schroff

Im Umgang knapp, hart und unhöflich abweisend; außerdem für steil zerklüftetes Gelände oder einen unvermittelten, starken Gegensatz verwendbar.

Was bedeutet schroff?

Schroff wirkt eine Person, wenn sie ihr Gegenüber mit wenigen, harten Worten abweist. Eine Bitte wird etwa ohne Erklärung abgewehrt oder ein Gespräch unvermittelt beendet. Der Ausdruck kritisiert dabei besonders die Form des Umgangs. Er sagt nicht von selbst, ob die inhaltliche Ablehnung berechtigt ist. Man kann einen guten Grund haben, Nein zu sagen, und diesen trotzdem schroff ausdrücken.

Außerhalb zwischenmenschlicher Situationen bezeichnet schroff sehr steiles und zerklüftetes Gelände. Auch eine plötzliche Wendung oder ein starker Gegensatz kann so genannt werden. Diese Bedeutungen teilen den Eindruck eines harten Übergangs, sind aber nicht gleichzusetzen. Eine schroffe Felswand ist nicht unfreundlich; ein schroffer Gegensatz besteht auch ohne einen persönlichen Streit. Bei einer Figurenbeschreibung muss deshalb klar sein, ob der Ton, die Handlung oder eine Veränderung gemeint ist.

Drei Beispiele für schroff

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Er wies ihre Bitte schroff zurück, schob die Unterlagen wortlos beiseite und wandte sich sofort dem nächsten Besucher zu.“

Die Kombination aus knapper Abweisung und abruptem Abbruch macht den Umgang hart. Die Szene erklärt noch nicht, weshalb die Bitte abgelehnt wurde.

„Zwischen ihrer freundlichen Zusage und der späteren Weigerung bestand ein schroffer Gegensatz.“

Das Wort beschreibt den starken Bruch zwischen zwei Aussagen. Es muss sich dabei nicht auf den Ton einer bestimmten Äußerung beziehen.

„Hinter der Wiese stieg eine schroffe Felswand auf, deren Rinnen kaum einen gangbaren Weg erkennen ließen.“

Hier liegt die landschaftliche Bedeutung vor. Steilheit und Zerklüftung bestimmen den Eindruck.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Bestimmt
Kann eine klare und feste Haltung bezeichnen, ohne Unhöflichkeit einzuschließen. Eine bestimmte Absage darf zugleich freundlich erklärt werden.
Schnippisch
Enthält häufig eine kurze sprachliche Spitze. Eine schroffe Abweisung kann ohne Spott oder Schlagfertigkeit bloß hart und unvermittelt ausfallen.
Schonungslos
Betont fehlende Rücksicht oder Abmilderung. Schroff beschreibt besonders die abweisende Form und den harten Übergang im Umgang.

Schreibung und Grammatik

Schroff wird mit ff geschrieben: ein schroffer Ton, eine schroffe Absage, schroffes Verhalten. Die Steigerung lautet schroffer, am schroffsten. In sie antwortet schroff steht das Adjektiv adverbial; in ihre Antwort ist schroff prädikativ. Das Substantiv lautet Schroffheit. Eine Ergänzung wie schroff gegenüber den Besuchern grenzt ein, auf welches Verhältnis die Beschreibung zielt.

Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Duden erklärt schroff als Rückbildung aus mittelhochdeutsch schrof(fe) beziehungsweise schrove, der Wortfamilie von Schrofen. Als ursprüngliche Bedeutungen nennt der Eintrag rau und steil. Der landschaftliche Sinn ist bis heute lebendig und steht neben den übertragenen Verwendungen für Umgangsformen und starke Gegensätze.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Ohne auf die Frage einzugehen, schiebt Vera die Unterlagen zurück und beendet das Gespräch mit einem knappen Befehl. Sie verhält sich gegenüber dem Besucher schroff. Der Beleg betrifft die erkennbare Umgangsweise. Ob ihre Ablehnung sachlich gerechtfertigt ist oder aus persönlicher Abneigung entsteht, muss die Analyse anhand weiterer Informationen klären.

Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Schroff in der Übersicht der Charaktereigenschaften