kapriziös

Von wechselnden Launen oder ausgeprägt eigenwilligen Wünschen bestimmt und dadurch schwer vorhersehbar.

Was bedeutet kapriziös?

Kapriziös bezeichnet eine launenhafte, eigenwillige Art, bei der Wünsche oder Entscheidungen für andere schwer vorhersehbar wechseln können. Das Wort hebt häufig hervor, dass sich jemand wenig nach bereits getroffenen Absprachen oder den Erwartungen seiner Umgebung richtet. Eine kapriziöse Person kann heute begeistert sein und morgen dieselbe Sache ohne erkennbaren äußeren Anlass ablehnen.

Die Bezeichnung kann kritisch, aber auch mit einer gewissen nachsichtigen Bewunderung für Eigenwilligkeit verwendet werden. Diese Färbung macht sie nicht automatisch harmlos: Wer andere als kapriziös bezeichnet, bewertet deren Verhalten aus seiner eigenen Sicht. Ein unerwarteter Entschluss kann einen guten Grund haben, den die beobachtende Person noch nicht kennt.

Deshalb sollte zwischen einer begründeten Änderung und einem bloßen Wechsel der Laune unterschieden werden. Auch kreative Selbstständigkeit ist nicht von sich aus kapriziös. Ein ungewöhnlicher Entwurf kann sorgfältig durchdacht und über längere Zeit verfolgt sein. Entscheidend ist, ob der Text eine eigenwillige Wechselhaftigkeit erkennen lässt und wie diese auf andere wirkt.

Drei Beispiele für kapriziös

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der kapriziöse Gastgeber änderte kurz vor Beginn erneut die Sitzordnung, weil ihm die bisherige Anordnung plötzlich nicht mehr gefiel.“

Der wiederholte Wechsel und die bloße momentane Vorliebe stützen die Beschreibung. Die Auswirkungen auf die Gäste werden dadurch verständlich, ohne dass jede Planänderung grundsätzlich abgewertet wird.

„Sie hielt ihre Auftraggeberin zunächst für kapriziös, bis diese erklärte, welche neuen Anforderungen den Entwurf verändert hatten.“

Die zusätzliche Information korrigiert den ersten Eindruck. Die Bewertung beruhte auf fehlendem Wissen und ist deshalb nicht als sichere Charakterfeststellung zu übernehmen.

„Mit kapriziöser Begeisterung verlangte die Figur erst nach einer großen Feier und wünschte sich eine Stunde später ausdrücklich völlige Ruhe.“

Die stark wechselnden Wünsche stehen im Mittelpunkt. Ob andere darunter leiden, müsste die Handlung zusätzlich zeigen; die Formulierung allein erklärt noch keine Absicht.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Eigenwillig
Betont den eigenen Willen oder Stil. Dieser kann sehr beständig sein. Kapriziös bringt häufig eine launenhafte, für andere schwer berechenbare Seite hinzu.
Unentschlossen
Bezeichnet Schwierigkeiten, sich festzulegen. Eine kapriziöse Person kann sich dagegen jeweils sehr entschieden äußern und ihre Wünsche trotzdem bald wieder ändern.

Schreibung und Grammatik

Kapriziös wird mit k, z und ö geschrieben. Formen sind ein kapriziöser Wunsch, eine kapriziöse Entscheidung und ein kapriziöses Auftreten. Die Steigerung lautet kapriziöser, am kapriziösesten. In sie reagiert kapriziös bleibt die Form unverändert. Zur Wortfamilie gehört Kaprize für eine eigenwillige Laune oder einen entsprechenden Einfall.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Duden nennt französisch capricieux als Herkunft. Das deutsche Adjektiv steht mit Kaprize in Verbindung.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Der Gastgeber erscheint kapriziös, weil er gemeinsame Absprachen wiederholt von seiner augenblicklichen Stimmung abhängig macht. Die Wiederholung ist ein wichtiger Beleg. Zugleich sollte die Analyse prüfen, ob die Erzählung seine Motive kennt oder nur die genervte Sicht der Gäste wiedergibt. Eine begründete neue Entscheidung wäre anders zu bewerten.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Kapriziös in der Übersicht der Charaktereigenschaften