blamabel

Bedeutung

Das Adjektiv blamabel bedeutet beschämend oder genierlich und meint, dass das Verhalten einer oder mehrerer Personen bzw. bestimmte Umstände in einer Sache als unangenehm auffallen, da die Darbietung des Betreffenden als bloßstellend wahrgenommen wird. Im Schweizerdeutschen wird bemühend verwendet, das ganz ähnlich im Sinne von peinlich gemeint ist.

Das Wort bezieht sich auf das zugehörige Nomen Blamage und sagt aus, dass eine beklagenswerte Situation oder die Folge dessen als sehr unangenehm von außen wahrgenommen wird. Es kommt damit einer Abwertung und negativen Einschätzung gleich, in der bisweilen eine Enttäuschung ausgedrückt wird.

Meist spielt der Bezug auf oder in einem gesellschaftlichen größeren Rahmen eine Rolle: Wer eine Angelegenheit als beschämend empfindet, sieht sich in der Regel ungerecht behandelt und gleichzeitig in seiner Position schlechter gestellt. So kann eine misslungene sportliche Leistung vor großem Publikum genauso viel Scham bewirken wie die Bloßstellung eines Politikers in den Medien oder die Offenlegung von Geheimnissen innerhalb einer Familie.

Eine besonders häufig vorkommende Wortkombination ist blamable Niederlage, die den Bezug auf einen Misserfolg, der in seiner Durchschlagskraft so nicht erwartet wurde, deutlich macht. Auch die Wortverbindungen blamable Situation und blamables Ergebnis werden vergleichsweise oft in diesem Zusammenhang verwendet. Sinnverwandt ist der Begriff hier auch mit den Begriffen heikel, unangenehm und unerfreulich.

Hinweis: Das Schweizerdeutsche kennt das Wort sinnverwandt zum dort geläufigen Wort bemühend. In Deutschland sowie in Österreich wird der Begriff in etwas anderen Wortverbindungen genutzt, die Bedeutung ist hier aber die identisch.

Die Herkunft des deutschen Wortes geht auf das französische Adjektiv blâmable zurück, das als tadelnswert übersetzt wird. Anfang des 17. Jahrhunderts war es im deutschsprachigen Raum noch in der Bedeutung von schmähen oder beschimpfen bekannt. Im heute gebräuchlichen Sinn entwickelte sich der Begriff erst im 19. Jahrhundert.

In der Zeit um 1840 lässt sich das Wort hierzulande erstmals nachweisen. Einen großen Aufschwung erlebte es ab 1900, wobei es in den folgenden hundert Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts regelmäßig an Gebrauch ab- und wieder zunahm. Heute ist es in der Alltagssprache bekannt und bleibt vergleichsweise stark verbreitet.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997
2. Quelle: Ngram Viewer

Beispiele

Der Schachspieler empfand es als blamabel, nach dem mehr als sechsstündigen Wettkampf vor seinem Herausforderer einzuknicken.
Der Vorgang eines solchen Rückziehers ist höchst ungewöhnlich. Und blamabel vor allem für die polnische Botschaft, die nun Hunderte von Gästen wieder ausladen muss.
Jan Schulz-Ojala, "Berliner Kino sagt Filmpremiere mit Polens Botschafter ab"
Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, doch Michaels Bauch grummelte während der gesamte Klassenarbeit – eine für ihn höchst blamable Situation.
Wenn es etwas gibt, dass viele Menschen als blamabel empfinden, dann sind es die Stunden bei einem Arzt, wenn sie alles gesundheitlich offenlegen müssen.
Die Zahlen belegen, dass die Schlussbilanz der rot-grünen Landesregierung auch bei der Verhinderung und Aufklärung von Straftaten blamabel ist.
Maria Fiedler, "Jagd auf Jäger"

Grammatik

Starke Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ blamabler blamables blamable blamable
Genitiv blamablen blamablen blamabler blamabler
Dativ blamablem blamablem blamabler blamablen
Akkusativ blamablen blamables blamable blamable
Schwache Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ der
blamable
das
blamable
die
blamable
die
blamablen
Genitiv des
blamablen
des
blamablen
der
blamablen
der
blamablen
Dativ dem
blamablen
dem
blamablen
der
blamablen
den
blamablen
Akkusativ den
blamablen
das
blamable
die
blamable
die
blamablen
Gemischte Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ ein
blamabler
ein
blamables
eine
blamable
keine
blamablen
Genitiv eines
blamablen
eines
blamablen
einer
blamablen
keiner
blamablen
Dativ einem
blamablen
einem
blamablen
einer
blamablen
keinen
blamablen
Akkusativ einen
blamablen
ein
blamables
eine
blamable
keine
blamablen

Synonyme

    • (schweizerisch) bemühend
    • beschämend
    • demütigend
    • genierlich
    • kläglich
    • peinlich
    • peinsam
    • ruhmlos

diametral

Bedeutung

Das Adjektiv diametral bedeutet entgegengesetzt oder auch gegensätzlich und beschreibt meist komplett unterschiedliche Standpunkte oder Ansichten. Speziell in der Geometrie und in der Mathematik bedeutet diametral, dass zwei Punkte auf dem Durchmesser eines Kreises liegen und den maximal möglichen Abstand zueinander haben. Mitunter wird das Wort in diesem Zusammenhang auch für Körper jeglicher Art gebraucht, wobei wesentlich ist, dass diese Punkte in genau entgegengesetzter Richtung liegen und den größtmöglichen Abstand innerhalb der Grenzen der Figur einnehmen, wodurch beim Verbinden dieser Punkte eine Raumdiagonale durch den Körper entstünde. 
Das Wort dient aber in erster Linie dazu, große Gegensätze zum Ausdruck zu bringen, um aufzuzeigen, dass bestimmte Situationen, Sachverhalte oder Wege möglichst verschieden und dadurch maximal unterscheidbar sind. Zugleich dient es dazu, eigene Ansichten oder Standpunkte zu verstärken und – je nach Sinnzusammenhang – auf diese Weise klar von anderen abzugrenzen.
1

Wird etwas in dieser allgemeinen Bedeutung als diametral beschrieben, dient es dazu, die maximale Verschiedenheit zweier Sachverhalte zu betonen. Das kann sich sowohl auf Argumente und Standpunkte als auch auf Aussagen und Positionen oder Meinungen von Menschen beziehen, die sich uneins sind – beispielsweise im politischen Betrieb, bei Diskussionen im Arbeitsleben oder innerhalb von Familien.

Bekannte Wortkombinationen sind etwa diametrale Opposition und diametrale Interessen. Der Begriff verdeutlicht in dieser Verwendung, dass Personen(-gruppen) grundsätzlich andere, sich gegenüberstehende Einstellungen, Ansichten oder eben Haltungen einnehmen. Sinnverwandt ist der Begriff hier auch mit den Begriffen widersprüchlich und konträr.

2

Diese Bedeutung findet in der Geometrie Verwendung und wird dann genutzt, wenn zwei Punkte benannt werden sollen, die eine gerade Linie zueinander und auf halber Strecke den Mittelpunkt eines Kreises bilden. Die komplette Länge dieser Verbindungsstrecke ist zugleich der Durchmesser und stellt somit den doppelten Radius dar. Die Punkte haben dann den maximal möglich Abstand innerhalb des Kreises zueinander. Man sagt, dass sich die Punkte diametral gegenüberstehen.

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In dieser Bedeutung wird das Wort auch in der Geometrie verwendet. Der Begriff wird hierbei ein wenig erweitert und bezieht sich nicht nur auf zweidimensionale Kreise. Gemeint ist hierbei, dass zwei Punkte sich exakt entgegengesetzt sowie im maximal messbaren Abstand innerhalb eines begrenzten mathematischen Körpers zueinander befinden.

Wenn die Punkte verbunden werden, entsteht somit eine Raumdiagonale, die jeden Eckpunkt einer Grundfläche mit dem am weitest entfernten, also gegenüberliegenden, Eckpunkt der Deckfläche verbindet. Die am weitesten voneinander entfernt liegenden Messpunkte geometrischer Körper können zum Beispiel Eckpunkte eines Quaders oder Würfels sein.

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Eine vierte, aber eher untergeordnete Bedeutung, soll am Rande erwähnt werden: In der Technik wird das Wort weiterhin genutzt, um die sogenannte radiale – also in die Richtung eines Radius verlaufende – Magnetisierung eines runden Magnetes zu beschreiben. Hierfür wird in der Fachsprache der feststehende Begriff Diametrale Magnete verwendet.

 

Der Ursprung des deutschen Wortes liegt im spätlateinischen Begriff diametralis, das zum Durchmesser gehörig oder auf den Durchmesser bezogen bedeutet. Dieses geht zurück auf das griechische dies geht zurück auf griechische Nomen diámetros, das Durchmesser sowie Diagonale bedeutet.

Noch im 17. und 18. Jahrhundert war es hierzulande als diametralisch bekannt. Vermutlich hat der im Französischen verwendete Begriff diamétral die Bekanntheit und Verbreitung im Deutschen befördert. Erstmals ist das Wort aus der Zeit um 1780 in deutschsprachigen Schriften zu finden, wobei nach der Jahrhundertwende sein Gebrauch im 19. Jahrhundert zunächst zunimmt. Ein vorläufiges Hoch erreichte die Verwendung von diametral um 1880. Bis etwa 1940 lässt sich ein starker Einbruch in Bezug auf die Verbreitung verzeichnen.

Seitdem hat die Verbreitung des Begriffs in deutschsprachigen Texten bis in unsere Gegenwart erneut deutlich zugenommen, wobei er mittlerweile nicht nur in der Fachsprache, sondern auch in der Sprache des Alltags verankert ist. Die scheinbar pleonastische Wortgruppe diametral entgegengesetzt lässt sich etwa immer häufiger belegen.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997 2. Quelle: Ngram Viewer

 

 

Beispiele

Jurij und Sascha sind eineiige Zwillinge – und obwohl sie unter den gleichen familiären Bedingungen aufgewachsen sind, verfolgen sie heute komplett diametrale Ziele im Leben.
Die ideellen Grundlagen der Europäischen Union stehen diesem Denken diametral entgegen. Ulrich Ladurner, "Keine Alternative"
Mirja überlegte genau, wo sie die Torte anschnitt, um diese genau in der Hälfte zu zwei gleichen Stücken zu zerteilen. Sie hatte sehr gute Augen, sodass sie sich sicher war, dass beide Schnittpunkte diametral zueinander lagen.
Stefan tippte auf zwei Ecken des Zauberwürfels und sagte: “Seht ihr diese beiden Punkte? Was denkt ihr, zeichnet sie aus? Genau, sie liegen diametral zueinander.”
Die Antworten fielen diametral entgegengesetzt aus. Alles gelogen, sagten die einen, es gab hier gar keine Bonzen, die wohnten alle in Pankow und Niederschönhausen! Genau so war es, sagten die anderen, alles voller Stasi-Offiziere, die leben hier bis heute! Jens Mühling, "Weißensee: Wo Erinnerungen trügen"

Grammatik

Starke Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ diametraler diametrales diametrale diametrale
Genitiv diametralen diametralen diametraler diametraler
Dativ diametralem diametralem diametraler diametralen
Akkusativ diametralen diametrales diametrale diametrale
Schwache Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ der diametrale das diametrale die diametrale die diametralen
Genitiv des diametralen des diametralen der diametralen der diametralen
Dativ dem diametralen dem diametralen der diametralen den diametralen
Akkusativ den diametralen das diametrale die diametrale die diametralen
Gemischte Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ ein diametraler ein diametrales eine diametrale keine diametralen
Genitiv eines diametralen eines diametralen einer diametralen keiner diametralen
Dativ einem diametralen einem diametralen einer diametralen keinen diametralen
Akkusativ einen diametralen ein diametrales eine diametrale keine diametralen

Synonyme

  • antithetisch
  • dualistisch
  • entgegengesetzt
  • gegensätzlich
  • gegenteilig
  • konträr
  • nicht vereinbar
  • unvereinbar
  • widersprüchlich
  • entgegengesetzt
  • gegenüberliegend

 

blamabel

Bedeutung

Das Adjektiv blamabel bedeutet beschämend oder genierlich und meint, dass das Verhalten einer oder mehrerer Personen bzw. bestimmte Umstände in einer Sache als unangenehm auffallen, da die Darbietung des Betreffenden als bloßstellend wahrgenommen wird. Im Schweizerdeutschen wird bemühend verwendet, das ganz ähnlich im Sinne von peinlich gemeint ist. 

Das Wort bezieht sich auf das zugehörige Nomen Blamage und sagt aus, dass eine beklagenswerte Situation oder die Folge dessen als sehr unangenehm von außen wahrgenommen wird. Es kommt damit einer Abwertung und negativen Einschätzung gleich, in der bisweilen eine Enttäuschung ausgedrückt wird.Meist spielt der Bezug auf oder in einem gesellschaftlichen größeren Rahmen eine Rolle: Wer eine Angelegenheit als beschämend empfindet, sieht sich in der Regel ungerecht behandelt und gleichzeitig in seiner Position schlechter gestellt. So kann eine misslungene sportliche Leistung vor großem Publikum genauso viel Scham bewirken wie die Bloßstellung eines Politikers in den Medien oder die Offenlegung von Geheimnissen innerhalb einer Familie.

Eine besonders häufig vorkommende Wortkombination ist blamable Niederlage, die den Bezug auf einen Misserfolg, der in seiner Durchschlagskraft so nicht erwartet wurde, deutlich macht. Auch die Wortverbindungen blamable Situation und blamables Ergebnis werden vergleichsweise oft in diesem Zusammenhang verwendet. Sinnverwandt ist der Begriff hier auch mit den Begriffen heikel, unangenehm und unerfreulich.

Hinweis: Das Schweizerdeutsche kennt das Wort sinnverwandt zum dort geläufigen Wort bemühend. In Deutschland sowie in Österreich wird der Begriff in etwas anderen Wortverbindungen genutzt, die Bedeutung ist hier aber die identisch.

 

Die Herkunft des deutschen Wortes geht auf das französische Adjektiv blâmable zurück, das als tadelnswert übersetzt wird. Anfang des 17. Jahrhunderts war es im deutschsprachigen Raum noch in der Bedeutung von schmähen oder beschimpfen bekannt. Im heute gebräuchlichen Sinn entwickelte sich der Begriff erst im 19. Jahrhundert.

In der Zeit um 1840 lässt sich das Wort hierzulande erstmals nachweisen. Einen großen Aufschwung erlebte es ab 1900, wobei es in den folgenden hundert Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts regelmäßig an Gebrauch ab- und wieder zunahm. Heute ist es in der Alltagssprache bekannt und bleibt vergleichsweise stark verbreitet.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997 2. Quelle: Ngram Viewer

 

 

Beispiele

Der Schachspieler empfand es als blamabel, nach dem mehr als sechsstündigen Wettkampf vor seinem Herausforderer einzuknicken.
Der Vorgang eines solchen Rückziehers ist höchst ungewöhnlich. Und blamabel vor allem für die polnische Botschaft, die nun Hunderte von Gästen wieder ausladen muss. Jan Schulz-Ojala, "Berliner Kino sagt Filmpremiere mit Polens Botschafter ab"
Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, doch Michaels Bauch grummelte während der gesamte Klassenarbeit – eine für ihn höchst blamable Situation.
Wenn es etwas gibt, dass viele Menschen als blamabel empfinden, dann sind es die Stunden bei einem Arzt, wenn sie alles gesundheitlich offenlegen müssen.
Die Zahlen belegen, dass die Schlussbilanz der rot-grünen Landesregierung auch bei der Verhinderung und Aufklärung von Straftaten blamabel ist. Maria Fiedler, "Jagd auf Jäger"

Grammatik

Starke Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ blamabler blamables blamable blamable
Genitiv blamablen blamablen blamabler blamabler
Dativ blamablem blamablem blamabler blamablen
Akkusativ blamablen blamables blamable blamable
Schwache Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ der blamable das blamable die blamable die blamablen
Genitiv des blamablen des blamablen der blamablen der blamablen
Dativ dem blamablen dem blamablen der blamablen den blamablen
Akkusativ den blamablen das blamable die blamable die blamablen
Gemischte Deklination
Maskulin Feminin Neutral Plural
Nominativ ein blamabler ein blamables eine blamable keine blamablen
Genitiv eines blamablen eines blamablen einer blamablen keiner blamablen
Dativ einem blamablen einem blamablen einer blamablen keinen blamablen
Akkusativ einen blamablen ein blamables eine blamable keine blamablen

Synonyme

    • (schweizerisch) bemühend
    • beschämend
    • demütigend
    • genierlich
    • kläglich
    • peinlich
    • peinsam
    • ruhmlos