tschüs

Tschüs und tschüss sind informelle Abschiedsgrüße. Beide Schreibweisen sind korrekt; sie passen vor allem zu einem vertrauten oder ungezwungenen Gespräch.

Bedeutung und richtiger Gebrauch

Mit dem Gruß beendet man eine Begegnung oder verabschiedet sich in einem Gespräch. Er ist kürzer und lockerer als „auf Wiedersehen“. Welche Form angemessen ist, hängt von der Beziehung und der Situation ab, nicht allein vom Alter der Beteiligten.

Die Schreibungen tschüs und tschüss bilden unterschiedliche Vokallängen ab: tschüs mit langem, tschüss mit kurzem ü. Es wäre deshalb falsch, eine der beiden üblichen Formen als bloßen Schreibfehler auszuschließen.

Synonyme für tschüs: passend zum Zusammenhang

Tschüs und tschüss verabschieden im vertrauten oder ungezwungenen Gespräch. Andere Abschiedsformeln erfüllen dieselbe Gesprächsfunktion, verändern aber den Ton oder nennen eine erwartete nächste Begegnung. Sie sind daher keine beliebig austauschbaren Wörter. Entscheidend sind Verhältnis, Medium und Situation: Ein kurzer Gruß an einen Freund funktioniert anders als der Abschluss eines förmlichen Schreibens.

Welches Wort passt für tschüs?
AlternativePasst beiUnterschied
auf Wiederseheneiner neutraleren oder förmlicheren VerabschiedungIst weniger locker; ein bestimmter neuer Termin wird nicht genannt.
bis baldeinem erwarteten Wiedersehen in absehbarer ZeitBetont die nächste Begegnung, ohne einen festen Zeitpunkt anzugeben.
bis morgeneiner Verabschiedung mit Bezug auf den folgenden TagPasst nur, wenn dieser zeitliche Bezug gemeint ist.
ciaoeinem lockeren AbschiedHat einen ähnlich ungezwungenen Ton; die Passung hängt vom üblichen Umgang ab.

Im Satz vergleichen: Die folgenden Beispiele sind eigens formuliert.

Ausgangssatz: „Tschüss, wir sehen uns morgen im Kurs“, sagt Lea.

Alternative: „Bis morgen im Kurs“, sagt Lea.

Die zweite Fassung macht den Zeitpunkt zum Kern der Abschiedsformel. Sie ist passend, weil das Wiedersehen am folgenden Tag bereits genannt wird.

Ausgangssatz: Beim Abschied vom Beratungsgespräch sagt er: „Tschüs und danke für Ihre Zeit.“

Alternative: Beim Abschied vom Beratungsgespräch sagt er: „Auf Wiedersehen und danke für Ihre Zeit.“

Auf Wiedersehen wirkt förmlicher und passt zur Anrede mit Sie. Ob der lockerere Gruß unangemessen wäre, hängt trotzdem vom tatsächlichen Umgang im Gespräch ab.

Schreibweise und Grammatik

Die Formen im Vergleich
FormEinordnung
tschüszulässiger Abschiedsgruß
tschüssebenfalls zulässig
Tschüs! / Tschüss!als eigenständiger Ausruf am Anfang groß
ein freundliches Tschüsssubstantivierter Gebrauch, groß

Eigene Beispiele mit Erklärung

Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.

„Tschüs, bis morgen!“, sagt Lea an der Tür.

Der Ausruf steht am Anfang der direkten Rede. Die Ergänzung nennt ein erwartetes Wiedersehen.

Er verabschiedet sich mit einem kurzen Tschüss.

Nach einem kurzen wird der Gruß wie ein Nomen gebraucht und großgeschrieben.

In der Nachricht an ihre Freundin schreibt sie: „Tschüss und viel Erfolg!“

Die informelle Verabschiedung passt zur vertrauten Beziehung.

Beim Formulieren beachten

Auf Wiedersehen ist neutraler und förmlicher. Bis bald verweist auf eine erwartete spätere Begegnung, ohne einen genauen Termin festzulegen. Bis morgen nennt dagegen einen konkreteren Zeitpunkt.

Ein Gruß braucht keine Beugungstabelle wie ein Nomen oder Verb: Als Interjektion bleibt er in seiner Grundform unverändert. Die Großschreibung ergibt sich aus Satzanfang oder Nominalgebrauch, nicht aus einem Personenwechsel.

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