dankbar

Dankbar ist, wer empfangenes Gutes anerkennt und dafür Dank empfindet oder zeigt; bei Aufgaben und Dingen kann das Wort auch lohnend oder pflegeleicht bedeuten.

Was bedeutet dankbar?

Eine dankbare Person nimmt Hilfe, Aufmerksamkeit oder eine günstige Erfahrung nicht einfach als selbstverständlich hin. Sie empfindet Dank oder bringt ihn zum Ausdruck. Dankbarkeit kann durch Worte, einen Blick oder eine Handlung sichtbar werden. Das Adjektiv bezeichnet sowohl ein momentanes Gefühl als auch eine wiederkehrende Haltung. Ein einzelnes höfliches Dankeschön beweist allerdings noch nicht, wie jemand innerlich empfindet.

Außerhalb von Personenbeschreibungen hat dankbar weitere Bedeutungen. Eine dankbare Aufgabe lässt sich lohnend oder befriedigend bearbeiten. Ein dankbares Publikum nimmt einen Beitrag bereitwillig auf. Umgangssprachlich kann ein dankbarer Stoff strapazierfähig und eine dankbare Pflanze pflegeleicht sein. Solche Dinge empfinden keinen Dank; der Zusammenhang aktiviert eine andere Wortbedeutung.

Drei Beispiele für dankbar

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Sie war ihrem Nachbarn für die Hilfe beim Umzug dankbar.“

Die Person, der der Dank gilt, steht im Dativ. Mit für wird genannt, was Anlass der Dankbarkeit ist.

„Auch Jahre später erwähnte er dankbar die Ermutigung seiner Lehrerin.“

Die wiederholte Anerkennung einer früheren Hilfe stützt die Beschreibung einer anhaltenden Dankbarkeit. Eine Gegenleistung ist dafür nicht Voraussetzung.

„Die kleine Nebenrolle erwies sich als dankbare Aufgabe für den Schauspieler.“

Hier ist die Aufgabe lohnend und bietet gute Gestaltungsmöglichkeiten. Es geht nicht um ein Gefühl der Rolle oder des Schauspielers.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Höflich
Eine höfliche Dankesformel kann zu respektvollen Umgangsformen gehören. Dankbar benennt darüber hinaus das Empfinden oder Anerkennen empfangenen Guten.
Verpflichtet
Sich jemandem verpflichtet zu fühlen kann aus Dankbarkeit entstehen. Dankbar zu sein bedeutet jedoch nicht automatisch, jede spätere Forderung dieser Person erfüllen zu müssen.

Schreibung und Grammatik

Typisch ist die Verbindung jemandem für etwas dankbar sein: „Ich bin dir für deine Geduld dankbar.“ Ebenso möglich ist „Sie ist dankbar, dass er zugehört hat“. Formen sind ein dankbarer Blick, eine dankbare Erinnerung und dankbare Kinder. Die Steigerungen lauten dankbarer und am dankbarsten.

Weitere Beispiele zur Beugung und Verwendung stehen in der Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Duden belegt das Adjektiv bereits mit althochdeutsch dancbāri und mittelhochdeutsch dancbære. Für die ältere Form nennt der Eintrag Bedeutungen im Bereich des Angenehmen und des Hervorrufens von Geneigtheit. Im heutigen Deutschen ist der Zusammenhang mit Dank unmittelbar erkennbar; daneben bestehen die übertragenen Verwendungen für lohnende oder wenig anspruchsvolle Dinge.

Verwendung in einer Charakterisierung

Für eine Charakterisierung eignet sich etwa: „Obwohl sie inzwischen erfolgreich ist, nennt sie wiederholt die Menschen, die ihr den Einstieg ermöglicht haben; darin zeigt sich ihre Dankbarkeit.“ Der Beleg macht die Anerkennung sichtbar. Eine Figur kann dankbar sein und trotzdem eine ungerechte Forderung der helfenden Person zurückweisen; beides ist miteinander vereinbar.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Dankbar in der Übersicht der Charaktereigenschaften