verbrecherisch

Vor schwerem Unrecht oder Verbrechen nicht zurückschreckend; auch als scharfe Verurteilung besonders verwerflicher Handlungen gebraucht.

Was bedeutet verbrecherisch?

Verbrecherisch ist eine sehr starke Verurteilung. Das Wort kann eine Haltung beschreiben, die vor Verbrechen nicht zurückschreckt, oder Methoden und Handlungen als besonders verwerflich kennzeichnen. Es geht deutlich über bloße Unfreundlichkeit oder einen gewöhnlichen Interessenkonflikt hinaus. Bei einer Person sollte deshalb klar werden, auf welche Taten, Absichten oder Beteiligungen sich der Ausdruck bezieht.

In zugespitzter Alltagssprache kann verbrecherisch auch ein moralisches Urteil verstärken. Eine solche Wortwahl ist nicht schon eine rechtliche Feststellung. In einer Textanalyse ist daher zu unterscheiden, ob der Erzähler schwere Taten schildert, eine Figur einen Vorwurf erhebt oder der Ausdruck als Übertreibung wirkt. Der Maßstab und die Sprecherperspektive gehören zur Erklärung.

Drei Beispiele für verbrecherisch

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Der Roman zeigt die verbrecherischen Methoden der Bande, die Menschen gezielt verschleppt und bedroht.“

Der Vorwurf wird an schweren dargestellten Handlungen festgemacht. Die Beschreibung bleibt auf die fiktive Handlung bezogen.

„Die Figur verurteilt den Plan als verbrecherisch, weil unschuldige Menschen bewusst geopfert werden sollen.“

Das Adjektiv bringt ein starkes moralisches Urteil zum Ausdruck. Der angegebene Grund macht dessen Schwere nachvollziehbar.

„Dass jemand beim Brettspiel gewinnen will, macht ihn nicht verbrecherisch; in diesem Zusammenhang wäre das Wort allenfalls eine erkennbare Übertreibung.“

Die übersteigerte Verwendung unterscheidet sich von einer ernst gemeinten Anschuldigung. Der Kontext muss diesen Unterschied tragen.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Rücksichtslos
Bezeichnet das Übergehen anderer Interessen oder Grenzen. Verbrecherisch ist ein erheblich schwererer Vorwurf; nicht jedes rücksichtslose Verhalten trägt ihn.
Egoistisch
Richtet sich auf den Vorrang eigener Interessen. Das behauptet für sich genommen weder verbrecherische Absichten noch schwere Taten.
Skrupellos
Betont fehlende moralische Hemmungen. Verbrecherisch legt den Akzent auf besonders schweres Unrecht oder die Bereitschaft zu Verbrechen.

Schreibung und Grammatik

Verbrecherisch wird mit -isch an Verbrecher gebildet: ein verbrecherischer Plan, eine verbrecherische Tat und verbrecherisches Vorgehen. Vor einem Nomen erhält das Adjektiv die entsprechende Endung. Eine Steigerung wie noch verbrecherischer verstärkt den Wertungston; für eine sachliche Beschreibung ist die genaue Benennung der Handlung meist aussagekräftiger.

Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Das Adjektiv gehört zur Wortfamilie von Verbrechen und Verbrecher. Es ist mit -isch zur Personenbezeichnung Verbrecher gebildet. Die heutige Verwendung kann sowohl die Bereitschaft zu schweren Taten als auch ein scharfes moralisches Urteil ausdrücken. Aus der Wortbildung allein folgt keine Einordnung eines konkreten Falls.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur plant, Unbeteiligte bewusst zu schädigen, um ihre Macht zu sichern. Der Text zeichnet ihr Vorgehen als verbrecherisch. Eine Analyse benennt zuerst den Plan und die dargestellte Absicht und erklärt dann das Urteil. Die allgemeine Rolle als Gegenspieler allein wäre keine ausreichende Grundlage für diese starke Bezeichnung.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Verbrecherisch in der Übersicht der Charaktereigenschaften