unerschrocken

Unerschrocken: Sich durch Gefahr, Drohung oder einschüchternde Umstände nicht vom Handeln abbringen lassend.

Was bedeutet unerschrocken?

Unerschrocken beschreibt einen mutigen Umgang mit etwas Bedrohlichem. Eine Person tritt für jemanden ein, spricht einen mächtigen Gegner an oder beginnt eine schwierige Aufgabe, obwohl der Anlass andere abschrecken könnte.

Das Wort beweist nicht, dass die Figur innerlich keinerlei Angst empfindet. Unerschrockenes Handeln kann trotz Angst erfolgen. Ebenso sollte Mut nicht mit Leichtsinn gleichgesetzt werden: Ob die Gefahr bedacht und ein angemessener Weg gewählt wird, gehört zur weiteren Bewertung.

Auf den PunktUnerschrocken zeigt sich im Handeln angesichts einer Bedrohung. Angstfreiheit ist dafür nicht zwingend.

Beispiele und Verwendung

Unerschrocken widersprach sie dem einflussreichen Redner.

So ist es gemeint: Die einschüchternde Stellung hält sie nicht von ihrem Einwand ab.

Sein unerschrockenes Eingreifen beendete das öffentliche Verspotten.

So ist es gemeint: Das Handeln richtet sich gegen eine erkennbare Belastung.

Sie bereitete sich sorgfältig vor und trat dann unerschrocken auf.

So ist es gemeint: Vorsorge und Mut sind vereinbar.

Typische Verbindungen: unerschrocken auftreten, unerschrocken widersprechen, ein unerschrockener Einsatz, unerschrockener Mut.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

mutig
Ist ein weiter Oberbegriff für Handeln trotz Gefahr oder Unsicherheit.
furchtlos
Betont stärker das Fehlen oder geringe Ausmaß von Furcht.
waghalsig
Bewertet das Eingehen großer Risiken, häufig kritisch.

Ängstlich oder eingeschüchtert können Gegensätze sein. Vorsichtig steht nicht notwendig im Gegensatz zu unerschrocken.

Unerschrocken in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte verspottet ein beliebter Gruppenleiter einen neuen Teilnehmer. Jasmin bemerkt, dass mehrere Anwesende schweigen, und fordert den Leiter ruhig auf, die Bemerkungen zu unterlassen. Als er sie ebenfalls lächerlich machen will, wiederholt sie ihre Grenze und bittet den Betroffenen, neben ihr Platz zu nehmen.

  1. Beobachtung: Jasmin spricht trotz des sozialen Einflusses des Leiters gegen das Verspotten und hält ihren Einwand aufrecht.
  2. Deutung: Sie handelt unerschrocken, weil die einschüchternde Reaktion sie nicht zum Rückzug bringt.
  3. Grenze der Aussage: Der Text zeigt ihr Verhalten, aber nicht vollständige Angstfreiheit. Zudem belegt die Szene Mut in dieser konkreten sozialen Lage.

Musterformulierung

Jasmin tritt dem Gruppenleiter unerschrocken entgegen. Sie benennt die Grenze des Spottes und hält daran fest, obwohl er auch sie angreift. Dass sie den neuen Teilnehmer zu sich bittet, verbindet ihren Widerspruch mit einer konkreten unterstützenden Handlung.

Der Absatz nennt die Bedrohung und die Handlung, an der der Mut sichtbar wird, ohne innere Gefühle zu erfinden.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·er·schro·cken
Verwandtes Nomen
die Unerschrockenheit

Unerschrocken wird mit ck geschrieben. Es heißt ein unerschrockenes Auftreten und mit unerschrockener Haltung.

Grundformunerschrocken
Komparativunerschrockener
Superlativam unerschrockensten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunerschrockenerunerschrockeneunerschrockenesunerschrockene
Genitivunerschrockenenunerschrockenerunerschrockenenunerschrockener
Dativunerschrockenemunerschrockenerunerschrockenemunerschrockenen
Akkusativunerschrockenenunerschrockeneunerschrockenesunerschrockene
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unerschrockenedie unerschrockenedas unerschrockenedie unerschrockenen
Genitivdes unerschrockenender unerschrockenendes unerschrockenender unerschrockenen
Dativdem unerschrockenender unerschrockenendem unerschrockenenden unerschrockenen
Akkusativden unerschrockenendie unerschrockenedas unerschrockenedie unerschrockenen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unerschrockenereine unerschrockeneein unerschrockeneskeine unerschrockenen
Genitiveines unerschrockeneneiner unerschrockeneneines unerschrockenenkeiner unerschrockenen
Dativeinem unerschrockeneneiner unerschrockeneneinem unerschrockenenkeinen unerschrockenen
Akkusativeinen unerschrockeneneine unerschrockeneein unerschrockeneskeine unerschrockenen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Das Wort verbindet un- mit erschrocken. Im übertragenen Personenbezug geht es nicht bloß um das Ausbleiben eines kurzen Schrecks, sondern um das Nichtzurückweichen vor einschüchternden Umständen.

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