trotz
Trotz bezeichnet einen Umstand, der ein Geschehen eigentlich verhindern oder erschweren könnte, es aber nicht verhindert. Die Präposition drückt einen Gegengrund aus.
Bedeutung und richtiger Gebrauch
„Trotz des Lärms kann sie sich konzentrieren“ stellt eine Erwartung und ihr Ausbleiben gegenüber: Lärm könnte die Konzentration stören, hier gelingt sie dennoch. Diese Beziehung heißt konzessiv.
In formellen standardsprachlichen Texten wird trotz häufig mit dem Genitiv verbunden. Der Dativ ist regional verbreitet und außerdem in festen Wendungen wie trotz allem und trotz alledem üblich. Eine Regel „nach trotz immer Genitiv“ wäre deshalb zu pauschal.
Schreibweise und Grammatik
| Form | Einordnung |
|---|---|
| trotz des Regens | Genitiv mit klarer Artikelmarkierung |
| trotz der Schwierigkeiten | Genitiv Plural |
| trotz allem / trotz alledem | feste Wendungen mit Dativ |
| trotz Beweisen | Dativ, wenn der artikellose Plural keinen Genitiv erkennen lässt |
Eigene Beispiele mit Erklärung
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Trotz der langen Vorbereitung bleibt sie vor dem Auftritt nervös.
Die Vorbereitung hätte Ruhe erwarten lassen; die Nervosität besteht dennoch.
Wir haben wenig Zeit, wollen es aber trotz allem versuchen.
Allem fasst die zuvor genannten Schwierigkeiten zusammen.
Trotz alledem finden sie eine gemeinsame Lösung.
Die feste Wendung bezieht sich auf mehrere oder zusammengefasste Gegenumstände.
Beim Formulieren beachten
Obwohl leitet einen ganzen Nebensatz ein: „Obwohl es laut ist, arbeitet sie konzentriert.“ Trotzdem kann im Hauptsatz stehen: „Es ist laut. Trotzdem arbeitet sie konzentriert.“ Nach trotz folgt dagegen gewöhnlich eine Nominalgruppe.
Ein Komma ist nicht allein wegen einer trotz-Gruppe erforderlich: „Trotz des Regens gehen wir hinaus.“ Anders ist der Satzbau mit obwohl; dort wird der Nebensatz abgetrennt. Mehr dazu zeigt die Übersicht der Satzverknüpfungen.
