temperamentvoll
Temperamentvoll ist, wer sich lebhaft, mit Schwung und deutlich sichtbaren Gefühlen ausdrückt oder beteiligt.
Was bedeutet temperamentvoll?
Temperamentvolle Menschen zeigen ihre Beteiligung häufig in Stimme, Gestik und Bewegung. Sie erzählen mit wechselnder Betonung, reagieren lebhaft oder gehen mit viel Energie an eine Sache heran. Das Wort kann auch eine Darbietung oder Musik beschreiben, die diesen Eindruck hervorruft.
Temperamentvoll bedeutet nicht automatisch laut, unbeherrscht oder streitsüchtig. Eine Person kann starke Gefühle zeigen und zugleich aufmerksam auf andere reagieren. Entscheidend ist außerdem die Situation: Jemand kann beim Tanzen temperamentvoll sein und in einem Gespräch ruhig auftreten. Das Wort begründet keine pauschalen Zuschreibungen an Geschlechter, Herkunftsgruppen oder ganze Bevölkerungen.
Beispiele und Verwendung
Die temperamentvolle Erzählerin wechselte zwischen leisen Spannungsmomenten und begeisterten Ausrufen.
So ist es gemeint: Lebhaftigkeit entsteht hier durch Ausdrucksvielfalt und nicht durch dauerhaft hohe Lautstärke.
Er vertrat seinen Vorschlag temperamentvoll, ließ die anderen aber ausreden.
So ist es gemeint: Starke Beteiligung und respektvolle Gesprächsführung sind miteinander vereinbar.
Die Gruppe spielte das Stück in einer temperamentvollen Fassung mit deutlichen rhythmischen Akzenten.
So ist es gemeint: Das Adjektiv bewertet die Wirkung der musikalischen Darbietung und keine feste Persönlichkeit.
Typische Verbindungen: temperamentvoll erzählen, temperamentvoll auftreten, ein temperamentvoller Mensch, eine temperamentvolle Darbietung
Synonyme und Bedeutungsunterschiede
- lebhaft
- Ist sehr nah und kann Bewegung, Ausdruck oder Beteiligung allgemein bezeichnen. Temperamentvoll hebt den Schwung und gefühlsbetonten Ausdruck stärker hervor.
- impulsiv
- Betont ein rasches Handeln aus einem unmittelbaren Antrieb heraus. Temperamentvolles Auftreten kann durchaus überlegt sein.
- leidenschaftlich
- Bezeichnet eine intensive Hingabe oder starke Gefühle für etwas. Diese können auch eher still ausgedrückt werden.
Temperamentlos, ausdrucksarm oder verhalten können Gegensätze bilden. Beherrscht ist kein zwingendes Gegenteil.
Temperamentvoll in einer Charakterisierung
Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.
Beispielsituation
Bei einer Theaterprobe erklärt Yara ihre Idee mit lebhaften Bewegungen und spielt zwei Rollen spontan vor. Als ein Mitspieler eine andere Lösung vorschlägt, hört sie zu und setzt dessen Einfall ebenso schwungvoll um.
- Beobachtung: Yara zeigt lebhafte Gestik, ausdrucksstarkes Spiel und anhaltende Energie. Zugleich reagiert sie auf den Mitspieler.
- Deutung: Ihr Verhalten wirkt temperamentvoll, ohne dass es als mangelnde Selbstkontrolle gedeutet werden muss.
- Grenze der Aussage: Die Probe zeigt ihre künstlerische Beteiligung; wie sie in anderen Lebensbereichen reagiert, bleibt offen.
Musterformulierung
Yara tritt in der Probe temperamentvoll auf. Ihre lebhaften Bewegungen und das ausdrucksstarke Vorspielen machen ihre Begeisterung unmittelbar sichtbar. Dass sie den Vorschlag des Mitspielers aufnimmt, zeigt zugleich, dass ihr Schwung die Zusammenarbeit nicht ausschließt. Die Eigenschaft wird damit an ihrer konkreten Beteiligung am Spiel erkennbar.
Der Absatz belegt die Lebhaftigkeit durch beobachtbare Ausdrucksmittel und berücksichtigt den Umgang mit anderen. So wird temperamentvoll nicht mit unbeherrscht verwechselt.
Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.
Grammatik und richtige Schreibweise
- Wortart
- Adjektiv (Eigenschaftswort)
- Worttrennung
- tem·pe·ra·ment·voll
- Verwandtes Nomen
- das Temperament
Temperamentvoll wird zusammengeschrieben; voll behält sein Doppel-l. Die Vergleichsformen lauten temperamentvoller und am temperamentvollsten. Vor einem Nomen heißt es eine temperamentvolle Darstellerin.
Beugung: Welche Endung passt?
Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | temperamentvoller | temperamentvolle | temperamentvolles | temperamentvolle |
| Genitiv | temperamentvollen | temperamentvoller | temperamentvollen | temperamentvoller |
| Dativ | temperamentvollem | temperamentvoller | temperamentvollem | temperamentvollen |
| Akkusativ | temperamentvollen | temperamentvolle | temperamentvolles | temperamentvolle |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der temperamentvolle | die temperamentvolle | das temperamentvolle | die temperamentvollen |
| Genitiv | des temperamentvollen | der temperamentvollen | des temperamentvollen | der temperamentvollen |
| Dativ | dem temperamentvollen | der temperamentvollen | dem temperamentvollen | den temperamentvollen |
| Akkusativ | den temperamentvollen | die temperamentvolle | das temperamentvolle | die temperamentvollen |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein temperamentvoller | eine temperamentvolle | ein temperamentvolles | keine temperamentvollen |
| Genitiv | eines temperamentvollen | einer temperamentvollen | eines temperamentvollen | keiner temperamentvollen |
| Dativ | einem temperamentvollen | einer temperamentvollen | einem temperamentvollen | keinen temperamentvollen |
| Akkusativ | einen temperamentvollen | eine temperamentvolle | ein temperamentvolles | keine temperamentvollen |
Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.
Wortbildung und Herkunft
Das Wort verbindet Temperament und voll. Hier ist Temperament in der Bedeutung von Lebhaftigkeit, Schwung und leicht sichtbar werdender Erregung gemeint. Die Wortbildung verstärkt diesen Bedeutungszug.
