redelustig

Gern und bereitwillig redend; mit Lust am Erzählen oder am Gespräch. Der Ausdruck bezeichnet keine besondere sprachliche Begabung.

Was bedeutet redelustig?

Redelustig beschreibt jemanden, der gern spricht und sich bereitwillig an Gesprächen beteiligt. Im Vordergrund steht die Lust am Reden: Eine Person beginnt von sich aus zu erzählen, bringt neue Themen ein oder hat Freude am Austausch. Duden kennzeichnet das Wort als selten. Häufiger begegnen je nach Zusammenhang Ausdrücke wie gesprächig oder redefreudig.

Die Bezeichnung kann eine allgemeine Neigung oder eine vorübergehende Stimmung meinen. Nach einem besonderen Erlebnis mag eine sonst stille Person ausgesprochen redelustig sein. Ob das Verhalten angenehm wirkt, entscheidet sich im Gespräch: Begeistertes Erzählen kann andere mitnehmen, ein ununterbrochener Redefluss kann sie aber auch übergehen. Die Bedeutung enthält noch kein fertiges Urteil darüber, wie aufmerksam jemand zuhört oder wie geschickt er sich ausdrückt.

Drei Beispiele für redelustig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Nach der Reise war der sonst ruhige Nachbar redelustig und erzählte beim Abendessen von jeder Station.“

Die Gesprächsfreude ist an einen bestimmten Anlass gebunden. Daraus muss keine dauerhafte Veränderung seines Wesens folgen.

„Die redelustige Besucherin brachte immer neue Geschichten mit und fragte zwischendurch nach den Erlebnissen der anderen.“

Hier verbindet sich die Lust am Erzählen mit Interesse am Gegenüber. Viel zu reden schließt Zuhören nicht aus.

„Er war redelustig, suchte aber häufig nach einer Formulierung und begann seine Sätze mehrfach neu.“

Sprechfreude und sprachliche Gewandtheit sind verschiedene Eigenschaften. Der Wunsch zu erzählen garantiert keinen mühelosen Ausdruck.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Redegewandt
Bezeichnet Geschicklichkeit im Sprechen. Eine redelustige Person muss sich nicht besonders sicher oder treffend ausdrücken.
Redselig
Liegt bedeutungsmäßig sehr nahe, betont aber oft die Menge des Redens und kann einen kritischen Unterton tragen. Eine feste Grenze besteht nicht.
Mitteilungsbedürftig
Betont das Bedürfnis, anderen etwas mitzuteilen. Redelustig kann stärker die Freude am Sprechen als die Dringlichkeit des Mitteilens hervorheben.

Schreibung und Grammatik

Redelustig wird in einem Wort geschrieben: ein redelustiger Gast, eine redelustige Runde und redelustiges Erzählen. Die Steigerung lautet redelustiger, am redelustigsten. Das zugehörige Substantiv Redelust benennt die Lust am Reden. In heute ist sie besonders redelustig bleibt das Adjektiv ungebeugt. Das Wort bedeutet nicht, dass das Erzählte zwangsläufig lustig ist.

Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Die Wortbildung ist über Rede und Lust beziehungsweise -lustig verständlich. Der Bestandteil -lustig drückt hier eine Neigung oder Bereitschaft aus. Er verweist nicht notwendig auf Humor: Auch ein ernstes Gespräch kann mit großer Redelust geführt werden. Wer den Ausdruck verwendet, beschreibt somit zunächst das Verhältnis zum Sprechen, nicht die heitere oder traurige Färbung des Gesprächsinhalts.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Nach ihrer Reise greift die Figur jedes Stichwort auf und führt es zu einer neuen Erinnerung weiter. Diese Szene zeigt sie redelustig. Ob sie daneben rücksichtsvoll oder aufdringlich wirkt, lässt sich an ihren Reaktionen auf die anderen Figuren untersuchen. Eine hilfreiche Deutung nennt den Anlass der Gesprächsfreude und unterscheidet ihn von einer durchgehend beobachtbaren Neigung.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Redelustig in der Übersicht der Charaktereigenschaften