robust
Kräftig, widerstandsfähig und wenig empfindlich; bei Menschen körperlich oder im übertragenen Sinn durch Schwierigkeiten nicht leicht erschütterbar.
Was bedeutet robust?
Robust beschreibt eine Stärke, die Beanspruchungen standhält. Bei Menschen kann damit die körperliche Verfassung gemeint sein; im übertragenen Gebrauch erscheint jemand wenig empfindlich gegenüber Störungen oder Rückschlägen. Bei Dingen bezeichnet robust ihre Widerstandsfähigkeit im Gebrauch. Ein robuster Tisch und ein robuster Mensch teilen damit eine Vorstellung von Belastbarkeit, werden aber nicht nach demselben Maßstab beurteilt.
Robust bedeutet nicht unverwundbar oder ohne Gefühle. Wer eine scharfe Bemerkung gelassen aufnimmt, kann in einer anderen Situation durchaus verletzt sein. Ebenso lässt sich aus kräftigem Aussehen keine umfassende Aussage über die Gesundheit ableiten. Daneben gibt es fachliche Verwendungen, etwa robustes Mandat im militärischen Sprachgebrauch. Diese betreffen Handlungsmöglichkeiten und dürfen nicht mit einer Charakterbeschreibung vermischt werden.
Drei Beispiele für robust
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die robuste Tasche überstand den täglichen Transport schwerer Bücher ohne sichtbare Schäden.“
Gemeint ist die Strapazierfähigkeit eines Gegenstands. Die Verwendung enthält keine Aussage über menschliches Verhalten.
„Nach der misslungenen Probe nahm sie die Kritik auf, änderte den Ablauf und ließ sich nicht entmutigen; sie wirkte robust.“
Das Wort beschreibt im Beispiel den Umgang mit einer Schwierigkeit. Es behauptet nicht, dass sie grundsätzlich nichts verletzen kann.
„Der Erzähler nennt ihn körperlich robust, zeigt ihn im Streit aber als empfindlich.“
Beide Beobachtungen können nebeneinanderstehen. Die Einschränkung körperlich verhindert eine unpassende Übertragung auf seine Gefühle.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Resilient
- Wird bei Menschen besonders für den Umgang mit erheblichen Belastungen verwendet. Robust ist breiter und kann ebenso körperliche Kraft oder die Haltbarkeit eines Gegenstands bezeichnen.
- Gefühllos
- Bewertet fehlendes Mitgefühl oder Empfinden. Robustheit sagt für sich genommen nichts darüber, wie ernst jemand die Gefühle anderer nimmt.
- Belastbar
- Betont, dass jemand oder etwas einer bestimmten Beanspruchung standhält. Robust lässt oft eine allgemeiner wirkende Stärke anklingen; die Wörter überschneiden sich.
Schreibung und Grammatik
Robust wird mit einfachem b und der Endung -ust geschrieben. Formen sind ein robuster Mensch, eine robuste Konstruktion und robustes Material. Die Steigerung lautet robuster, am robustesten. Das Nomen Robustheit wird großgeschrieben. Ergänzungen wie körperlich robust oder gegenüber Kritik robust grenzen ein, worauf sich die Einschätzung bezieht.
Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Duden nennt französisch robuste und lateinisch robustus. Die lateinische Wortfamilie gehört zu robur, unter anderem Kernholz, Eiche und Kraft. Die ursprüngliche Vorstellung festen Holzes macht die übertragene Bedeutung von Stärke anschaulich. Im heutigen Satz entscheidet dennoch der Zusammenhang, welche Widerstandsfähigkeit gemeint ist.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur lässt sich durch eine misslungene Aufführung nicht dauerhaft vom gemeinsamen Vorhaben abbringen und arbeitet an einer Verbesserung. In dieser Hinsicht zeigt sie sich robust. Eine Analyse sollte den konkreten Rückschlag und ihre Reaktion benennen, statt ihr pauschal eine unerschütterliche Natur zuzuschreiben.
Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
