kompromissbereit

Bereit, bei unterschiedlichen Interessen eigene Forderungen teilweise zurückzunehmen, um eine gemeinsame Vereinbarung zu erreichen.

Was bedeutet kompromissbereit?

Kompromissbereit ist jemand, der bei unterschiedlichen Vorstellungen nicht ausschließlich auf der eigenen Ausgangsforderung besteht. Die Person ist bereit, Zugeständnisse zu erwägen, damit eine Vereinbarung möglich wird. Ein Kompromiss setzt dabei typischerweise voraus, dass beide Seiten einen Teil ihrer Wünsche zurückstellen. Kompromissbereitschaft bezeichnet zunächst die Haltung dazu; sie garantiert noch keine Einigung.

Wer kompromissbereit ist, muss nicht auf alles verzichten oder jede vorgeschlagene Lösung akzeptieren. Gerade eine brauchbare Vereinbarung kann klare Grenzen voraussetzen. Eine Person kann beim Termin flexibel sein, bei einer wichtigen Voraussetzung jedoch fest bleiben. Entscheidend ist, ob sie Spielräume ernsthaft prüft und unterschiedliche Interessen berücksichtigt. Eine freundlich formulierte Zustimmung zu sämtlichen Forderungen wäre dagegen eher einseitiges Nachgeben als ein gegenseitiger Kompromiss.

Das Wort wird oft positiv verwendet, weil es Verständigung erleichtern kann. Trotzdem ist nicht jeder Kompromiss sinnvoll oder ausgewogen. Manchmal betrifft der Streit etwas, das sich nicht einfach teilen lässt, oder der Vorschlag belastet eine Seite unverhältnismäßig. Eine genaue Beschreibung fragt deshalb sowohl nach der Bereitschaft zu Zugeständnissen als auch nach deren Inhalt. Kompromissbereit zu sein ersetzt nicht das Abwägen einer konkreten Lösung.

Drei Beispiele für kompromissbereit

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Bei der Wahl des Ausflugsziels zeigte sich Nora kompromissbereit: Sie verzichtete auf die lange Wanderung, während die anderen einer kürzeren Strecke vor dem Museumsbesuch zustimmten.“

Beide Seiten verändern ihren ursprünglichen Wunsch. Die Einigung zeigt dadurch mehr als das bloße Nachgeben einer Person.

„Er blieb kompromissbereit, lehnte aber den einzigen bisher vorgelegten Vorschlag als unausgewogen ab.“

Bereitschaft zur Verständigung und Ablehnung eines bestimmten Angebots passen zusammen. Der Satz lässt weitere Verhandlungen offen.

„Die Gruppe war beim Beginn der Veranstaltung kompromissbereit, bestand jedoch darauf, dass alle Beteiligten rechtzeitig informiert wurden.“

Eine veränderbare Einzelheit und eine feste Voraussetzung werden unterschieden. Die Grenze macht die übrige Offenheit nicht ungültig.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Entgegenkommend
Bezeichnet allgemein die Bereitschaft, Wünsche oder Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen. Dafür muss noch kein Interessengegensatz durch gegenseitige Zugeständnisse gelöst werden.
Nachgiebig
Betont das Zurückweichen gegenüber Forderungen oder Widerstand. Kompromissbereitschaft zielt eher auf eine gemeinsame Vereinbarung und kann feste Grenzen einschließen.
Kompromissfähig
Hebt die Fähigkeit zu einem Kompromiss hervor. Bereitschaft und Fähigkeit können zusammenkommen, sind aber nicht dasselbe: Jemand kann eine Einigung wollen und trotzdem Schwierigkeiten beim Aushandeln haben.

Schreibung und Grammatik

Kompromissbereit wird zusammengeschrieben. Es heißt ein kompromissbereiter Gesprächspartner und eine kompromissbereite Haltung. Die Steigerung lautet kompromissbereiter, am kompromissbereitesten. Das Substantiv ist Kompromissbereitschaft. Ergänzungen wie in dieser Frage kompromissbereit oder beim Zeitplan kompromissbereit begrenzen die Aussage sinnvoll auf den jeweiligen Verhandlungspunkt.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Die Wortbildung verbindet das Substantiv Kompromiss mit bereit. Der erste Bestandteil bezeichnet eine Vereinbarung durch gegenseitige Zugeständnisse, der zweite die entsprechende Bereitschaft. Das Adjektiv fasst somit bereit zu einem Kompromiss zusammen. Es beschreibt weder automatisch eine bereits gefundene Lösung noch deren Qualität.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Nora benennt ihren eigenen Wunsch, hört die Gegenargumente an und schlägt eine verkürzte Wanderung mit anschließendem Museumsbesuch vor. Ihr Verhalten zeigt Kompromissbereitschaft, weil sie einen Teil ihres Vorhabens aufgibt und zugleich an einer gemeinsamen Lösung arbeitet. Die Analyse kann anschließend prüfen, ob auch die anderen Beteiligten eigene Zugeständnisse machen.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Kompromissbereit in der Übersicht der Charaktereigenschaften