aufbauend
Aufbauend beschreibt im Umgang mit Menschen eine Wirkung, die Trost gibt oder neue Zuversicht vermittelt. Aufbauende Worte können nach einer Enttäuschung helfen, wieder einen nächsten Schritt zu sehen.
Was bedeutet aufbauend?
Im Mittelpunkt steht die stärkende Wirkung. Eine aufbauende Rückmeldung kann Erfolge benennen, einen Fehler einordnen oder einen erreichbaren Weg zeigen. Sie muss nicht alles loben. Auch eine ehrliche Kritik kann aufbauend sein, wenn sie die Person nicht herabsetzt und konkrete Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.
Daneben hat das zugrunde liegende Verb aufbauen weitere Bedeutungen. ‚Auf einem Ergebnis aufbauend‘ heißt, dieses als Grundlage zu verwenden. Das ist etwas anderes als eine tröstende Wirkung. Der Bezug ist besonders bei kurzen Wendungen wichtig: Ein aufbauender Kurs kann stärken oder auf Vorwissen weiterführen; der Satz sollte das klären.
Beispiele für aufbauend
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Nach dem misslungenen Vorspiel fand die Lehrerin aufbauende Worte und erinnerte an die bereits sicher gespielten Passagen.“
Die Rückmeldung ordnet den Misserfolg ein und macht vorhandene Fähigkeiten sichtbar.
„Das Gespräch war aufbauend, weil Nora danach einen konkreten ersten Schritt für ihren neuen Versuch sah.“
Die Wirkung wird am wiedergewonnenen Handlungsspielraum der angesprochenen Person erklärt.
„Auf den Beobachtungen des ersten Tages aufbauend, entwickelte die Gruppe einen genaueren Plan.“
Hier ist eine andere Verbbedeutung gemeint: Die Beobachtungen bilden eine Grundlage, keine Quelle von Trost.
Ähnliche Wörter und Unterschiede
- Aufmunternd
- Betont das Verbessern der Stimmung oder das Ermutigen. Aufbauend kann stärker das Wiedergewinnen von Kraft und Zuversicht hervorheben.
- Tröstend
- Bezieht sich besonders auf Schmerz, Verlust oder Enttäuschung. Aufbauend kann daneben auch eine neue Perspektive für weiteres Handeln eröffnen.
- Beschönigend
- Lässt Schwierigkeiten günstiger erscheinen, als sie sind. Eine aufbauende Reaktion muss die Lage nicht verfälschen und kann Probleme ausdrücklich benennen.
Aufbauend in einer Charakterisierung
In einer Charakterisierung sollte die Wirkung auf die angesprochene Figur untersucht werden. Wird sie ruhiger, gewinnt sie Zuversicht oder beginnt sie erneut mit einer Aufgabe? Gut gemeinte Worte sind nicht automatisch aufbauend; erst der Zusammenhang zeigt, ob sie die andere Person erreichen.
Die Freundin reagiert aufbauend auf die Niederlage: Sie erkennt die Enttäuschung an, erinnert an einen gelungenen Teil und schlägt einen überschaubaren nächsten Versuch vor. Dadurch gewinnt die Hauptfigur wieder Zuversicht.
Eigene Musterformulierung für eine erfundene Szene. Für einen literarischen Text muss die Aussage an einer passenden Textstelle belegt werden.
Herkunft und Wortbildung
Aufbauend ist das Partizip I von aufbauen. Die bildhafte Vorstellung des Aufbaus kann auf das Stärken von Menschen übertragen werden. Die Verbindung auf etwas aufbauen bezeichnet dagegen das Nutzen einer Grundlage und verlangt eine passende Ergänzung.
Schreibung und Grammatik
Geschrieben wird aufbauend mit der Folge au-e, also ohne zusätzliches h. Adjektivisch sind aufbauender, am aufbauendsten möglich. In ‚auf dieser Erfahrung aufbauend‘ steht die Grundlage im Dativ; diese Partizipverwendung wird normalerweise nicht gesteigert.
Gebeugte Formen sind beispielsweise aufbauender, aufbauende und aufbauendes. Die passende Endung hängt unter anderem von Fall, Geschlecht und Begleitwort des Nomens ab. Näheres erklärt die Übersicht zu Adjektiven.
Quellen und weiterführende Seiten
- Duden: aufbauend – Bedeutung und Schreibung; Wortart, soweit im Eintrag angegeben.
Aufbauend in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben
