resigniert

Entmutigt und ohne Hoffnung auf eine Änderung; sich in etwas fügend oder einen Plan aufgebend, weil weitere Bemühungen aussichtslos erscheinen.

Was bedeutet resigniert?

Resigniert beschreibt einen Zustand, in dem jemand keine Aussicht mehr sieht, etwas zum Besseren zu verändern. Die Person lässt einen Plan fallen, fügt sich in die Lage oder reagiert ohne die frühere Zuversicht. Häufig gehen Misserfolge oder Enttäuschungen voraus. Das Wort kann sich auf eine Person und ebenso auf einen Blick, eine Geste oder eine Antwort beziehen, in denen dieses Aufgeben zum Ausdruck kommt.

Nicht jeder Rückzug ist Resignation. Eine Pause kann Kräfte schonen, das Ende eines Vorhabens kann gut begründet sein, und eine ruhige Reaktion kann von Gelassenheit zeugen. Resigniert wird die Haltung insbesondere dann, wenn Entmutigung und verlorene Hoffnung erkennbar sind. Auch ein resignierter Moment macht aus einem Menschen nicht zwangsläufig eine dauerhaft passive Person. In einer Erzählung kann gerade der Wechsel zwischen Aufgeben und neuem Versuch wichtig sein.

Drei Beispiele für resigniert

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Nach der fünften unbeantworteten Nachfrage legte sie den Brief resigniert beiseite und sagte, niemand werde ihn je lesen.“

Geste und Äußerung stützen gemeinsam die Deutung. Das bloße Ablegen eines Briefs wäre als Beleg zu wenig.

„Er wirkte zunächst resigniert, griff den Vorschlag eines Freundes am nächsten Morgen aber wieder auf.“

Der Zustand ist zeitlich begrenzt. Die spätere Handlung zeigt eine erneuerte Bereitschaft, etwas zu versuchen.

„Sie beendete die aussichtslose Planung nicht resigniert, sondern erleichtert und mit einer neuen Idee.“

Die Handlung des Aufgebens kann verschiedene Beweggründe haben. Hier fehlen Entmutigung und der Verlust jeder weiteren Möglichkeit.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Resignativ
Beschreibt eine durch Resignation geprägte Haltung oder Wirkung. Resigniert liegt sehr nahe, lässt sich aber besonders unmittelbar auf den Zustand einer Person beziehen.
Traurig
Benennt ein Gefühl. Ein trauriger Mensch kann weiterhin hoffen und handeln; resigniert hebt den Verlust von Zuversicht und das Aufgeben hervor.
Gelassen
Betont ruhigen Umgang mit einer Situation. Resignierte Ruhe entsteht dagegen aus dem Eindruck, ohnehin nichts ändern zu können; die äußere Ähnlichkeit reicht nicht für dieselbe Deutung.

Schreibung und Grammatik

Resigniert wird mit gn und der Endung -iert geschrieben. Formen sind ein resignierter Blick, eine resignierte Antwort und resigniertes Schweigen. Das Wort ist zugleich das Partizip II von resignieren: Sie hat resigniert. Im Präsens lautet eine Verbform er resigniert. In er wirkt resigniert wird dagegen sein Zustand beschrieben. Das Substantiv heißt Resignation.

Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Duden führt resignieren auf lateinisch resignare zurück und nennt Bedeutungen wie Entsiegeln, Ungültigmachen und Verzichten. Das Verb ist im Deutschen seit dem 14. Jahrhundert belegt. Resigniert ist die dazugehörige Partizipform.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur beendet ihre Nachfragen mit der Erklärung, jede Antwort sei ohnehin ausgeschlossen. Sie erscheint in diesem Moment resigniert. Eine genaue Analyse verbindet das beobachtbare Verhalten mit dieser Äußerung und dem vorausgehenden Verlauf. Sie sollte weder aus einem stillen Gesichtsausdruck eine innere Gewissheit machen noch der Figur pauschal mangelnden Willen vorwerfen.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Resigniert in der Übersicht der Charaktereigenschaften