wagemutig
Bereit, sich aus Mut und Entschlossenheit auf ein Wagnis oder eine unsichere Unternehmung einzulassen.
Was bedeutet wagemutig?
Wagemutig beschreibt eine Person, die ein Wagnis nicht scheut. Sie lässt sich auf eine Unternehmung ein, obwohl ein ungünstiger Ausgang möglich ist. Das Wort rückt den Mut und die Bereitschaft zum Handeln in den Vordergrund und kann anerkennend wirken. Auch ein Plan oder eine Tat kann wagemutig heißen.
Dabei lässt das Adjektiv offen, wie sorgfältig die Risiken geprüft wurden. Wagemut kann mit Vorbereitung verbunden sein, aber ebenso zu einer zu kühnen Entscheidung führen. Die Bezeichnung lobt oder betont zunächst das Wagen. Ob dieses Handeln vernünftig, erforderlich oder erfolgreich ist, muss der Zusammenhang zusätzlich zeigen.
Drei Beispiele für wagemutig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die wagemutige Gründerin erprobte eine neue Idee, obwohl noch niemand sicher wusste, ob es dafür Nachfrage gab.“
Das Beispiel benennt eine unsichere Unternehmung, ohne ihren Erfolg vorauszusetzen.
„Wagemutig widersprach die Figur der mächtigen Runde und stellte ihre eigene Stellung zur Debatte.“
Das Wagnis betrifft mögliche soziale Folgen. Körperliche Gefahr ist nicht erforderlich.
„Der Plan war wagemutig, aber durch mehrere Ausweichmöglichkeiten vorbereitet.“
Mut und Vorsorge bilden keinen notwendigen Gegensatz.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Mutig
- Ist weiter gefasst. Mut kann auch im ruhigen Aushalten einer Schwierigkeit liegen; wagemutig richtet den Blick besonders auf ein Wagnis.
- Waghalsig
- Betont häufig stärker die Gefahr und kann kritisch auf zu wenig Rücksicht gegenüber Risiken hinweisen.
- Leichtsinnig
- Kritisiert mangelnde Vorsicht oder unzureichendes Bedenken der Folgen. Diese Kritik steckt nicht zwingend in wagemutig.
Schreibung und Grammatik
Wagemutig wird zusammengeschrieben und enthält ein e nach Wag-. Formen sind ein wagemutiger Versuch, eine wagemutige Entscheidung und wagemutiges Handeln. Die Steigerung lautet wagemutiger, am wagemutigsten. Das Nomen ist Wagemut. Die Schreibweise unterscheidet sich von waghalsig, das in seiner üblichen Form dieses e nicht enthält.
Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Die Wortbildung verbindet das Wagen mit Mut und der Adjektivendung -ig. Sie macht den Bedeutungsbezug auf eine mutige Bereitschaft zum Wagnis durchsichtig. Eine bestimmte historische Erstentstehung wird daraus nicht abgeleitet.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur tritt trotz ungewissen Ausgangs für einen neuen Weg ein und übernimmt selbst einen Teil des möglichen Nachteils. Sie handelt wagemutig. Die Analyse kann unterscheiden, ob der Text ihren Mut würdigt oder ihre Risikoprüfung kritisiert. Beides kann in derselben Szene vorkommen und sollte nicht durch ein einziges Lobwort verdeckt werden.
Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
