hinweisen
Hinweisen bedeutet, die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken. Der Hinweis kann eine sichtbare Stelle, einen wichtigen Umstand oder ein Anzeichen betreffen.
Bedeutung und Verwendung
Eine Person kann auf eine Regel hinweisen, damit andere sie beachten. Auch eine Beobachtung kann auf etwas hinweisen: Dunkle Wolken weisen beispielsweise auf möglichen Regen hin. In dieser zweiten Lesart handelt nicht unbedingt eine Person; etwas wird als Anzeichen verstanden.
Auf etwas hinweisen ist schwächer als etwas beweisen. Ein Anzeichen legt eine Deutung nahe, kann aber andere Erklärungen offenlassen. Gerade in Analysen ist diese Abstufung nützlich, damit eine Vermutung nicht als sichere Feststellung erscheint.
Grammatik: die wichtigen Formen
| Person | Form |
|---|---|
| ich | weise hin |
| du | weist hin |
| er / sie / es | weist hin |
| wir | weisen hin |
| ihr | weist hin |
| sie / Sie | weisen hin |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präteritum | ich wies hin |
| Perfekt | ich habe hingewiesen |
| Infinitiv mit zu | hinzuweisen |
| Imperativ | Weise hin! / Weist hin! |
Das Verb ist trennbar: „Sie weist auf die Änderung hin.“ Im Nebensatz steht es zusammen: „weil sie auf die Änderung hinweist“. Der Infinitiv mit zu lautet hinzuweisen. Die Form weist enthält s, nicht ß.
Die typische Ergänzung lautet auf + Akkusativ: auf den Fehler hinweisen. Folgt ein Satz, verwendet man häufig darauf: „Ich möchte darauf hinweisen, dass sich die Uhrzeit geändert hat.“ Vor dass steht ein Komma.
Eigene Beispielsätze erklärt
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Die Lehrerin weist auf eine unklare Formulierung hin.
Sie macht die Lernenden auf eine bestimmte Textstelle aufmerksam.
Ich möchte darauf hinweisen, dass die Bibliothek heute früher schließt.
Darauf kündigt den folgenden dass-Satz an. Die Information steht im Nebensatz.
Die wiederholten Pausen können auf Unsicherheit hinweisen.
Die Formulierung lässt die Deutung als Möglichkeit erkennen. Sie behauptet keinen zwingenden Beweis.
Synonyme für hinweisen: passend zum Zusammenhang
Hinweisen verbindet zwei verschiedene Vorgänge: Jemand lenkt bewusst Aufmerksamkeit auf etwas, oder eine Beobachtung dient als Anzeichen. Für den ersten Fall passen Verben des Mitteilens; für den zweiten solche des Andeutens. Die Alternative muss außerdem bewahren, wie sicher die Aussage ist und ob eine handelnde Person genannt wird.
| Alternative | Passend bei | Unterschied |
|---|---|---|
| aufmerksam machen | Bewusster Hinweis durch eine Person | Nahe Umschreibung; nennt häufig ausdrücklich die angesprochene Person. |
| erwähnen | Etwas im Gespräch zur Sprache bringen | Schwächerer Aufmerksamkeitsanspruch; die Information kann nur beiläufig fallen. |
| hindeuten | Beobachtung als Anzeichen | Betont eine mögliche Erklärung, ohne schon einen zwingenden Beweis zu liefern. |
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterung.
Erstes Satzpaar
Ausgangssatz: „Die Leiterin weist auf die geänderte Raumverteilung hin.“
Alternative: „Die Leiterin macht auf die geänderte Raumverteilung aufmerksam.“
Die Funktion bleibt erhalten: Alle sollen die Änderung beachten. Mit macht die Gruppe aufmerksam ließe sich zusätzlich benennen, an wen sich der Hinweis richtet.
Zweites Satzpaar
Ausgangssatz: „Die wiederkehrenden Auslassungen weisen auf Unsicherheit hin.“
Alternative: „Die wiederkehrenden Auslassungen deuten auf Unsicherheit hin.“
Beide Fassungen verbinden eine Beobachtung mit einer möglichen Deutung. Keine davon schließt aus, dass die Auslassungen einen anderen Grund haben.
Grenze des Austauschs: Beweisen wäre im zweiten Beispiel stärker und daher ohne zusätzliche Belege unpassend. Warnen ergänzt einen Gefahrenbezug, der in einem neutralen Hinweis auf einen Besprechungsraum nicht enthalten ist. Auch erwähnen kann den beabsichtigten Nachdruck abschwächen.
Hinweisen und hindeuten verbinden sich hier mit auf und Akkusativ. Erwähnen verlangt dagegen ein direktes Objekt: Sie erwähnt die Änderung. Ein nachfolgender dass-Satz lässt sich mit darauf ankündigen: Sie weist darauf hin, dass der Raum gewechselt wurde.
Weitere Abgrenzungen: Wortwahl und typische Verwechslungen
Erwähnen heißt etwas zur Sprache bringen; hinweisen betont stärker, dass es beachtet werden soll. Warnen hat einen Gefahrenbezug, der nicht in jedem Hinweis vorhanden ist. Belegen verlangt tragfähigere Unterstützung als ein bloßes Anzeichen.
In einer Charakterisierung kann „weist darauf hin“ eine vorsichtige Deutung einleiten. Nenne trotzdem die konkrete Beobachtung. Die Formulierung allein macht eine unbegründete Behauptung nicht überzeugend.
