angeberisch
Angeberisch: Eigene Fähigkeiten, Erfolge oder Besitztümer übertrieben herausstellend, um Eindruck zu machen.
Was bedeutet angeberisch?
Angeberisch beschreibt ein prahlerisches Auftreten. Eine Person stellt das Eigene so heraus, dass es großtuerisch wirkt und Bewunderung hervorrufen soll. Das kann durch Worte, demonstratives Vorzeigen oder ständige Vergleiche geschehen. Das Adjektiv enthält eine negative Bewertung. Es bedeutet aber nicht zwingend, dass die Angaben falsch sind: Auch mit einem tatsächlichen Erfolg kann jemand angeben. Entscheidend sind die Art, der Anlass und die Wiederholung der Selbstdarstellung. Eine sachliche Auskunft über eine Leistung ist deshalb nicht automatisch angeberisch.
Drei Beispiele für angeberisch
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Er erwähnte angeberisch bei jeder Gelegenheit, dass sein Fahrrad teurer als alle anderen Räder im Hof sei.“
Der wiederholte Vergleich stellt Überlegenheit heraus. Nicht der Besitz des Fahrrads, sondern der demonstrative Umgang damit trägt die Beschreibung.
„Ihre angeberische Erzählung ließ keinen Raum für die Erfahrungen der anderen; jedes Gespräch führte sie zu ihren eigenen Erfolgen zurück.“
Das Beispiel zeigt ein Gesprächsmuster. Es kann auch dann großtuerisch wirken, wenn die genannten Erfolge tatsächlich stattgefunden haben.
„Auf die konkrete Frage nach ihrer Erfahrung antwortete sie sachlich und nannte ihre bisherigen Aufgaben, ohne angeberisch zu wirken.“
Eine angemessene Selbstauskunft ist vom Prahlen zu unterscheiden. Der Gesprächsanlass und die Form der Antwort sind dafür wesentlich.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Selbstbewusst
- Selbstbewusstsein kann sich darin zeigen, eigene Fähigkeiten ruhig zu benennen. Angeberisch kritisiert eine übertriebene oder demonstrative Selbstdarstellung.
- Stolz
- Stolz ist zunächst ein Gefühl gegenüber einer Leistung oder Zugehörigkeit. Angeberisch beschreibt, wie etwas anderen gegenüber herausgestellt wird.
Schreibung und Grammatik
Das Adjektiv wird angeberisch geschrieben, mit einfachem b und der Endung -isch. Formen sind ein angeberischer Auftritt, eine angeberische Bemerkung und ein angeberisches Verhalten. Die Steigerung lautet angeberischer, am angeberischsten. In Er erzählt angeberisch bleibt die Grundform. Die zugehörigen Substantive sind Angeber, Angeberin und Angeberei. Das Verb angeben hat daneben neutrale Bedeutungen, etwa eine Adresse angeben.
Die allgemeinen Regeln zur Beugung und Verwendung erklärt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Duden stellt angeberisch zum Substantiv Angeber in dessen prahlerischer Bedeutung. Die Endung -isch bildet das Eigenschaftswort. Angeberei benennt das entsprechende Verhalten. Davon ist angeben im neutralen Sinn des Mitteilens einer Information zu unterscheiden, etwa beim Angeben einer Adresse.
Verwendung in einer Charakterisierung
In einer Charakterisierung sollte gezeigt werden, wie die Figur sich mit anderen vergleicht und auf deren Beiträge reagiert. Eigene Musterformulierung: Der Junge tritt angeberisch auf, weil er den Preis seines Fahrrads wiederholt als Zeichen seiner Überlegenheit präsentiert und die Räder der anderen abwertet. Die Kombination aus Selbstdarstellung und Vergleich stützt das Urteil. Ob dahinter Unsicherheit, Ehrgeiz oder eine andere Ursache steht, bleibt eine zusätzliche Frage und verlangt weitere Hinweise aus dem Text.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, zeigt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Wörterbuchangaben geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
