strebsam

Sich ausdauernd und zielgerichtet um die eigene Bildung, Entwicklung oder das schulische und berufliche Fortkommen bemühend.

Was bedeutet strebsam?

Ein strebsamer Mensch bemüht sich mit Fleiß und Zielstrebigkeit um seine Entwicklung oder sein Fortkommen. Besonders häufig bezieht sich das Wort auf Lernen, Ausbildung und Beruf. Es hebt eine beständige Bereitschaft hervor, sich anzustrengen, Kenntnisse zu erweitern und auf ein Ziel hinzuarbeiten. Gewöhnlich ist die Bezeichnung anerkennend gemeint.

Strebsam beschreibt vor allem den Einsatz, nicht einen bereits erreichten Rang oder Erfolg. Wer trotz Schwierigkeiten weiterlernt, kann sehr strebsam sein, auch wenn gute Ergebnisse noch ausbleiben. Ebenso ist nicht zwingend ein Wettbewerb mit anderen gemeint. Eine Person kann ihre Fähigkeiten verbessern wollen und zugleich andere unterstützen. Ein Text kann Strebsamkeit dennoch kritisch beleuchten, etwa wenn sie mit übermäßiger Anpassung verbunden wird. Diese zusätzliche Bewertung muss aus dem Kontext hervorgehen und steckt nicht automatisch im Adjektiv.

Drei Beispiele für strebsam

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die strebsame Auszubildende übte die schwierigen Handgriffe regelmäßig, bis sie sie sicher beherrschte.“

Das wiederholte Üben und das konkrete Lernziel tragen die Beschreibung. Im Vordergrund steht die Entwicklung ihrer Fähigkeiten.

„Er war strebsam, obwohl ihm die erste Prüfung misslang, und arbeitete seine Wissenslücken systematisch auf.“

Der Misserfolg widerlegt den Einsatz nicht. Strebsamkeit zeigt sich hier gerade im fortgesetzten Bemühen um Verbesserung.

„Die Geschwister lernten strebsam für ihre Abschlüsse und erklärten einander die schwierigen Themen.“

Zielgerichtetes Arbeiten und gegenseitige Hilfe bestehen nebeneinander. Das Wort setzt weder Egoismus noch Konkurrenz voraus.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Streberhaft
Streberhaft bewertet das Erfolgsstreben als unangenehm oder egoistisch. Strebsam enthält diesen Vorwurf gewöhnlich nicht und ist deshalb für eine anerkennende Beschreibung passender.
Fleißig
Fleißig betont den Arbeitseinsatz. Strebsam stellt deutlicher den Zusammenhang mit einem Ziel und dem eigenen Fortkommen her.
Begabt
Begabung bezeichnet eine besondere Anlage oder Fähigkeit. Strebsamkeit betrifft die Anstrengung; eine begabte Person muss nicht strebsam sein und umgekehrt.

Schreibung und Grammatik

Die Formen lauten strebsam, strebsamer, am strebsamsten. Attributiv kann man von einem strebsamen Schüler oder einer strebsamen Mitarbeiterin sprechen. In Sie ist strebsam steht das Wort prädikativ, in Sie arbeitet strebsam an ihrer Weiterbildung adverbial. Das Substantiv Strebsamkeit bezeichnet die Eigenschaft. Zum selben Wortfeld gehört nach etwas streben, etwa nach einer besseren Ausbildung.

Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Strebsam ist aus dem Stamm des Verbs streben und der Endung -sam gebildet. Das Verb trägt die Vorstellung eines auf etwas gerichteten Bemühens. Die Ableitung benennt daraus eine entsprechende Haltung oder wiederkehrende Art des Handelns. Die ähnlich klingende Bildung streberhaft hat zwar denselben weiteren Wortzusammenhang, entwickelt über Streber aber eine andere Wertung.

Verwendung in einer Charakterisierung

Ein eigener Charakterisierungsbeleg wäre: Nach der Arbeit nimmt Karim regelmäßig am Abendkurs teil und bereitet die Übungen sorgfältig vor. Er zeigt sich strebsam, weil er über längere Zeit gezielt an seiner Weiterbildung arbeitet. Die Zeitspanne und das wiederholte Verhalten sind aussagekräftiger als ein einzelner eifriger Nachmittag. Soll die Analyse auch seinen Ehrgeiz oder seine Anpassungsbereitschaft bewerten, muss sie diese Aspekte gesondert am Text belegen.

Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Strebsam in der Übersicht der Charaktereigenschaften