das meiste
Das meiste schreibt man normalerweise klein. Auch „die meisten“, „das wenigste“ und „die wenigsten“ gehören zu dieser Regel. Bei selbstständigem, substantivisch aufgefasstem Gebrauch ist aber auch die Großschreibung erlaubt: das Meiste.
Das meiste und die wenigsten
Das meiste bezeichnet den größten Teil einer Menge oder das, was innerhalb eines Vergleichs am umfangreichsten ist. „Das meiste ist erledigt“ sagt, dass ein großer Anteil abgeschlossen wurde, lässt jedoch den Rest offen. Die Aussage „Alles ist erledigt“ wäre deshalb stärker und unter Umständen falsch.
„Die wenigsten“ bezeichnet einen sehr kleinen Teil einer Gruppe. Welche Gruppe gemeint ist, muss erkennbar sein. Der Ausdruck ist keine genaue Prozentangabe. In einem sachlichen Bericht ist „Drei von zwanzig Teilnehmenden“ präziser, wenn die Zahlen bekannt sind.
Warum ist meiste trotz Artikel klein?
Die Wörter viel und wenig einschließlich ihrer Vergleichsformen gehören zu einer besonderen Gruppe: Man schreibt sie in der Regel auch dann klein, wenn ein Artikel davorsteht und kein Nomen folgt. Die vereinfachte Faustregel „Nach das immer groß“ führt hier in die Irre.
Die amtliche Regel lässt Großschreibung zu, wenn die Schreibenden den substantivischen Charakter hervorheben: „Das Meiste davon kenne ich.“ Daraus folgt kein zwingender Bedeutungsunterschied zur kleingeschriebenen Fassung. Für eine einheitliche, unkomplizierte Schreibweise kannst du im normalen Mengengebrauch bei der Kleinschreibung bleiben. Eine Korrektur sollte die zulässige Großschreibung dennoch nicht als Fehler markieren.
Steht ein Nomen dabei, schreibt man das attributive Wort klein: „die meisten Fragen“, „das meiste Papier“. Die entsprechende Ausnahme für eine substantivische Auffassung rechtfertigt hier keine beliebige Großschreibung vor dem Nomen. Ähnlich gelagert ist die Sonderregel bei andere und alles andere.
| Verwendung | Unkomplizierte Standardschreibung | Hinweis |
|---|---|---|
| Menge ohne Nomen | das meiste | Substantivisch auch das Meiste möglich |
| Kleine Gruppe ohne Nomen | die wenigsten | Substantivisch auch die Wenigsten möglich |
| Vor einem Nomen | die meisten Aufgaben | Attribut bleibt klein |
| Vergleich mit am | am meisten | Keine gewöhnliche substantivische Verwendung |
Grammatische Einordnung
Meist- gehört zur Vergleichsreihe viel – mehr – am meisten; wenigst- zur Reihe wenig – weniger – am wenigsten. In „das meiste“ steht die gebeugte Form im Neutrum Singular. In „die meisten“ kann eine Mehrzahl gemeint sein: „Die meisten kommen später.“ Entsprechend steht das Verb im Plural.
„Mit dem meisten bin ich zufrieden“ verlangt nach mit den Dativ. „Ich habe das meiste verstanden“ verwendet den Akkusativ. Dass die Form meiste in manchen Fällen gleich aussieht, hebt die verschiedenen Satzaufgaben nicht auf.
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
„Das meiste lässt sich mit einem zweiten Versuch verbessern.“
Die Mengenangabe wird regelgerecht kleingeschrieben. Sie verspricht nicht, dass jede einzelne Schwierigkeit lösbar ist.
„Die wenigsten konnten den Namen auf Anhieb nennen.“
Die Aussage betrifft nur einen kleinen Teil der gemeinten Gruppe. Ohne Angaben über diese Gruppe bleibt sie wenig aussagekräftig.
„Für die meisten Aufgaben brauchen wir kein zusätzliches Material.“
Aufgaben ist ausdrücklich genannt. Das Wort meisten steht als Mengenangabe davor und bleibt klein.
