verschmust

Gern zärtliche Nähe suchend und genießend, etwa beim Kuscheln oder bei Liebkosungen; ein umgangssprachlicher Ausdruck.

Was bedeutet verschmust?

Verschmust ist jemand, der gern kuschelt, Zärtlichkeiten austauscht oder vertraute körperliche Nähe sucht. Die Bezeichnung kann eine wiederkehrende Vorliebe beschreiben, aber auch eine momentane Stimmung. Sie wird umgangssprachlich für Menschen und beispielsweise für Haustiere verwendet. In beiden Fällen geht es um die beobachtete oder gewünschte Nähe, nicht um eine allgemeine Bewertung des Charakters.

Die Bedeutung ist nicht auf romantische Beziehungen beschränkt. Auch ein Kind, das beim Vorlesen kuscheln möchte, oder eine Katze, die sich gern streicheln lässt, kann verschmust genannt werden. Aus der Bezeichnung folgt allerdings nicht, dass jede Berührung von jeder Person willkommen wäre. Eine genaue Beschreibung nennt deshalb die vertraute Beziehung und die konkrete Situation, statt grenzenlose Nähebereitschaft zu unterstellen.

Drei Beispiele für verschmust

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Nach dem langen Tag war das Kind besonders verschmust und rückte beim Vorlesen dicht an seinen Vater.“

Das Beispiel beschreibt eine momentane Hinwendung zu einer vertrauten Person. Es macht keine Aussage über den Umgang mit Fremden.

„Die sonst eher selbstständige Katze zeigte sich abends verschmust und legte sich auf den Schoß ihrer Halterin.“

Eine allgemeine Verhaltensweise und eine einzelne Situation können sich unterscheiden. Verschmust bedeutet hier nicht ständig anhänglich.

„Beide waren gern verschmust, brauchten beim Arbeiten aber ihren eigenen Platz.“

Nähe und zeitweiser Abstand schließen sich nicht aus. Der zweite Satzteil begrenzt bewusst eine pauschale Beschreibung.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Anhänglich
Betont eine enge Bindung und das Suchen der Gesellschaft. Das muss nicht durch Kuscheln oder andere körperliche Zärtlichkeit geschehen.
Anschmiegsam
Liegt bei körperlicher Nähe sehr nah. Das Wort lenkt den Blick besonders auf das Sichanlehnen oder Anschmiegen, verschmust auf die Freude am Schmusen.
Zärtlich
Beschreibt einen liebevollen, behutsamen Umgang oder Ausdruck. Verschmust betont eher, dass jemand solche Nähe gern sucht und genießt.

Schreibung und Grammatik

Verschmust wird mit einfachem s vor dem abschließenden t geschrieben. Formen sind ein verschmuster Kater, eine verschmuste Person und ein verschmustes Kind. In sie ist heute sehr verschmust beschreibt es einen Zustand. Das Verb lautet schmusen: sie schmust, sie schmuste, sie hat geschmust. Geschmust und verschmust erfüllen daher unterschiedliche Aufgaben im Satz.

Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.

Herkunft und Wortbildung

Verschmust gehört zu schmusen. Für das Verb nennt Duden rotwelsch schmußen mit der älteren Bedeutung schwatzen. Heute meint schmusen vor allem den Austausch von Zärtlichkeiten. Die weitere, veraltete Bedeutung des Schmeichelns beim Verb ist nicht einfach auf jede Verwendung von verschmust zu übertragen.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: In der vertrauten Familienszene sucht die Figur beim Erzählen immer wieder eine Umarmung. Sie erscheint hier verschmust. Die Beobachtung stützt eine Aussage über ihren Ausdruck von Nähe; für Urteile wie unselbstständig oder besitzergreifend liefert sie allein keinen Beleg. Andere Situationen können ein deutlich anderes Verhalten zeigen.

Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Verschmust in der Übersicht der Charaktereigenschaften