ängstlich
Ängstlich beschreibt einen Menschen, der leicht Angst empfindet, oder eine Reaktion, in der sich Angst zeigt. Ob eine dauerhafte Neigung oder ein einzelner Moment gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Was bedeutet ängstlich?
‚Ein ängstlicher Mensch‘ legt eine wiederkehrende Neigung nahe. ‚Ein ängstlicher Blick‘ kann dagegen zu jemandem gehören, der gewöhnlich entschlossen auftritt. Ein plötzliches Geräusch oder eine konkrete Gefahr genügt, um diese momentane Reaktion zu erklären.
Daneben begegnet das Wort bei besonders genauer, sorgenvoller Aufmerksamkeit: Wer etwas ängstlich bewacht, passt sehr genau darauf auf, dass es nicht verloren geht oder bekannt wird. Für solche Stellen reicht die vereinfachte Erklärung ‚hat oft Angst‘ nicht aus. Entscheidend ist, was im Satz getan und worauf geachtet wird.
Beispiele für ängstlich
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Lena fragte ängstlich, ob der letzte Bus wirklich noch kommen würde.“
Das adverbial verwendete Adjektiv beschreibt die Art ihrer Frage in einer unsicheren Situation.
„Obwohl Tim im Unterricht gern diskutierte, reagierte er bei fremden Hunden ängstlich.“
Die Angst ist auf einen Bereich begrenzt; das Beispiel vermeidet ein pauschales Persönlichkeitsurteil.
„Der Sammler hütete die empfindlichen Zeichnungen ängstlich vor jedem Sonnenstrahl.“
Hier betont das Wort überaus sorgsames Bewahren und die Sorge um einen möglichen Schaden.
Ähnliche Wörter und Unterschiede
- Vorsichtig
- Bezeichnet das Abwägen oder Vermeiden von Risiken. Jemand kann aus Erfahrung vorsichtig handeln, ohne Angst zu empfinden.
- Feige
- Ist ein abwertendes Urteil über fehlenden Mut. Ängstlich benennt zunächst das Erleben oder eine Neigung; Angst allein begründet den Vorwurf der Feigheit nicht.
- Angsteinflößend
- Beschreibt die Wirkung auf andere. Eine ängstliche Person hat selbst Angst, eine angsteinflößende Erscheinung ruft sie hervor.
Ängstlich in einer Charakterisierung
In einer Charakterisierung kann das Wort in der Untersuchung des Verhaltens und der Gefühle sinnvoll sein. Der Grundlagenartikel nennt Angst im Umgang mit Menschen ausdrücklich als möglichen Untersuchungsaspekt. Beschreibe aber die konkrete Beziehung: Vor wem weicht die Figur zurück, und in welchen Situationen tritt sie sicher auf?
Im Gespräch mit der Behörde wirkt die Figur ängstlich: Sie bittet mehrfach um Bestätigung und nimmt ihre berechtigte Frage zurück, sobald der Beamte die Stimme hebt.
Eigene Musterformulierung für eine erfundene Szene. Für einen literarischen Text muss die Aussage an einer passenden Textstelle belegt werden.
Herkunft und Wortbildung
Das Adjektiv gehört zur Wortfamilie von Angst und enthält die Endung -lich. Duden nennt althochdeutsch angustlīh und mittelhochdeutsch angestlich als ältere Formen. Das heutige ä unterscheidet die Schreibung sichtbar vom Substantiv.
Schreibung und Grammatik
Die Grundform lautet ängstlich, die Steigerung ängstlicher, am ängstlichsten. Schreibe das Wort mit ä und der Buchstabenfolge ngst. Das zugehörige Substantiv Ängstlichkeit beginnt mit einem Großbuchstaben.
Gebeugte Formen sind beispielsweise ängstlicher, ängstliche und ängstliches. Die passende Endung hängt unter anderem von Fall, Geschlecht und Begleitwort des Nomens ab. Näheres erklärt die Übersicht zu Adjektiven.
Quellen und weiterführende Seiten
- Duden: ängstlich – Bedeutung, Schreibung und im Eintrag erläuterte Herkunft.
Ängstlich in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben
