verbissen

Mit großer, oft übermäßiger Hartnäckigkeit an etwas festhaltend; auch stark angespannt oder eine Sache übertrieben ernst nehmend.

Was bedeutet verbissen?

Verbissen beschreibt ein zähes Festhalten an einem Ziel, einer Tätigkeit oder einem Widerstand. Häufig schwingt die Kritik mit, dass jemand kaum noch Abstand gewinnen oder nachgeben kann. Das Wort kann aber auch die Stärke einer Anstrengung anerkennen. Ob Bewunderung oder Kritik überwiegt, zeigen die Situation und die weiteren Formulierungen.

Daneben kann verbissen einen angespannten, verkrampft wirkenden Ausdruck bezeichnen. Wer etwas nicht so verbissen nehmen soll, wird außerdem zu mehr Gelassenheit und weniger kleinlicher Ernsthaftigkeit aufgefordert. Diese Verwendungen hängen zusammen, sind aber nicht gleich: Ein angespanntes Gesicht beweist noch nicht, dass die Person grundsätzlich keine Gegenargumente gelten lässt.

Drei Beispiele für verbissen

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Sie arbeitete verbissen an derselben Lösung weiter, obwohl sie längst bemerkt hatte, dass eine Voraussetzung nicht stimmte.“

Das Festhalten wird als übermäßig beschrieben. Die fehlende Bereitschaft zum Abstand erschwert hier die Aufgabe.

„Mit verbissenem Gesicht hörte er das Ergebnis an und presste die Hände zusammen.“

Im Vordergrund steht sichtbare Anspannung. Der Satz sagt noch nicht, welches Ziel oder welcher Gedanke dahintersteht.

„Beim gemeinsamen Spiel nahm er jede kleine Regelabweichung so verbissen, dass die anderen bald die Freude verloren.“

Die Kritik richtet sich auf übertriebene Ernsthaftigkeit. Genauigkeit und gemeinsames Vergnügen geraten im Beispiel aus dem Gleichgewicht.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Ausdauernd
Betont das lange Durchhalten gewöhnlich neutraler oder anerkennender. Verbissen lässt häufiger Anspannung oder fehlende Distanz anklingen.
Verbohrt
Hebt Uneinsichtigkeit und das Festhalten an einer Meinung hervor. Verbissen kann ebenso eine große Arbeitsanstrengung oder einen Gesichtsausdruck meinen.
Verbittert
Beschreibt Groll über Enttäuschung oder empfundenes Unrecht. Das ist ein anderer Schwerpunkt als hartnäckiges, angespanntes Festhalten.

Schreibung und Grammatik

Verbissen wird mit ss geschrieben. Es heißt ein verbissener Gegner, eine verbissene Anstrengung und verbissenes Arbeiten. Vergleichsformen sind verbissener und am verbissensten. Das Nomen lautet Verbissenheit. Obwohl die Form zu einem Verb gehört, wird sie in diesen Verwendungen als Adjektiv gebeugt.

Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Duden stellt verbissen zu verbeißen. Das Adjektiv entspricht dessen Partizip II. Das Bild des Festbeißens macht das schwer lösbare Festhalten anschaulich; die übertragenen Verwendungen erfordern jedoch kein tatsächliches Beißen.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur wiederholt denselben Versuch und lehnt jede Pause ab, obwohl sie dessen Fehler bereits erkennt. Ihre Anstrengung wirkt verbissen. Die Analyse sollte nicht allein die lange Arbeitszeit nennen, sondern zeigen, wodurch die Tätigkeit ihre Offenheit oder Leichtigkeit verliert. Ausdauer für sich genommen genügt für diesen Akzent nicht.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Verbissen in der Übersicht der Charaktereigenschaften