kriegstreiberisch

Auf einen Krieg hinwirkend oder zu kriegerischer Gewalt aufhetzend; eine deutlich abwertende Bewertung von Haltung, Rede oder Politik.

Was bedeutet kriegstreiberisch?

Kriegstreiberisch bezeichnet eine Haltung oder Tätigkeit, die auf Krieg hinwirkt oder andere dafür gewinnen soll. Eine Rede kann militärische Gewalt als erwünschten Ausweg darstellen, einen Gegner zum Feind erklären oder zur bewaffneten Auseinandersetzung aufrufen. Das Adjektiv enthält einen deutlichen Vorwurf. Es beschreibt nicht neutral jede Beschäftigung mit Krieg oder jedes militärische Thema.

Wichtig ist die Richtung des Handelns: Gemeint ist ein Antreiben oder Anheizen des Konflikts. Eine historische Darstellung von Schlachten oder eine Warnung vor einem Krieg ist deshalb nicht schon kriegstreiberisch. Auch die politische Bewertung einer konkreten Sicherheitsmaßnahme lässt sich nicht allein durch das Etikett entscheiden. Es muss erläutert werden, welche Äußerung oder Handlung nach Ansicht der beschreibenden Person einen Krieg fördert.

Gerade in politischen Streitigkeiten kann kriegstreiberisch selbst als Kampfwort dienen. Wird eine Person so bezeichnet, ist zunächst zu unterscheiden, wer den Vorwurf erhebt und welche Belege dafür vorliegen. In einer literarischen Analyse können eindeutige Aufrufe einer Figur die Deutung stützen. Eine allgemeine Abneigung gegen die Figur oder ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Lager genügt dafür nicht.

Drei Beispiele für kriegstreiberisch

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„In der erfundenen Szene hält der Berater eine kriegstreiberische Rede: Er fordert den Angriff und verspottet jeden Vorschlag zur Verständigung.“

Aufruf und Herabsetzung friedlicher Alternativen machen den Vorwurf am Text nachvollziehbar. Die Szene ist kein Urteil über eine reale Person.

„Die Figur nennt den Bericht kriegstreiberisch, obwohl dieser nur die Zerstörungen eines vergangenen Feldzugs schildert.“

Das Beispiel zeigt ein mögliches Missverständnis oder eine gezielte Anschuldigung. Kriegsdarstellung und Werbung für Krieg sind zu unterscheiden.

„Ob die Drohung kriegstreiberisch wirkt, diskutieren die Figuren gegensätzlich; die Erzählerin legt sich nicht fest.“

Der Satz hält mehrere Bewertungen sichtbar. Eine Analyse darf die umstrittene Zuschreibung nicht als bereits gesicherte Tatsache übernehmen.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Kriegerisch
Kann Kampfbereitschaft oder ein militärisches Geschehen bezeichnen. Kriegstreiberisch hebt das Hinwirken auf Krieg und die negative Bewertung dieses Handelns hervor.
Kämpferisch
Kann energisches, gewaltfreies Eintreten für eine Sache ausdrücken. Eine kämpferische Rede muss deshalb keine kriegstreiberische Rede sein.
Aggressiv
Ist weiter gefasst und kann auch Angriffe im persönlichen Umgang bezeichnen. Kriegstreiberisch bezieht die Vorwärtsbewegung ausdrücklich auf Krieg.

Schreibung und Grammatik

Kriegstreiberisch wird zusammengeschrieben. Formen sind ein kriegstreiberischer Aufruf, eine kriegstreiberische Haltung und kriegstreiberische Äußerungen. Das zugehörige Nomen lautet Kriegstreiber beziehungsweise Kriegstreiberin. Der erste Bestandteil enthält das Fugen-s wie in Kriegstreiber. In die Rede wirkt kriegstreiberisch wird eine Wirkung beschrieben; wer diese wahrnimmt und wodurch sie entsteht, kann ergänzt werden.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Die Bildung verbindet Kriegstreiber mit -isch. Das Substantiv bezeichnet eine Person, die zum Krieg aufhetzt. Treiber stellt dabei jemanden als antreibende Kraft dar. Die Zusammensetzung erklärt den Vorwurf, einen Konflikt voranzutreiben, und unterscheidet ihn von der bloßen Beteiligung an einem bereits bestehenden Krieg.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Der Berater fordert ausdrücklich einen Angriff und macht die Befürworter von Verhandlungen lächerlich. Seine Rede ist kriegstreiberisch. Die Analyse kann die Aufforderungen und ihre Wirkung auf die Zuhörenden untersuchen. Bleibt es hingegen bei der Anschuldigung einer gegnerischen Figur, muss diese Perspektive in der Formulierung erkennbar bleiben.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Kriegstreiberisch in der Übersicht der Charaktereigenschaften