freigiebig
Freigiebig beschreibt jemanden, der anderen gern und großzügig etwas gibt; gleichbedeutend ist die Form freigebig.
Was bedeutet freigiebig?
Eine freigiebige Person teilt, schenkt oder unterstützt andere ohne ausgeprägte Zurückhaltung beim Geben. Gemeint sein können Geld und Gegenstände, aber auch Zeit, Aufmerksamkeit oder Lob. Der Ausdruck lenkt den Blick darauf, wie bereitwillig jemand anderen etwas zukommen lässt.
Freigiebigkeit hängt nicht allein von der absoluten Größe einer Gabe ab. Wer wenig besitzt und dennoch einen spürbaren Anteil teilt, kann ebenfalls freigiebig handeln. Für eine genaue Beschreibung sind die eigenen Möglichkeiten und der Anlass deshalb oft aussagekräftiger als eine bloße Geldsumme.
Meist wird das Wort anerkennend verwendet. Der Zusammenhang kann die Wertung aber verändern: freigiebig mit fremdem Geld kritisiert, dass jemand die Kosten anderen überlässt. Auch bei Lob oder Ratschlägen kann eine sehr reichliche Vergabe freundlich oder etwas wahllos wirken. Ob die Gabe hilfreich und erwünscht ist, bleibt eine zusätzliche Frage.
Drei Beispiele für freigiebig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Obwohl ihre Ernte klein ausfällt, verteilt die Nachbarin freigiebig Gemüse an die Familien im Haus.“
Sie gibt im Verhältnis zu ihren begrenzten Vorräten bereitwillig etwas ab. Das Beispiel verbindet Freigiebigkeit mit tatsächlichem Teilen und setzt keinen großen Wohlstand voraus.
„Der neue Vorgesetzte ist freigiebig mit Lob und benennt nach jeder gelungenen Aufgabe den Beitrag des Teams.“
Hier wird nichts Materielles verschenkt. Die Person spricht Anerkennung ohne große Zurückhaltung aus; die konkrete Benennung der Leistung macht das Lob nachvollziehbar.
„Mit dem Geld seiner Schwester zeigt sich Leon auffallend freigiebig, während er eigene Ausgaben genau kontrolliert.“
Der Gegensatz gibt dem Wort einen kritischen Unterton. Die scheinbare Großzügigkeit belastet eine andere Person und ist deshalb kein eindeutiger Beleg für eigene Opferbereitschaft.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Freigebig
- Ist eine gleichbedeutende Form. Der Unterschied liegt hier in der Wortform, nicht in einer zuverlässig trennbaren Eigenschaft.
- Großzügig
- Kann freigiebiges Geben beschreiben, aber auch weite Planung, tolerantes Verhalten oder das Übersehen kleiner Fehler. Freigiebig richtet den Blick gezielter auf das Geben.
- Verschwenderisch
- Bewertet einen übermäßigen oder wenig sinnvollen Verbrauch. Wer anderen bereitwillig etwas gibt, muss damit nicht über seine Verhältnisse leben oder Dinge vergeuden.
Schreibung und Grammatik
Freigiebig wird zusammengeschrieben. Daneben ist freigebig richtig; die Variante ohne i bedeutet dasselbe. Formen lauten eine freigiebige Gastgeberin, freigiebiger und am freigiebigsten. Mit mit und Dativ lässt sich angeben, was jemand reichlich gibt: freigiebig mit seiner Zeit. Die entsprechenden Substantive sind Freigiebigkeit und Freigebigkeit.
Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Duden erklärt die Form freigiebig als Bildung nach dem Muster von Wörtern wie ergiebig, ausgiebig und nachgiebig. Bei freigebig verweist der Herkunftsabschnitt auf ältere Formen gebig und gäbig im Sinn von gern gebend, die zur Wortfamilie von Gabe gehören.
Verwendung in einer Charakterisierung
Ein eigener Beleg: „Als ihr Freund seine Fahrkarte verliert, gibt Ruth ihm ohne langes Zögern einen Teil ihres knappen Reisegeldes.“ Das zeigt eine freigiebige Handlung, weil sie eigene Mittel bereitwillig teilt. Eine Charakterisierung kann zusätzlich beachten, ob Ruth eine Gegenleistung erwartet oder solche Hilfe wiederholt anbietet. So lässt sich die konkrete Gabe in ihr übriges Verhalten einordnen.
Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
