starrköpfig
Hartnäckig an der eigenen Auffassung oder Absicht festhaltend und für Einwände kaum zugänglich; meist abwertend.
Was bedeutet starrköpfig?
Wer starrköpfig ist, lässt sich von einer einmal gefassten Meinung oder einem Vorhaben nur schwer abbringen. Das Wort enthält meist einen Vorwurf: Die betreffende Person hält auch dann daran fest, wenn andere verständliche Gründe für eine Änderung nennen. Im Vordergrund steht ihre mangelnde Bereitschaft, sich auf diese Gründe einzulassen. Beharrlichkeit allein reicht für diese Bewertung noch nicht aus.
Das Urteil hängt allerdings auch vom Standpunkt des Sprechers ab. Ein Vorgesetzter kann einen berechtigten Widerspruch als starrköpfig abtun, weil er Gehorsam erwartet. Deshalb sollte der Zusammenhang erkennen lassen, welche Einwände es gab und wie die Person darauf reagierte. Ein starrköpfiger Mensch benennt eine vermeintlich dauerhafte Eigenschaft; eine starrköpfige Weigerung bewertet zunächst nur eine einzelne Reaktion. Das Adjektiv wird gewöhnlich abwertend gebraucht, kann in vertrauter Rede aber auch mit nachsichtiger Zuneigung verbunden sein.
Drei Beispiele für starrköpfig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Obwohl die Brücke gesperrt war, bestand er starrköpfig auf seiner üblichen Strecke.“
Die Sperrung ist ein konkreter Grund zum Umplanen. Seine Weigerung, diesen Umstand zu berücksichtigen, trägt hier die negative Bewertung.
„Ihre Mutter nannte sie starrköpfig, weil sie die vereinbarte Ruhezeit auch gegenüber den Erwachsenen verteidigte.“
Hier ist das Wort ein Urteil der Mutter. Der Satz lässt offen, ob die Tochter unvernünftig handelt oder lediglich auf einer nachvollziehbaren Vereinbarung besteht.
„Nach ihrer starrköpfigen Ablehnung hörte sie sich den Vorschlag am nächsten Morgen doch noch an.“
Das Adjektiv gilt der ersten Reaktion. Die spätere Gesprächsbereitschaft spricht dagegen, daraus ohne Weiteres einen unveränderlichen Charakterzug abzuleiten.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Standhaft
- Standhaftigkeit hebt das Durchhalten gegen Druck oder Versuchung hervor und wird häufig anerkennend bewertet. Starrköpfigkeit stellt dagegen die fehlende Offenheit für Gegenargumente heraus.
- Starrsinnig
- Starrsinnig und starrköpfig können denselben hartnäckigen Eigensinn bezeichnen. Eine feste Grenze nach Anlass oder Stärke lässt sich zwischen beiden nicht ziehen.
- Eigenwillig
- Eine eigenwillige Person folgt eigenen Vorstellungen und kann dabei ungewöhnliche Lösungen finden. Dass sie andere Gründe grundsätzlich abwehrt, ist damit noch nicht gesagt.
Schreibung und Grammatik
Das Adjektiv lautet starrköpfig; die Steigerungsformen sind starrköpfiger und am starrköpfigsten. Attributiv wird es gebeugt: ein starrköpfiger Nachbar, eine starrköpfige Antwort. In Er ist starrköpfig steht es prädikativ, in Er beharrt starrköpfig auf seinem Plan adverbial. Die Verbindung auf etwas beharren verlangt den Dativ: auf seinem Standpunkt. Das zugehörige Substantiv heißt Starrköpfigkeit.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Starrköpfig ist aus dem Substantiv Starrkopf und der Endung -ig gebildet; dabei wird Kopf zu köpfig umgelautet. Der Kopf steht in diesem Personenwort bildlich für den eigenen Willen und die eigene Auffassung. Die Wortbildung erklärt das Bild eines Menschen, der sich innerlich nur schwer bewegen lässt.
Verwendung in einer Charakterisierung
Für eine Charakterisierung ist die Reaktion auf einen nachvollziehbaren Einwand besonders aufschlussreich. Ein eigener Beleg könnte lauten: Als die anderen auf den Zeitfehler in seinem Plan hinweisen, wiederholt Levin lediglich seine Forderung. Er wirkt hier starrköpfig, weil er den Einwand weder prüft noch beantwortet. Wird die Figur nur von einer anderen Person so genannt, sollte deren Perspektive kenntlich bleiben. Ein im Konflikt ausgesprochenes Schimpfwort ersetzt die Beobachtung ihres Verhaltens nicht.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
