arglistig

Arglistig beschreibt ein hinterlistiges, auf Täuschung gerichtetes Verhalten. Wer arglistig handelt, verbirgt seine Absicht oder führt andere gezielt in die Irre. Das Adjektiv enthält eine deutlich negative Wertung.

Was bedeutet arglistig?

Bei einer arglistigen Handlung sind äußeres Auftreten und tatsächliche Absicht gegeneinander verschoben. Jemand bietet etwa scheinbar Hilfe an, um Zugang zu einem Geheimnis zu bekommen. Für diese Deutung braucht es Hinweise auf die verdeckte Absicht; eine falsche Aussage aus Versehen reicht nicht.

Das Wort kommt auch in der Rechtssprache vor, besonders in der Verbindung ‚arglistige Täuschung‘. Diese Wortseite erklärt den allgemeinen Sprachgebrauch. Ob eine konkrete Handlung rechtlich unter einen bestimmten Tatbestand fällt, lässt sich nicht aus der alltagssprachlichen Bezeichnung allein ableiten.

Beispiele für arglistig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der Verwalter lockte die Erbin arglistig in das leere Haus, indem er ihr einen angeblichen Fund versprach.“

Das erfundene Versprechen verdeckt den eigentlichen Plan und macht die Täuschungsabsicht sichtbar.

„Sein arglistiger Rat sollte den Konkurrenten von der richtigen Spur abbringen.“

Eine scheinbar hilfreiche Äußerung wird als Mittel gegen das Interesse des anderen eingesetzt.

„Die falsche Auskunft war ein Irrtum; arglistig wäre sie erst dann zu nennen, wenn der Sprecher bewusst täuschen wollte.“

Das Beispiel grenzt eine unrichtige Information von einer absichtlichen Irreführung ab.

Ähnliche Wörter und Unterschiede

Listig
Kann auch für einen geschickten Einfall oder eine kluge Umgehung eines Hindernisses stehen. Arglistig betont die negativ bewertete Täuschung und Hinterhältigkeit.
Argwöhnisch
Bedeutet misstrauisch. Eine argwöhnische Person vermutet möglicherweise eine Täuschung; die arglistige Person führt sie aus.
Offen feindselig
Lässt die ablehnende Haltung erkennen. Arglist arbeitet gerade häufig damit, dass die feindliche Absicht zunächst verborgen bleibt.

Arglistig in einer Charakterisierung

In einer Charakterisierung sollten Wissen und Absicht der Figur belegt werden. Eine spätere Enthüllung kann zeigen, dass eine frühere freundliche Handlung Teil eines Plans war. Trenne dabei das Wissen der Lesenden vom Wissen der getäuschten Figur.

Der Berater handelt arglistig: Er verschweigt die sichere Route, obwohl er sie kennt, und empfiehlt seinem Rivalen absichtlich den gefährlichen Umweg. Sein scheinbarer Rat dient der gezielten Irreführung.

Eigene Musterformulierung für eine erfundene Szene. Für einen literarischen Text muss die Aussage an einer passenden Textstelle belegt werden.

Herkunft und Wortbildung

Arglistig gehört zu Arglist und enthält die Endung -ig. Duden verzeichnet als ältere Form mittelhochdeutsch arclistec. Die Wortfamilie verbindet List mit einer negativen Absicht; bloße Geschicklichkeit ist für die heutige Bedeutung zu wenig.

Schreibung und Grammatik

Die Schreibung enthält g in arg und ein weiteres in -ig. Die Steigerung lautet arglistiger, am arglistigsten. Das entsprechende Substantiv heißt Arglist; auch Arglistigkeit ist eine Bildung zur Eigenschaft.

Gebeugte Formen sind beispielsweise arglistiger, arglistige und arglistiges. Die passende Endung hängt unter anderem von Fall, Geschlecht und Begleitwort des Nomens ab. Näheres erklärt die Übersicht zu Adjektiven.

Quellen und weiterführende Seiten

Arglistig in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben