eitel
Eitel: Stark darauf bedacht, durch Aussehen oder eigene Vorzüge Bewunderung zu finden; daneben älter: nichtig oder nichts als.
Was bedeutet eitel?
Eitel nennt man jemanden, dem die Bewunderung der eigenen Person besonders wichtig ist. Das kann sich auf Schönheit, Kleidung, Klugheit, Begabung oder Ansehen beziehen. Im heutigen Gebrauch bei Personen ist das Wort meist abwertend. Es unterstellt, dass die Sorge um den eigenen Eindruck zu viel Raum einnimmt. Wer lediglich ordentlich gekleidet ist oder sich über ein Lob freut, ist deshalb noch nicht eitel.
In älteren und gehobenen Texten begegnen weitere Bedeutungen. Eine eitle Hoffnung ist eine vergebliche oder haltlose Hoffnung; die Hoffnung bewundert sich nicht selbst. Eitel Freude bedeutet dagegen nichts als Freude. Diese Verwendung ist heute oft scherzhaft. Beim Lesen muss deshalb zuerst geklärt werden, ob eine Person bewertet wird oder ob ein älterer Wortgebrauch vorliegt.
Drei Beispiele für eitel
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Der eitle Redner fragte nach seinem Auftritt nur, wie beeindruckend er gewirkt habe, und nicht, ob sein Vorschlag verständlich gewesen sei.“
Der Vergleich zeigt die starke Beschäftigung mit der eigenen Wirkung. Eine einzelne Frage nach Rückmeldung allein wäre noch kein ausreichender Beleg.
„Sie hielt es für eine eitle Hoffnung, dass der längst abgesagte Besuch doch noch stattfinden würde.“
Gemeint ist eine vergebliche Erwartung. Der Satz trifft keine Aussage über die Eitelkeit der hoffenden Person.
„Nach der Versöhnung herrschte zunächst eitel Freude.“
Eitel bedeutet hier ausschließlich oder nichts als. Es wird in dieser Bedeutung nicht an Freude angeglichen.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Arrogant
- Betont das Auftreten als überlegen. Eitel richtet den Blick auf Selbstgefallen und gewünschte Bewunderung; beides kann zusammen vorkommen.
- Selbstbewusst
- Eine sichere Einschätzung eigener Fähigkeiten verlangt nicht ständig Anerkennung. Selbstvertrauen ist daher kein zuverlässiger Beweis für Eitelkeit.
Schreibung und Grammatik
Die gebeugten Formen lauten ein eitler Mensch, eine eitle Bemerkung und ein eitles Auftreten. Dabei fällt das unbetonte e der Endsilbe weg. Als Steigerung ist eitler, am eitelsten gebräuchlich. In der Bedeutung nichts als bleibt eitel unverändert. Das zugehörige Substantiv Eitelkeit wird großgeschrieben.
Wie Adjektive gebeugt und im Satz verwendet werden, erklärt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Duden nennt mittelhochdeutsch ītel und althochdeutsch ītal. Die ältere Bedeutung lag im Bereich von Leere und Ungebundenheit; die weitere Herkunft ist ungeklärt. Die heute geläufige Personenbewertung darf deshalb nicht auf jede historische Belegstelle übertragen werden.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigene Musterformulierung: Der Redner erscheint eitel, weil ihn nach der Veranstaltung vor allem die bewundernde Wirkung seiner Person beschäftigt. Zur Begründung eignet sich die Gegenüberstellung von Sachfrage und Selbstdarstellung. Prüfe außerdem, ob die Figur diesen Eindruck in mehreren Situationen bestätigt oder ob die Szene eine besondere Unsicherheit zeigt.
Weitere Hinweise zu Beobachtung, Textbeleg und Deutung bietet die Anleitung zur Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Wortquellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
