ausdrucksstark

Ausdrucksstark beschreibt etwas, das Gefühle, Gedanken oder eine Haltung eindrücklich vermittelt. Das können eine Stimme, ein Gesicht, eine Bewegung oder ein Kunstwerk sein. Bei Menschen betrifft das Wort besonders ihre Ausdrucksweise und nicht automatisch ihren gesamten Charakter.

Was bedeutet ausdrucksstark?

Ausdrucksstärke ist nicht an Lautstärke gebunden. Eine leise Stimme, eine kleine Geste oder eine längere Pause kann einen starken Eindruck hervorrufen. Entscheidend ist, dass die Gestaltung oder das wahrgenommene Zeichen etwas deutlich vermittelt.

Der Ausdruck muss dabei nicht freundlich oder angenehm sein. Eine ausdrucksstarke Darstellung kann Freude, Trauer, Wut oder Unsicherheit zeigen. Ebenso wenig beweist die Wirkung, dass das dargestellte Gefühl tatsächlich empfunden wird: Schauspieler können eine Empfindung überzeugend darstellen, und ein Gesicht kann von Beobachtern unterschiedlich gedeutet werden.

Drei Beispiele mit Erklärung

Eigene Sprachbeispiele; keine Zitate aus einem literarischen Werk.

„Mit einer ausdrucksstarken Pause zeigte die Schauspielerin das Zögern ihrer Figur.“

Gerade das Unterbrechen des Sprechens vermittelt hier etwas. Das Beispiel widerlegt die Gleichsetzung von Ausdrucksstärke und Lautstärke.

„Seine ausdrucksstarken Zeichnungen machten die Einsamkeit der erfundenen Landschaft spürbar.“

Das Wort beschreibt die Wirkung eines Werkes, nicht unmittelbar eine Eigenschaft seines Schöpfers.

„Die Rednerin erzählte ausdrucksstark und wechselte bewusst zwischen ruhigen und bewegten Passagen.“

Die Gestaltung des Vortrags trägt zur Wirkung bei. Ob ihre Aussagen richtig sind, ist eine andere Frage.

Ähnliche Wörter und Unterschiede

ausdrucksvoll
Liegt sehr nahe und betont ebenfalls die Fülle oder Deutlichkeit des Ausdrucks.
wortgewandt
Geht geschickt mit Sprache um. Ausdrucksstärke kann auch ganz ohne Worte entstehen.
überzeugend
Kann inhaltliche Glaubwürdigkeit oder Überredungskraft meinen. Ein starker Ausdruck garantiert keine sachlich überzeugende Begründung.

Als Gegenwort passt ausdrucksschwach. Zurückhaltend ist dagegen kein sicherer Gegensatz: Eine zurückgenommene Darstellung kann gerade durch wenige präzise Signale eindrücklich werden. Benenne deshalb die konkreten Ausdrucksmittel.

In einer Charakterisierung

Für eine Charakterisierung ist entscheidend, wie die gewählte Bezeichnung am Text nachvollziehbar wird. Frage, was Stimme, Mimik oder Gestik vermitteln und aus wessen Perspektive die Wirkung beschrieben ist. Wenn eine Figur bewusst eine Rolle spielt, solltest du Ausdruck und tatsächliches Erleben unterscheiden. Ihre darstellerische Fähigkeit kann dann selbst ein relevantes Merkmal sein.

Die Figur spricht ausdrucksstark: Sie macht ihr Zögern durch eine Pause und eine veränderte Stimme deutlich, bevor sie die schwierige Entscheidung ausspricht.

Eigene Musterformulierung. Im Aufsatz gehört die genaue Textstelle mit Seiten- oder Zeilenangabe dazu.

Herkunft und Wortbildung

Die Zusammensetzung verbindet Ausdruck, das Fugenelement -s- und stark. Gemeint ist eine besondere Stärke des Ausdrucks. Aus der Bildung folgt weder ein bestimmter Stil noch eine besondere Begabung in allen sprachlichen oder künstlerischen Bereichen.

Schreibung und Grammatik

Achte auf zwei aufeinanderfolgende s: Ausdruck-s-stark wird ausdrucksstark. Formen: ein ausdrucksstarker Blick, eine ausdrucksstarke Stimme, ein ausdrucksstarkes Gesicht. Die Steigerung übernimmt den Umlaut von stark: ausdrucksstärker, am ausdrucksstärksten. Nach einem Verb bleibt die Grundform erhalten: ausdrucksstark erzählen.

Die Formen vor einem Nomen richten sich nach Artikel, Fall und Zahl. Mehr dazu erklärt die Übersicht zu Adjektiven und ihrer Verwendung.

Quellen und weiterführende Seiten

Ausdrucksstark in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben