sexistisch

Menschen wegen ihres Geschlechts abwertend, benachteiligend oder auf untergeordnete Rollen festlegend; auf Sexismus beruhend.

Was bedeutet sexistisch?

Sexistisch heißt, dass eine Äußerung, Haltung oder Handlung auf Sexismus beruht. Dabei werden Menschen wegen ihres Geschlechts geringer bewertet, benachteiligt oder einer als selbstverständlich dargestellten Rangordnung unterworfen. Das kann ausdrücklich geschehen, etwa indem jemand einem Geschlecht grundsätzlich bestimmte Fähigkeiten abspricht. Es kann auch in unterschiedlichen Maßstäben sichtbar werden: Dasselbe Verhalten wird bei einer Person anerkannt und bei einer anderen allein wegen ihres Geschlechts missbilligt.

Das Wort benennt somit einen bestimmten Zusammenhang zwischen Bewertung und Geschlecht. Nicht jede unfreundliche Bemerkung ist deshalb sexistisch; der geschlechtsbezogene Gehalt muss erkennbar sein. Umgekehrt können auch scheinbar freundliche Aussagen eine solche Rangordnung enthalten, etwa wenn angebliches Lob dazu dient, Menschen bestimmte Aufgaben grundsätzlich abzusprechen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Ausdruck eine deutliche Kritik. Die sprachliche Einordnung einer Aussage ersetzt keine gesonderte rechtliche Bewertung.

Drei Beispiele für sexistisch

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die Figur äußert sich sexistisch, als sie der erfahrenen Kollegin allein wegen ihres Geschlechts die Fähigkeit zur Leitung abspricht.“

Die Abwertung richtet sich ausdrücklich nach dem Geschlecht und übergeht die tatsächliche Erfahrung. Dieser Zusammenhang trägt die Bezeichnung.

„Seine sexistische Doppelmoral zeigt sich darin, dass er Durchsetzungsstärke bei Männern lobt und dasselbe Verhalten bei Frauen grundsätzlich verurteilt.“

Nicht unterschiedliche Einzelfälle, sondern der wechselnde Maßstab bei gleichem Verhalten wird beschrieben.

„Der Erzähler entlarvt die vermeintlich fürsorgliche Bemerkung als sexistisch: Mit dem angeblichen Schutz begründet die Figur, warum Frauen über ihre eigenen Vorhaben nicht entscheiden dürften.“

Der freundliche Ton verdeckt eine unterordnende Rollenverteilung. Entscheidend ist, welche Selbstbestimmung der Aussage zufolge verweigert werden soll.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Sexuell
Bezieht sich auf Sexualität. Ein sexueller Inhalt ist nicht allein deshalb sexistisch; umgekehrt kann eine sexistische Aussage berufliche Fähigkeiten betreffen und ohne sexuellen Inhalt auskommen.
Vorurteilsbehaftet
Ist der weitere Ausdruck für Urteile, die Menschen ungeprüft einer Gruppe zuordnen. Sexistisch benennt gezielt den Bezug auf Geschlecht und dessen abwertende oder benachteiligende Bewertung.
Unhöflich
Beschreibt einen Verstoß gegen respektvolle Umgangsformen. Sexistisch erklärt darüber hinaus die geschlechtsbezogene Art der Herabsetzung; ein höflicher Wortlaut schließt sie nicht aus.

Schreibung und Grammatik

Sexistisch wird zusammengeschrieben und kleingeschrieben: ein sexistischer Kommentar, eine sexistische Haltung, sexistisches Verhalten. Die Worttrennung lautet se-xis-tisch. In sie argumentiert sexistisch wird das Adjektiv adverbial gebraucht; in die Aussage ist sexistisch steht es prädikativ. Zur Wortfamilie gehören Sexismus sowie Sexist und Sexistin. Bei einem Vergleich kann man von einer noch stärker sexistischen Darstellung sprechen und anschließend erläutern, worin die Steigerung besteht.

Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Sexistisch gehört als Adjektiv zu Sexismus. Duden führt das Substantiv auf englisch sexism zurück. Die Verbindung der beiden deutschen Wörter ist unmittelbar: Das Adjektiv beschreibt eine Haltung oder Erscheinung, in der sich Sexismus ausdrückt. Der Bestandteil Sex- ist hier im Zusammenhang mit der geschlechtsbezogenen Bewertung zu verstehen; das erklärt, weshalb sexistisch und sexuell unterschiedliche Bedeutungen haben.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Obwohl Mira nachweislich die meiste Erfahrung besitzt, lehnt Hagen ihre Leitung mit einer allgemeinen Behauptung über Frauen ab. Seine Begründung ist sexistisch. Die Analyse nennt den Maßstab und zeigt, wie er auf die Figur angewandt wird. Stammt die Behauptung aus Figurenrede, muss sie dieser Figur zugeordnet werden; sie ist nicht automatisch eine Aussage des Erzählers oder des gesamten Werkes.

Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Sexistisch in der Übersicht der Charaktereigenschaften