feist

Feist: abwertend für dick oder auffallend wohlgenährt; übertragen kann das Wort einen unangenehm selbstzufriedenen Ausdruck kennzeichnen.

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Was bedeutet feist?

Feist ist bei Menschen keine neutrale Beschreibung der Körperform. Das Wort verbindet die wahrgenommene Fülle mit einer negativen Wertung. Wer in einer Erzählung eine Figur feist nennt, lässt deshalb auch etwas über den Blick des Erzählers oder der sprechenden Figur erkennen.

In einer Wendung wie feistes Grinsen wird die Abwertung auf einen Gesichtsausdruck übertragen. Gemeint ist dann ein unangenehm selbstzufriedener oder dreist wirkender Ausdruck, nicht bloß ein bestimmter Umfang der Wangen. Die Wirkung muss aus der beschriebenen Situation verstanden werden.

Körperform und Charakter dürfen nicht gleichgesetzt werden. Aus einer feisten Erscheinung folgt weder Habgier noch Faulheit oder Rücksichtslosigkeit. Solche Verknüpfungen können als erzählerische Wertungen untersucht werden, sind aber keine sachlichen Beweise für Eigenschaften eines Menschen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Erzähler nennt den Besucher feist und betrachtet ihn erkennbar mit Abneigung.“ Das Wort wird als wertende Erzählerbeschreibung kenntlich gemacht, nicht als neutrale Messung.
  • „Mit feistem Grinsen beanspruchte die Figur den ganzen Gewinn für sich.“ Die negative Wirkung des Ausdrucks steht im Zusammenhang mit einer konkreten Handlung.
  • „Die Beschreibung ersetzt das abwertende feist durch eine genaue, für die Szene relevante Körperangabe.“ So lassen sich äußere Merkmale benennen, ohne eine unbemerkte moralische Bewertung mitzutransportieren.

Synonyme für feist: passend zum Zusammenhang

Feist bezeichnet bei Menschen Körperfülle mit deutlich abwertender Färbung. Übertragen kann ein Grinsen unangenehm selbstzufrieden oder dreist wirken. Ein Ersatz muss diese beiden Ebenen auseinanderhalten. Besonders bei literarischen Beschreibungen ist außerdem wichtig, wessen Abneigung die Wortwahl ausdrückt.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
wohlgenährteiner als füllig wahrgenommenen ErscheinungKlingt häufig weniger feindselig, bleibt aber eine Eindrucksangabe.
fülliggrößerer KörperfülleIst zurückhaltender, ohne eine innere Haltung zu benennen.
selbstzufriedeneinem unangenehm zufriedenen AusdruckPasst zur übertragenen Verwendung, nicht zur Körperform.
dreisteinem als unverschämt bewerteten AuftretenBenennt Verhalten und überschreitet die reine Aussehensbeschreibung.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Der Erzähler beschreibt den Besucher als feist.“
Alternative: „Der Erzähler beschreibt den Besucher als füllig.“

Füllig nimmt einen großen Teil der abwertenden Färbung zurück. Dadurch verändert sich auch die Zeichnung der Erzählerperspektive; es handelt sich nicht bloß um eine neutrale Wortvariation.

Ausgangssatz: „Nach der heimlichen Bereicherung zeigt die Figur ein feistes Grinsen.“
Alternative: „Nach der heimlichen Bereicherung zeigt die Figur ein selbstzufriedenes Grinsen.“

Selbstzufrieden erklärt den übertragenen Eindruck. Die unangenehme Wirkung ergibt sich hier aus der vorherigen Handlung und nicht aus dem Körperbau der Figur.

Hier passt der Austausch nicht: Habgierig ist kein Synonym für eine feiste Körpererscheinung. Körperfülle belegt weder Habgier noch Faulheit. Ein solcher Ersatz würde ein unbegründetes Charakterurteil hinzufügen.

In einer Analyse kann die scharfe Wertung selbst Gegenstand der Untersuchung sein: Der Erzähler verknüpft Aussehen und Abneigung. Diese Verbindung sollte erklärt, nicht als sachlicher Beweis übernommen werden. Bei wirklichen Personen ist meist eine für den Anlass relevante, genaue Beschreibung sinnvoller. Eine körperliche Angabe ist zudem nicht notwendig, wenn ausschließlich ein beobachtetes Verhalten beurteilt wird.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Dick bezeichnet eine größere Dicke oder Körperfülle und kann bei Menschen ebenfalls verletzend verwendet werden. Feist trägt die Abwertung im üblichen Personengebrauch besonders deutlich mit.

Wohlgenährt kann einen anderen, weniger feindseligen Ton haben. Selbstzufrieden betrifft eine Haltung und erklärt manche übertragene Verwendung, ist aber kein allgemeines Synonym für eine Körperform. Für eine Charakterisierung müssen Aussehen und Verhalten getrennt belegt werden.

Schreibweise und Grammatik

Feist wird mit ei und st geschrieben. Die gebeugten Formen lauten ein feister Ausdruck, eine feiste Gestalt und mit feistem Grinsen. Es ist ein Adjektiv; das Nomen Feist als Familienname gehört zu einem anderen Gebrauch. In der Besucher wirkt feist bleibt die Form ungebeugt.

Steigerung

Die Steigerung lautet feister und am feistesten. Sie verstärkt den beschriebenen Eindruck und kann bei Personen auch die abwertende Wirkung steigern. Eine literarische Analyse sollte solche Formen der Erzählerstimme zuordnen, statt deren Urteil ungeprüft zu übernehmen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfeisterfeistefeistesfeiste
Genitivfeistenfeisterfeistenfeister
Dativfeistemfeisterfeistemfeisten
Akkusativfeistenfeistefeistesfeiste
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfeistefeistefeistefeisten
Genitivfeistenfeistenfeistenfeisten
Dativfeistenfeistenfeistenfeisten
Akkusativfeistenfeistefeistefeisten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfeisterfeistefeistesfeisten
Genitivfeistenfeistenfeistenfeisten
Dativfeistenfeistenfeistenfeisten
Akkusativfeistenfeistefeistesfeisten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung nimmt ein Verwalter heimlich einen zusätzlichen Anteil. Der Erzähler bezeichnet anschließend sein Grinsen als feist, während die anderen Figuren weniger erhalten.

Das feiste Grinsen gehört zur abwertenden Darstellung des Verwalters. Seine Selbstzufriedenheit wirkt besonders unangenehm, weil sie auf die heimliche Bereicherung folgt. Die Kritik am Verhalten lässt sich durch diese Handlung begründen.

Der Absatz verknüpft Ausdruck und Handlung, ohne moralische Eigenschaften aus dem Körperbau abzuleiten. Er behandelt feist als sprachliche Wertung und benennt deren Grundlage in der Szene. Bei einer realen Personenbeschreibung wäre eine sachliche Beschreibung des beobachteten Verhaltens meist präziser.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.