frivol
Frivol bedeutet leichtfertig oder bedenkenlos; außerdem kann es anzüglich und nach den jeweils geltenden Vorstellungen moralisch anstößig heißen.
Was bedeutet frivol?
Wer mit einer ernsten Angelegenheit frivol umgeht, behandelt sie mit einer Leichtigkeit, die der Sprecher für unangemessen hält. Es geht dann um mangelnde Rücksicht auf Gewicht und Folgen der Sache. Eine frivole Bemerkung über die Sorgen anderer kann deshalb verletzend wirken, auch wenn sie keinen sexuellen Inhalt hat.
In einem weiteren Gebrauch bezeichnet frivol etwas gewagt Anzügliches, etwa einen Witz, einen Bühnenauftritt oder eine Gesprächsweise mit erotischen Andeutungen. Die Wertung hängt von Situation, Publikum und gesellschaftlichen Vorstellungen ab. In einer Theaterkritik kann das Wort einen spielerisch herausfordernden Ton beschreiben; in einer Beschwerde kann es deutliche Missbilligung ausdrücken.
Beide Bedeutungen lassen sich nicht in jedem Satz sauber trennen. Eine scherzhafte Grenzüberschreitung kann zugleich als unterhaltsam und leichtfertig erscheinen. Für das Verständnis hilft die Frage, woran die betreffende Person Anstoß nimmt: an einer sexuellen Anspielung, an fehlendem Ernst oder an beidem. Frivol bedeutet jedenfalls nicht automatisch bloß lustig oder besonders offen.
Drei Beispiele für frivol
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die Sprecherin fand es frivol, über die Entlassungen schon beim ersten Treffen Witze zu machen.“
Hier liegt der Vorwurf im unangemessenen Umgang mit einer ernsten Situation. Sexuelle Anzüglichkeiten spielen keine Rolle.
„Das Kabarettstück lebte von frivolen Andeutungen über die heimlichen Affären seiner Figuren.“
Das Wort beschreibt den anzüglichen Humor der Darstellung. Ob er als gelungen gilt, sagt der Beispielsatz noch nicht.
„Auf den Einwand reagierte er mit einem frivolen Achselzucken und wechselte das Thema.“
Die erzählerische Bewertung deutet die Geste als bedenkenloses Abtun. Für Leser sollte der vorausgehende Einwand erkennen lassen, weshalb diese Leichtigkeit problematisch ist.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- leichtfertig
- Betont unzureichendes Bedenken möglicher Folgen. Es entspricht einer Bedeutung von frivol, enthält aber nicht dessen zusätzliche Möglichkeit erotischer Anzüglichkeit.
- anzüglich
- Bezeichnet besonders eine verhüllte, oft sexuelle Anspielung. Frivol kann diese Wirkung einschließen, hat jedoch auch den allgemeinen Sinn unangemessener Leichtfertigkeit.
- freizügig
- Kann Offenheit, geringe Einschränkungen oder viel sichtbare Haut beschreiben. Das Wort muss keinen Vorwurf der Bedenkenlosigkeit enthalten; die beiden Adjektive sind daher nicht beliebig austauschbar.
Schreibung und Grammatik
Man schreibt frivol mit einfachem l am Wortende. Die gebeugten Formen lauten ein frivoler Scherz, eine frivole Bemerkung, frivole Antworten. Gesteigert wird frivoler, am frivolsten. Prädikativ heißt es Die Bemerkung war frivol, adverbial Er scherzte frivol. Das zugehörige Substantiv lautet Frivolität.
Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Duden führt frivol auf französisch frivole zurück, ursprünglich im Sinn von nichtig oder unbedeutend. Dahinter steht lateinisch frivolus. Die Übernahme erklärt den Bezug zur geringen Bedeutung, die etwas beigemessen wird.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Beleg: Als seine Schwester vom Verlust ihrer Stelle erzählt, macht er einen Witz über ihre neu gewonnene Freizeit und hört nicht weiter zu. Ein frivoler Umgang mit ihrer Lage lässt sich hier am unpassenden Scherz und am fehlenden Zuhören zeigen. Die Analyse sollte diese Szene benennen und nicht allein ein pauschales moralisches Urteil über die Figur abgeben.
Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
