in keinster Weise
In keinster Weise ist eine nachdrückliche Zurückweisung im Sinn von überhaupt nicht. Für neutrale sachliche Texte ist in keiner Weise die unauffälligere Form.
Bedeutung und Gebrauch
Die Wendung ist im Sprachgebrauch verbreitet, obwohl kein normalerweise kein steigerbares Adjektiv ist. Keinster lässt sich deshalb nicht einfach wie der Superlativ eines gewöhnlichen Adjektivs behandeln. Die Form gehört vor allem zu einer festen verstärkenden Ausdrucksweise.
Es ist zu pauschal, jede Verwendung lediglich als zufälligen Fehler abzutun. Die Wendung kann bewusst Nachdruck, Empörung oder entschiedenen Widerspruch ausdrücken. Daraus folgt aber nicht, dass sich kein in beliebigen Wortgruppen frei steigern ließe.
Schreibweise und Grammatik
| Form | Erklärung |
|---|---|
| in keiner Weise | neutrale Form |
| in keinster Weise | nachdrücklich, stilistisch umstritten |
| überhaupt nicht | klare verstärkende Alternative |
| nicht im Geringsten | deutliche Zurückweisung ohne keinster |
Eigene Beispiele mit Erklärung
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Die Ergänzung verändert die Aussage in keiner Weise.
Der Satz bleibt sachlich und eindeutig.
„Das habe ich in keinster Weise behauptet!“, erwidert die Figur.
Im erfundenen Dialog kann die Form die entschiedene Abwehr hörbar machen.
Diese Behauptung wird durch die Beispiele überhaupt nicht gestützt.
Die Alternative verstärkt die Verneinung und benennt zugleich den geprüften Zusammenhang.
Passend formulieren
Für einen Aufsatz, eine Bewerbung oder einen nüchternen Bericht empfiehlt sich in keiner Weise. Die Form überhaupt nicht ist ebenfalls deutlich. Wähle nach dem beabsichtigten Ton, statt einer Verneinung mechanisch eine scheinbare Steigerung anzuhängen.
In einer Textanalyse darf eine auffällige Form als sprachliches Merkmal untersucht werden. Beschreibe dann ihre Wirkung im Zusammenhang: Abwehr, Übertreibung oder Erregung sind mögliche Deutungen. Die Wendung allein belegt noch keinen dauerhaften Charakterzug der sprechenden Figur.
