begnügsam
Begnügsam: Veraltet für genügsam: mit wenig zufrieden und keine hohen Ansprüche stellend.
Was bedeutet begnügsam?
Begnügsam ist eine ältere, heute veraltete Bezeichnung für genügsam. Sie beschreibt Menschen, die mit wenig zufrieden sind oder keine hohen Ansprüche stellen. In einem älteren Erzähltext kann damit ein bescheidenes Leben, geringer Komfortbedarf oder Zufriedenheit mit einer einfachen Lösung gemeint sein. In heutiger sachlicher Sprache ist genügsam gewöhnlich die naheliegendere Wahl.
Der historische Sprachton ist ein wesentlicher Teil der Erklärung. Begnügsam lässt sich in einer Besprechung älterer Literatur nennen, wenn der Text die Figur so bezeichnet. Die Analyse sollte das Wort dann in heutiger Sprache erläutern. Auch hier gilt: Wenig Besitz allein beweist keine Zufriedenheit. Ob eine Person geringe Ansprüche hat oder ihre Wünsche aus Not zurückstellt, muss der Text erkennen lassen.
Drei Beispiele für begnügsam
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Der Erzähler nennt die alte Gärtnerin begnügsam, weil sie mit einem kleinen Haus und ihrem Garten zufrieden ist.“
Das bewusst in älterem Ton gehaltene Beispiel verbindet die Wortform mit einem erkennbaren Genügen. Die geringe Größe des Hauses allein würde die innere Zufriedenheit nicht belegen.
„In der heutigen Inhaltsangabe ersetzte die Schülerin begnügsam durch genügsam und erklärte den historischen Wortlaut in einer Anmerkung.“
Die Bedeutung wird bewahrt, während die Darstellung leichter verständlich wird. Eine solche Erläuterung ist sinnvoller, als die alte Form unkommentiert zu übernehmen.
„Er wird als begnügsam beschrieben, beklagt jedoch in seinen Briefen ständig den fehlenden Luxus.“
Die gegensätzlichen Angaben fordern eine Prüfung der Perspektive. Vielleicht beschönigt der Erzähler die Lage; vielleicht zeigt sich die Figur in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedlich.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Genügsam
- Ist die heute gebräuchliche Entsprechung. Der wesentliche Unterschied liegt beim behandelten Wort im historischen Sprachstand, nicht in einer künstlich getrennten Charaktereigenschaft.
- Anspruchslos
- Kann ebenfalls geringe Erwartungen ausdrücken und liegt bei Menschen nahe. Es hat daneben sachbezogene Verwendungen, etwa für eine einfache Aufgabe, die nicht automatisch zu begnügsam passen.
Schreibung und Grammatik
Begnügsam schreibt man mit ü und der Endung -sam. In älteren Texten begegnen Formen wie ein begnügsamer Mensch, eine begnügsame Lebensweise und ein begnügsames Wesen. Regelmäßig lassen sich begnügsamer und am begnügsamsten bilden. In einem eigenen modernen Text ist meist genügsam die klarere Form. Ein historisches Zitat sollte dagegen seine tatsächliche Schreibung behalten.
Weitere Beispiele zur Beugung und Verwendung stehen in der Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Sprachlich steht begnügsam in der Wortfamilie von genügen und sich begnügen. Die Endung -sam bildet ein Adjektiv, das eine entsprechende Haltung beschreibt. Duden kennzeichnet begnügsam als veraltet und verweist unmittelbar auf genügsam. Diese Einordnung ist für das heutige Verstehen wichtiger als eine vermeintlich eigenständige besondere Bedeutung.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die vom Erzähler als begnügsam bezeichnete Gärtnerin äußert Zufriedenheit mit ihrer einfachen Lebensweise. In heutiger Sprache lässt sie sich damit als genügsam beschreiben. Der Beleg sollte ausdrücklich ihre Zufriedenheit nennen und nicht bloß die bescheidene Ausstattung aufzählen. So wird eine mögliche äußere Einschränkung nicht ungeprüft als freiwillige Haltung gedeutet.
Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören.
Quellen und weiterführende Seiten
Wortquellen gelesen am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
