft.“ Gemeint ist eine verbrauchte Menge, kein Gefühl.
  • „Er erklärte seine Geduld für erschöpft und beendete das Gespräch.“ Die Grenze wird aus seiner persönlichen Sicht benannt.

Synonyme für erschöpft: passend zum Zusammenhang

Erschöpft beschreibt bei Menschen fehlende Kraft nach Belastung oder einen vergleichbaren Zustand. Bei Vorräten und Möglichkeiten bedeutet es dagegen aufgebraucht beziehungsweise ausgeschöpft. Eine Alternative muss diesen Bezug berücksichtigen. Die Erschöpfung einer Person ist zunächst ein Zustand, kein Urteil über ihre Motivation oder ihren Charakter.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
entkräftetstarkem Verlust körperlicher KraftBetont die fehlende Kraft besonders deutlich.
müdeSchlafbedürfnis oder nachlassender LeistungsfähigkeitIst häufig schwächer und nicht immer gleich umfassend.
ausgelaugtstark beanspruchten MenschenBildhafte Alternative für weitgehenden Energieverlust.
aufgebrauchtVorräten und verfügbaren MittelnPasst zur verbrauchten Menge, nicht als gewöhnliche Personenbeschreibung.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Nach dem langen Tragen sitzt sie erschöpft auf der Treppe.“
Alternative: „Nach dem langen Tragen sitzt sie entkräftet auf der Treppe.“

Entkräftet rückt den körperlichen Kraftverlust in den Vordergrund. Erschöpft kann neben körperlicher Anstrengung auch eine umfassendere seelische Beanspruchung ausdrücken.

Ausgangssatz: „Unsere Vorräte sind erschöpft.“
Alternative: „Unsere Vorräte sind aufgebraucht.“

Hier ist der Austausch sehr nahe: Die verfügbare Menge ist verbraucht. Über Müdigkeit oder ein Gefühl wird in keiner der beiden Fassungen etwas ausgesagt.

Hier passt der Austausch nicht: Eine erschöpfte Person ist keine erschöpfende Person. Erschöpfend kann anstrengend bedeuten, bei einer Darstellung aber auch vollständig und umfassend. Es bezeichnet nicht denselben Zustand wie erschöpft.

Eine Pause nach großer Anstrengung belegt weder Faulheit noch eine dauerhafte geringe Belastbarkeit. Auch eine medizinische Ursache lässt sich aus dem Wort allein nicht ableiten. In einem sachlichen Text hilft die konkrete Beobachtung: langsameres Tragen, eine benannte Kraftgrenze oder eine ausdrücklich gewünschte Pause. Bei erschöpfter Geduld wird dagegen eine persönliche Belastungsgrenze ausgedrückt.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Müde kann besonders das Bedürfnis nach Schlaf oder einen schwächeren Leistungszustand beschreiben. Entkräftet hebt fehlende Kraft hervor. Erschöpft lässt sich je nach Zusammenhang mit beiden Wörtern umschreiben.

Erschöpfend hat eine andere Funktion: Eine Tätigkeit kann anstrengen, eine Darstellung kann außerdem vollständig und umfassend sein. Für eine Charakterisierung ist die erschöpfte Figur deshalb nicht mit einer erschöpfenden Beschreibung dieser Figur zu verwechseln.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung enthält ö und die Folge pft: erschöpft. Formen sind ein erschöpfter Helfer, die erschöpfte Wanderin und mit erschöpften Kräften. Das Wort ist auch Partizip II von erschöpfen; adjektivische und verbale Verwendung werden durch den Satzbau unterschieden.

Steigerung

Die Steigerung lautet erschöpft – erschöpfter – am erschöpftesten. Sie passt zu unterschiedlich starker Erschöpfung. Bei einem vollständig verbrauchten Vorrat ist dagegen eine genaue Mengenangabe oder ganz aufgebraucht meist sinnvoller als eine Steigerung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Beugungstabellen öffnenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerschöpftererschöpfteerschöpfteserschöpfte
Genitiverschöpftenerschöpftererschöpftenerschöpfter
Dativerschöpftemerschöpftererschöpftemerschöpften
Akkusativerschöpftenerschöpfteerschöpfteserschöpfte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerschöpfteerschöpfteerschöpfteerschöpften
Genitiverschöpftenerschöpftenerschöpftenerschöpften
Dativerschöpftenerschöpftenerschöpftenerschöpften
Akkusativerschöpftenerschöpfteerschöpfteerschöpften
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerschöpftererschöpfteerschöpfteserschöpften
Genitiverschöpftenerschöpftenerschöpftenerschöpften
Dativerschöpftenerschöpftenerschöpftenerschöpften
Akkusativerschöpftenerschöpfteerschöpfteserschöpften

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung hilft Luan mehrere Stunden beim Aufbau einer kleinen Bühne. Gegen Abend trägt er langsamer, setzt die letzte Kiste ab und sagt, dass ihm die Kraft für weitere schwere Teile fehlt. Er bietet an, im Sitzen noch die Namensschilder zu ordnen.

Luan wirkt nach der langen Aufbauarbeit erschöpft. Sein verlangsamtes Tragen und seine ausdrückliche Beschreibung fehlender Kraft stützen diese Deutung. Dass er eine leichtere Aufgabe anbietet, spricht dagegen, sein Verhalten bloß als fehlende Hilfsbereitschaft zu erklären.

Die Beobachtungen betreffen einen Zustand in dieser Situation. Sie rechtfertigen weder eine Krankheitsdiagnose noch eine allgemeine Aussage über Luans Belastbarkeit. Der Unterschied zwischen verbleibender Bereitschaft und momentaner Kraft ist für die Deutung entscheidend.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.