Attest
Attest: Ein Attest ist eine schriftliche Bescheinigung, im üblichen Sprachgebrauch besonders eine ärztliche Bescheinigung über einen festgestellten gesundheitlichen Sachverhalt.
- Wortart
- Substantiv
- Genus
- neutrum: das Attest
- Plural
- die Atteste
- Genitiv Singular
- des Attests / des Attestes
Was bedeutet Attest?
Das Wort Attest begegnet häufig in Schule, Studium, Beruf und Sport. Es bezeichnet ein Dokument, mit dem eine ärztliche Feststellung schriftlich bescheinigt wird. Was genau bestätigt wird, ergibt sich aus dem jeweiligen Inhalt des Attests. Das einzelne Wort nennt noch keine bestimmte Krankheit und keinen feststehenden Verwendungszweck.
Die Bezeichnung ist deshalb von einer einfachen Mitteilung zu unterscheiden. In „Ich bin heute krank“ wird ein Zustand behauptet. „Ich reiche ein Attest ein“ kündigt dagegen die Vorlage einer Bescheinigung an. Der zweite Satz sagt noch nicht, welchen genauen Inhalt dieses Dokument hat.
Für das Textverständnis ist die Unterscheidung zwischen Sachverhalt und Nachweis nützlich: Ein Attest ist nicht die Erkrankung, Untersuchung oder Entscheidung selbst, sondern die schriftliche Bescheinigung. Daraus erklärt sich, warum es beispielsweise ausgestellt, vorgelegt oder eingereicht werden kann.
Schreibweise und typische Stolperfallen
Richtig ist Attest mit tt in der Wortmitte. Eine praktische Merkhilfe ist die Silbentrennung At–test. Das Wort endet auf -st. Das passende Verb lautet attestieren: Es bedeutet, etwas zu bescheinigen oder jemandem eine Eigenschaft zuzuschreiben.
Das Nomen wird großgeschrieben, das Adjektiv davor gewöhnlich klein: ein ärztliches Attest. In einer Überschrift ist Ärztliches Attest ebenfalls richtig, weil das erste Wort einer Überschrift groß beginnt. Die Verbindung wird im gewöhnlichen Fließtext nicht zusammengeschrieben.
Grammatik: Artikel, Plural und Deklination
Attest ist ein sächliches Nomen: das Attest. Sein Plural lautet die Atteste. Im Genitiv Singular sind des Attests und des Attestes möglich. Der Dativ Plural erhält ein -n: mit den Attesten.
In ein Attest vorlegen steht das Nomen im Akkusativ. In mit einem Attest verlangt die Präposition mit den Dativ. Wenn eine andere Person ein Attest ausstellt, heißt es beispielsweise Die Ärztin stellt ihm ein Attest aus: ihm nennt den Empfänger.
| Fall | Singular (Einzahl) | Plural (Mehrzahl) |
|---|---|---|
| Nominativ (wer oder was?) | das Attest | die Atteste |
| Genitiv (wessen?) | des Attests / Attestes | der Atteste |
| Dativ (wem?) | dem Attest | den Attesten |
| Akkusativ (wen oder was?) | das Attest | die Atteste |
Beispiele und Verwendung
Die folgenden Beispielsätze sind eigens für diese Erklärung formuliert.
- „Die Praxis stellte für den vereinbarten Zweck ein Attest aus.“ Die Formulierung nennt die Ausstellung einer Bescheinigung. Sie lässt den persönlichen gesundheitlichen Inhalt bewusst offen.
- „Mila legte das Attest zu den übrigen Unterlagen.“ Hier steht das Dokument als Gegenstand im Mittelpunkt. Es wird nicht erklärt, weshalb es benötigt wurde.
- „In der Nachricht bat das Sekretariat darum, das angeforderte Attest nachzureichen.“ Nachreichen bedeutet, dass die Unterlage später ergänzt werden soll. Daraus folgt ohne weiteren Kontext keine allgemeine Regel darüber, wann ein Attest nötig ist.
- „Der Bericht attestiert dem Entwurf große sprachliche Klarheit.“ Hier ist das verwandte Verb übertragen gebraucht. Es geht um eine zugeschriebene Qualität, nicht um ein medizinisches Dokument.
Die Beispiele zeigen Sprachgebrauch. Konkrete Anforderungen an Bescheinigungen ergeben sich aus dem jeweiligen Anlass und lassen sich nicht aus dem Wort allein bestimmen.
Ähnliche Wörter und Bedeutungsunterschiede
Bescheinigung ist der allgemeinere Ausdruck. Er umfasst viele Dokumente, darunter Teilnahme- oder Schulbescheinigungen. Ärztliche Bescheinigung erklärt die übliche Bedeutung von Attest unmittelbar und eignet sich daher besonders für leicht verständliche Texte.
Entschuldigung kann eine Mitteilung über ein Versäumnis oder eine Bitte um Nachsicht sein. Sie ist sprachlich nicht dasselbe wie ein Attest. Gutachten legt häufig eine ausführlichere fachliche Beurteilung dar. Zertifikat wird etwa bei nachgewiesenen Qualifikationen oder Eigenschaften verwendet und ist ebenfalls kein beliebig austauschbares Synonym.
Sicher im eigenen Text verwenden
Klar formulieren: „Anbei mein Attest“ ist in einer kurzen Nachricht verständlich. Vollständiger ist: „Das angeforderte Attest finden Sie im Anhang.“ Der zweite Satz stellt den Bezug zu einer vorherigen Anforderung her und erklärt, wo die Datei liegt.
Ein unnötig schwerer Satz wie „Die Einreichung des Attests wird von mir vorgenommen“ lässt sich zu „Ich reiche das Attest ein“ vereinfachen. Das aktive Verb macht handelnde Person und Vorgang leichter erkennbar. Bei sensiblen Unterlagen sollte der begleitende Text außerdem beim eigentlichen Anlass bleiben: Eine ausführliche persönliche Schilderung ist für eine reine Versandnachricht sprachlich nicht erforderlich.
