edelmütig

Edelmütig: Von einer moralisch vornehmen, großzügigen und uneigennützigen Haltung bestimmt.

Was bedeutet edelmütig?

Edelmütig nennt man eine Haltung, bei der ein Mensch aus einer als moralisch vornehm bewerteten Gesinnung handelt. Das kann sich in großzügiger Hilfe, im Verzicht auf Vergeltung oder in der Rücksicht auf einen unterlegenen Gegner zeigen. Das Wort gehört zum gehobenen Sprachgebrauch und enthält ein starkes Lob. Es eignet sich deshalb besonders für eine bewusst wertende Beschreibung.

Bei edelmütigem Verhalten steht nicht allein die Größe einer Hilfeleistung im Vordergrund. Wichtig ist der Eindruck, dass die Person nicht bloß einen eigenen Vorteil verfolgt. Eine öffentlichkeitswirksame Spende kann großzügig sein, ohne dass die Beweggründe feststehen. Umgekehrt kann eine unauffällige Entscheidung edelmütig erscheinen, wenn jemand damit bewusst auf einen eigenen Vorteil verzichtet.

Edelmütig bedeutet nicht, jedes Unrecht hinnehmen zu müssen. Eine Figur kann an einer berechtigten Forderung festhalten und zugleich auf eine unnötige Kränkung verzichten. Auch steht das Wort nicht für eine bestimmte gesellschaftliche Herkunft. Die moralische Bewertung bezieht sich auf Gesinnung und Handeln, nicht auf einen Titel oder Besitz.

Beispiele für edelmütig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die Siegerin zeigte sich edelmütig und lobte öffentlich die kluge Vorbereitung ihrer Gegnerin.“

Sie nutzt den Sieg nicht zur Herabsetzung. Das Beispiel macht eine großzügige Haltung im Umgang mit einer unterlegenen Person sichtbar.

„Jonas verzichtete edelmütig auf die Belohnung, damit sie der verarmten Familie zugutekam.“

Der Verzicht wird als uneigennützig gedeutet. Ob diese Deutung trägt, hängt davon ab, was die Erzählung über seine Absicht erkennen lässt.

„Die Bitte um Vergebung beantwortete sie edelmütig, bestand aber auf der Rückgabe des Geldes.“

Verzeihen und eine klare Forderung schließen sich nicht aus. Die Figur muss ihre berechtigten Ansprüche nicht aufgeben, um großherzig zu handeln.

Ähnliche Wörter unterscheiden

edel
Kann dieselbe moralische Haltung bewerten, bezeichnet daneben aber auch hochwertige Materialien oder schöne Formen.
großmütig
Liegt besonders beim Verzeihen und beim großzügigen Umgang mit Schwächeren nahe. Die Wörter sind in vielen Situationen austauschbar.
nachgiebig
Beschreibt das Zurücknehmen eigener Forderungen. Das kann aus Güte geschehen, aber auch aus Unsicherheit oder Erschöpfung.

Schreibung und Grammatik

Edelmütig ist ein Adjektiv und wird zusammengeschrieben: ein edelmütiger Entschluss, eine edelmütige Geste, sie handelt edelmütig. Die Vergleichsformen lauten edelmütiger und am edelmütigsten. Das zugehörige Substantiv ist der Edelmut; im Genitiv sind des Edelmuts und des Edelmutes möglich.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert ihre Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Die Wortbildung verbindet edelmütig mit dem Substantiv Edelmut und der Adjektivendung -ig; dabei steht ü anstelle von u. Edelmut bezeichnet eine edle Gesinnung. Der Bestandteil Mut ist in dieser Verbindung daher nicht einfach als körperliche Tapferkeit zu verstehen: Das Adjektiv bewertet die innere Haltung eines Menschen.

Verwendung in einer Charakterisierung

‚Obwohl der Verrat sie verletzt hat, schützt Nora den Täter vor einer öffentlichen Demütigung; diese bewusste Begrenzung ihrer Vergeltung wirkt edelmütig.‘ Der Beleg sollte zeigen, welche andere Handlung möglich gewesen wäre. So wird erkennbar, weshalb die Entscheidung ein starkes moralisches Lob rechtfertigt.

Wie sich Beobachtung und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.

Quellen und weiterführende Seiten

Wortquellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Edelmütig in der Übersicht der Charaktereigenschaften