wehrhaft
Fähig, sich gegen Angriffe oder Bedrängung zu verteidigen; bei Orten auch für eine Befestigung zur Verteidigung gebraucht.
Was bedeutet wehrhaft?
Wehrhaft beschreibt jemanden oder etwas, das sich verteidigen kann. Bei einer Person kann diese Fähigkeit körperliche Abwehr betreffen, aber auch den entschiedenen Umgang mit einem Angriff auf ihre Interessen oder Grenzen. Der Schwerpunkt liegt auf der Möglichkeit, Widerstand zu leisten. Das Wort sagt nicht, dass die Person selbst gern Streit beginnt.
Auch Tiere, Gemeinschaften und befestigte Orte können wehrhaft heißen. Eine wehrhafte Stadt ist für Verteidigung ausgebaut. In politischen Wendungen wie wehrhafte Demokratie wird das Bild auf die Fähigkeit zum Schutz einer Ordnung übertragen. Welche Mittel jeweils gemeint sind und wie sie zu bewerten sind, folgt nicht allein aus dem Adjektiv.
Drei Beispiele für wehrhaft
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die Figur erwies sich als wehrhaft, als sie die unbegründeten Vorwürfe mit klaren Belegen zurückwies.“
Die Verteidigung erfolgt sprachlich und sachlich, nicht notwendig körperlich.
„Das zunächst unscheinbare Tier ist wehrhaft und kann Angreifer abwehren.“
Gemeint ist eine Fähigkeit zur Verteidigung, keine menschliche moralische Eigenschaft.
„Der Reisende erreichte eine wehrhafte Stadt mit befestigten Toren.“
Hier bezieht sich das Wort auf den Ausbau eines Ortes.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Aggressiv
- Betont angreifendes oder konfrontatives Verhalten. Wehrhaft zu sein bedeutet nicht automatisch, selbst Angriffe zu beginnen.
- Streitlustig
- Beschreibt Freude oder Neigung zum Streit. Eine wehrhafte Person kann Auseinandersetzungen vermeiden wollen und sich dennoch wirksam verteidigen.
- Widerstandsfähig
- Kann auch das Aushalten von Belastungen ohne aktive Gegenwehr bezeichnen. Wehrhaft rückt die Verteidigungsmöglichkeit stärker in den Vordergrund.
Schreibung und Grammatik
Wehrhaft wird mit eh und der Endung -haft geschrieben. Formen sind ein wehrhafter Mensch, eine wehrhafte Gemeinschaft und ein wehrhaftes Tier. Das Substantiv lautet Wehrhaftigkeit. Wehrlos bezeichnet das Fehlen einer Möglichkeit zur Gegenwehr. In sie zeigt sich wehrhaft bleibt das Adjektiv in der Grundform.
Wie sich Eigenschaftswörter beugen lassen, zeigt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Duden nennt mittelhochdeutsch wer(e)haft als ältere Form. Die Verbindung zur Wortfamilie von wehren ist weiterhin erkennbar. Der Bezug auf Verteidigung erklärt sowohl die Verwendung für Lebewesen als auch diejenige für befestigte Orte. Aus der Herkunft ergibt sich keine pauschale Billigung jeder eingesetzten Abwehrmaßnahme.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Als andere versuchen, ihr eine fremde Schuld zuzuschieben, legt die Figur den Ablauf dar und setzt eine klare Grenze gegen weitere Anschuldigungen. Sie zeigt sich wehrhaft. Die Analyse benennt Anlass und Gegenwehr. Wer dagegen ohne vorausgehenden Angriff andere bedroht, lässt sich durch dasselbe Wort nur unzureichend beschreiben.
Die Anleitung zur Charakterisierung erklärt, wie sich Beobachtung, Textbeleg und Deutung verbinden lassen.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
