eigensinnig
Eigensinnig: Hartnäckig an der eigenen Meinung, Absicht oder Vorgehensweise festhaltend und sich wenig von anderen beeinflussen lassend.
Was bedeutet eigensinnig?
Eigensinnig beschreibt ein beharrliches Festhalten am eigenen Willen oder Urteil. Eine Person lässt sich nur schwer umstimmen, auch wenn andere einen anderen Weg vorschlagen. Das Wort kann kritisch klingen, wenn berechtigte Einwände unbeachtet bleiben. Es kann aber auch eine unabhängige Haltung mit einer gewissen anerkennenden oder liebevollen Färbung beschreiben.
Ob das Beharren vernünftig ist, lässt sich nicht aus dem Adjektiv allein ableiten. Eine eigensinnige Figur kann eine richtige Idee gegen Widerstände verteidigen oder an einem offenkundig untauglichen Plan festhalten. Entscheidend sind Gründe, Gegenargumente und die Bereitschaft, neue Informationen überhaupt zu prüfen.
Eigensinn ist auch nicht mit bloßem Widerspruch gleichzusetzen. Wer nach sorgfältiger Abwägung anderer Meinung bleibt, muss nicht eigensinnig handeln. Umgekehrt kann Eigensinn sehr still auftreten: Eine Person diskutiert kaum, führt aber immer wieder ausschließlich ihre eigene Vorgehensweise aus.
Beispiele für eigensinnig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Trotz der gesperrten Brücke hielt er eigensinnig an der alten Route fest.“
Ein konkretes Hindernis spricht gegen den Plan. Das unbeirrte Festhalten wirkt deshalb unvernünftig.
„Die eigensinnige Erfinderin verfolgte ihre Idee weiter, prüfte aber jeden Einwand im Versuch.“
Beharrlichkeit und sachliche Prüfung stehen nebeneinander. Der Ausdruck kann hier ihre Unabhängigkeit mit anerkennendem Unterton hervorheben.
„Sie sagte nichts mehr und stellte die Möbel am nächsten Morgen wieder an ihren ursprünglichen Platz.“
Das Verhalten kann als eigensinnig gedeutet werden, wenn zuvor eine andere Anordnung gemeinsam vereinbart war. Lauter Protest ist nicht erforderlich.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- eigenwillig
- Kann ebenfalls eigensinnig bedeuten, hebt aber auch einen eigenen Gestaltungswillen oder ungewöhnlichen Stil hervor.
- eigenständig
- Betont Unabhängigkeit und eine eigene Grundlage. Die Fähigkeit, begründete Einwände aufzunehmen, ist damit gut vereinbar.
- stur
- Klingt oft eindeutiger kritisch und betont mangelnde Beweglichkeit. Im konkreten Sprachgebrauch gibt es große Überschneidungen.
Schreibung und Grammatik
Eigensinnig ist ein Adjektiv: ein eigensinniger Planer, eine eigensinnige Reaktion, jemand bleibt eigensinnig. Die Steigerung lautet eigensinniger, am eigensinnigsten. Die zwei n in sinnig bleiben in allen Formen erhalten. Das Substantiv heißt Eigensinn; auch Eigensinnigkeit ist möglich.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert ihre Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Eigensinnig ist mit -ig zum Substantiv Eigensinn gebildet. Die Bestandteile eigen und Sinn verbinden die persönliche Richtung des Wollens oder Denkens. Im Gesamtwort bezeichnet Sinn deshalb nicht einfach einen einzelnen Wahrnehmungssinn, sondern die eigene Auffassung oder Absicht.
Verwendung in einer Charakterisierung
‚Obwohl die anderen mehrere überprüfbare Gegenargumente nennen, wiederholt Tessa nur ihren ursprünglichen Vorschlag; sie verhält sich eigensinnig.‘ Die Analyse sollte zeigen, wie die Figur mit den Einwänden umgeht. Ein bloßer Gegensatz zur Mehrheit reicht als Beleg noch nicht aus.
Wie sich Beobachtung und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Wortquellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
