drall
Drall: Rundlich, füllig und dabei eher fest oder prall wirkend; besonders als körperliche Beschreibung verwendet.
Was bedeutet drall?
Drall beschreibt eine rundliche, füllige Erscheinung. Häufig wird es auf den menschlichen Körper oder einzelne Körperpartien bezogen. Der Ausdruck kann dabei einen festen, prallen Eindruck hervorheben und ist keine genaue Angabe zu Gewicht oder Körpermaßen.
Die Wirkung hängt stark vom Zusammenhang ab. In einer Erzählung kann drall anschaulich wirken, in einer direkten Personenbeschreibung aber auch auf den Körper reduzieren. Deshalb lohnt es sich zu prüfen, ob die körperliche Einzelheit für die Aussage überhaupt wichtig ist.
Aus der Bezeichnung folgen weder Gesundheit noch Temperament oder Lebensweise. Auch eine positive gemeinte Beschreibung liefert darüber keine belastbare Auskunft. Wer eine Figur charakterisiert, sollte äußere Merkmale und Verhalten getrennt untersuchen.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Zeichnung zeigt ein Kind mit drallen Wangen und einer viel zu großen Mütze.“ Beschrieben wird die rundliche Form der Wangen.
- „Der Erzähler schildert die dralle Gestalt der Wirtin, sagt zunächst aber nichts über ihr Verhalten.“ Die Information betrifft die äußere Erscheinung.
- „Die Figur wirkt in der Karikatur noch draller als auf der ersten Skizze.“ Die Körperform wurde zeichnerisch verstärkt.
Synonyme für drall: passend zum Zusammenhang
Drall verbindet körperliche Fülle mit einer rundlichen, eher festen oder prallen Erscheinung. Nicht jede Alternative bewahrt alle diese Merkmale. Bei einer Figurenbeschreibung lohnt es sich, die tatsächlich geschilderte Form zu benennen, ohne daraus Gesundheit, Verhalten oder einen bestimmten Charakter abzuleiten.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| rundlich | Wangen oder Körperform | Betont die Rundung und wirkt häufig weniger bildhaft. |
| füllig | Körperbau | Stellt die Fülle heraus, ohne dieselbe Vorstellung von Festigkeit. |
| prall | Wangen und einzelne Formen | Hebt die gespannte oder feste Fülle besonders hervor. |
| kräftig | Gestalt oder Körperbau | Kann Stärke und Robustheit nahelegen; drall allein belegt beides nicht. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Die Zeichnung zeigt ein Kind mit drallen Wangen.“
Alternative: „Die Zeichnung zeigt ein Kind mit rundlichen Wangen.“
Die Form bleibt erkennbar. Die Alternative nimmt jedoch den Eindruck praller Fülle zurück und eignet sich, wenn nur die Rundung beschrieben werden soll.
Ausgangssatz: „Der Erzähler schildert eine dralle Gestalt am Fenster.“
Alternative: „Der Erzähler schildert eine füllige Gestalt am Fenster.“
Beide Sätze betreffen den Körperbau. Der zweite formuliert weniger anschaulich und lässt offen, ob die Fülle als fest oder weich wahrgenommen wird.
Hier passt der Austausch nicht: Ein Ball mit Drall ist kein Ball mit Rundlichkeit. Das großgeschriebene Nomen Drall bezeichnet eine Drehwirkung und gehört nicht zu dieser Synonymgruppe.
Auch vermeintlich freundliche Körperbeschreibungen können vereinnahmend wirken. Für eine sachliche Bildbeschreibung ist entscheidend, ob die Rundung überhaupt relevant ist. „Kräftig“ sollte nicht allein eingesetzt werden, um eine körperliche Beschreibung automatisch positiv erscheinen zu lassen.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Dick ist breiter verwendbar und kann auch Gegenstände beschreiben. Drall betont bei körperlichen Formen eher Rundung und Fülle. Schlank oder dünn setzen dazu einen Gegensatz, sind aber ebenfalls kontextabhängige Beschreibungen.
Das ähnlich klingende Nomen Drall bezeichnet eine Drehbewegung beziehungsweise Drehwirkung. Es wird großgeschrieben und ist nicht dasselbe wie das Adjektiv. Ein Ball mit Drall muss keine bestimmte Körperform haben.
Schreibweise und Grammatik
Drall wird mit doppeltem l geschrieben. Es heißt eine dralle Gestalt, ein dralles Kind, mit drallen Wangen. Die Endung kommt an den vollständigen Stamm drall; die beiden l bleiben in allen Formen erhalten.
Steigerung
Die Steigerung lautet drall – draller – am drallsten. In einer Beschreibung sollte ein Vergleich nur verwendet werden, wenn er tatsächlich etwas zum Verständnis beiträgt. Bei Personen ist eine unnötige Rangordnung nach körperlichen Merkmalen meist wenig hilfreich.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | draller | dralle | dralles | dralle |
| Genitiv | drallen | draller | drallen | draller |
| Dativ | drallem | draller | drallem | drallen |
| Akkusativ | drallen | dralle | dralles | dralle |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | dralle | dralle | dralle | drallen |
| Genitiv | drallen | drallen | drallen | drallen |
| Dativ | drallen | drallen | drallen | drallen |
| Akkusativ | drallen | dralle | dralle | drallen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | draller | dralle | dralles | drallen |
| Genitiv | drallen | drallen | drallen | drallen |
| Dativ | drallen | drallen | drallen | drallen |
| Akkusativ | drallen | dralle | dralles | drallen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung erscheint eine Wirtin zunächst als dralle Gestalt hinter dem Tresen. Erst im weiteren Verlauf gibt sie einer erschöpften Reisenden Wasser und einen Sitzplatz. Die Klasse untersucht, wodurch ihre Hilfsbereitschaft erkennbar wird.
Die Hilfsbereitschaft zeigt sich an der konkreten Unterstützung. Das Wort drall gehört hingegen zur äußeren Beschreibung. Es erklärt weder die Hilfeleistung noch die Motive der Wirtin.
Das Beispiel macht sichtbar, wie eine Charakterisierung Belege richtig zuordnet. Körperliche Anschaulichkeit und Aussagen über Verhalten können gemeinsam ein Figurenbild ergeben, dürfen aber nicht als gegenseitiger Beweis behandelt werden.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
