entscheidungsschwach
Entscheidungsschwach: Bei notwendigen Entscheidungen zögerlich und wenig bereit, sich auf eine Möglichkeit festzulegen.
Was bedeutet entscheidungsschwach?
Entscheidungsschwach beschreibt Schwierigkeiten, sich zwischen Möglichkeiten festzulegen. Die Person wägt immer wieder ab, wechselt ihre Präferenz oder verschiebt eine notwendige Wahl. Das Wort ist meist kritisch und legt nahe, dass mehr Entscheidung möglich oder nötig wäre. Es bezeichnet jedoch nicht schon jede sorgfältige Prüfung einer schwierigen Frage.
Für die Bewertung kommt es auf die verfügbaren Informationen und den Zeitrahmen an. Wer auf eine wichtige Antwort wartet, muss nicht entscheidungsschwach sein. Ebenso kann ein Interessenkonflikt nachvollziehbares Zögern erzeugen. Das Adjektiv wird genauer, wenn der Satz zeigt, welche Wahl ansteht, worin das Zögern besteht und welche Folgen es hat. Ein einzelner Aufschub beweist noch keine feste Eigenschaft.
Drei Beispiele für entscheidungsschwach
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Der entscheidungsschwache Leiter ließ die vollständig vorbereitete Auswahl wiederholt vertagen, obwohl die Frist näher rückte.“
Die wiederholte Verschiebung trotz vorhandener Grundlage stützt das kritische Urteil. Entscheidend ist nicht allein die Länge einer Sitzung.
„Bei beruflichen Fragen handelte sie sicher, bei privaten Einladungen wirkte sie oft entscheidungsschwach.“
Das Beispiel begrenzt die Eigenschaft auf einen Bereich. Unterschiedliche Anforderungen können zu unterschiedlichem Verhalten führen.
„Er galt als entscheidungsschwach, weil er die fehlenden Informationen abwartete; der weitere Verlauf zeigte jedoch, dass diese unverzichtbar waren.“
Ein zunächst negatives Urteil wird korrigiert. Fremde Ungeduld ist kein zuverlässiger Maßstab für die angemessene Dauer einer Prüfung.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Entscheidungsunfähig
- Ist die stärkere Aussage, dass eine Entscheidung nicht getroffen werden kann. Entscheidungsschwach beschreibt eher Zögern und geringe Festlegungsbereitschaft.
- Abwägend
- Bezeichnet das Prüfen verschiedener Gesichtspunkte. Das kann zu einer klaren Entscheidung führen und ist für sich genommen keine Schwäche.
Schreibung und Grammatik
Entscheidungsschwach wird zusammengeschrieben. Nach Entscheidung steht ein verbindendes s, danach beginnt schwach: Entscheidung-s-schwach. Formen sind ein entscheidungsschwacher Leiter, eine entscheidungsschwache Person und ein entscheidungsschwaches Gremium. Das Substantiv lautet Entscheidungsschwäche. Zeit- und Bereichsangaben helfen, die Bewertung zu begrenzen.
Wie Adjektive gebeugt und im Satz verwendet werden, erklärt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Die Zusammensetzung verbindet Entscheidung mit schwach. Schwach bezieht sich hier auf die Bereitschaft beziehungsweise Fähigkeit zur Festlegung und nicht auf körperliche Kraft. Der Wortbau erklärt das kritische Urteil, ohne dessen Ursache zu bestimmen.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigene Musterformulierung: Der Leiter zeigt sich in der Auswahlfrage entscheidungsschwach, weil er trotz ausreichender Informationen wiederholt jede verbindliche Festlegung verschiebt. Benenne die Folgen für die anderen Beteiligten. Prüfe zugleich, ob der Text gute Gründe für das Warten erkennen lässt, die von den ungeduldigen Figuren übersehen werden.
Weitere Hinweise zu Beobachtung, Textbeleg und Deutung bietet die Anleitung zur Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Wortquellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
Entscheidungsschwach in der Übersicht der Charaktereigenschaften
