dickfellig

Dickfellig ist, wer sich von Kritik, Missbilligung oder Aufforderungen wenig berühren lässt und darauf unempfindlich oder gleichgültig reagiert.

Was bedeutet dickfellig?

Eine dickfellige Person lässt sich durch Vorwürfe, Ablehnung oder Hinweise wenig beeinflussen. Das kann sie vor Kränkungen schützen, aber auch dazu führen, dass sie berechtigte Einwände übergeht. Das Adjektiv enthält deshalb häufig eine kritische Färbung. Es geht nicht nur darum, ruhig zu bleiben, sondern auch um eine geringe Empfänglichkeit für das, was andere an die Person herantragen.

Die Wendung ein dickes Fell haben wird oft anerkennend für Widerstandsfähigkeit verwendet. Dickfellig kann im selben Zusammenhang stehen, lenkt aber leicht stärker auf Gleichgültigkeit oder fehlende Sensibilität. Ob die Reaktion hilfreich ist, hängt davon ab, worauf jemand nicht eingeht. Unsachliche Beschimpfungen abzuwehren ist anders zu beurteilen, als wiederholte Bitten um Rücksicht zu ignorieren.

Drei Beispiele für dickfellig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Auf die wiederholten Beschwerden über den Lärm reagierte der Nachbar dickfellig und stellte die Musik erneut laut.“

Die Unempfindlichkeit betrifft berechtigte Anliegen anderer. Dadurch erscheint das Verhalten rücksichtslos, nicht bloß belastbar.

„Gegenüber den spöttischen Kommentaren zeigte sie sich erstaunlich dickfellig und arbeitete ruhig weiter.“

Hier kann die geringe Verletzbarkeit als Schutz wirken. Der Zusammenhang legt nicht nahe, dass sie sachliche Kritik ebenfalls ablehnt.

„Er nannte sich gelassen, doch seine Kollegin empfand sein Übergehen aller Hinweise als dickfellig.“

Das Beispiel zeigt zwei Bewertungen desselben Verhaltens. Entscheidend ist, ob die Person Einwände wahrnimmt und prüft oder einfach an sich abprallen lässt.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Gelassen
Gelassenheit bedeutet, Ruhe zu bewahren. Eine gelassene Person kann Kritik aufmerksam aufnehmen; dickfellig betont eher die geringe Wirkung, die Kritik oder Missbilligung auf jemanden haben.
Dickhäutig
Dickhäutig bezeichnet wörtlich eine dicke Haut und kann bildhaft ähnlich wie dickfellig verstanden werden. Dickfellig ist für die Unempfindlichkeit gegenüber Kritik ein ausdrücklich verzeichneter Wörterbuchausdruck.

Schreibung und Grammatik

Das Adjektiv wird zusammengeschrieben: ein dickfelliger Mensch, eine dickfellige Reaktion. Die Steigerungen lauten dickfelliger und am dickfelligsten. Davon zu unterscheiden ist die getrennte Wortgruppe ein dickes Fell. Sie bezeichnet im übertragenen Sinn ebenfalls eine Art Schutz gegen Angriffe oder Kränkungen.

Weitere Beispiele zur Beugung und Verwendung stehen in der Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Sprachlich verbindet dickfellig dick und Fell mit der Adjektivendung -ig. Das Bild eines schützenden Fells wird auf die geringe Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einwirkungen übertragen. Bei einer Personenbeschreibung ist daher kein tatsächliches körperliches Merkmal gemeint.

Verwendung in einer Charakterisierung

Ein Beleg könnte lauten: „Auch nach mehreren deutlichen Bitten ändert er sein störendes Verhalten nicht und lacht die Einwände weg; er wirkt dickfellig.“ Die Analyse sollte zeigen, worauf sich diese Unempfindlichkeit richtet. So lässt sich unterscheiden, ob die Figur sich gegen verletzende Angriffe schützt oder notwendige Rücksicht verweigert.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Dickfellig in der Übersicht der Charaktereigenschaften