käuflich
Gegen Bezahlung erhältlich; bei Personen übertragen: bereit, sich durch Geld oder andere Vorteile in ihrem Handeln beeinflussen zu lassen.
Was bedeutet käuflich?
Käuflich hat eine sachliche und eine deutlich abwertende Bedeutung. Ein käufliches Bild oder Buch kann man erwerben. Wird dagegen ein Mensch käuflich genannt, steht der Vorwurf im Raum, dass er seine Entscheidung, Unterstützung oder Haltung gegen einen Vorteil anbietet. Gemeint ist dann nicht der übliche Austausch von Arbeit und Bezahlung, sondern eine als unredlich bewertete Beeinflussbarkeit.
Der Unterschied lässt sich am Zweck der Zahlung erkennen. Eine Musikerin erhält ein Honorar für ihren Auftritt; das macht sie nicht im übertragenen Sinn käuflich. Nimmt eine Person dagegen Geld dafür an, ein angeblich unabhängiges Urteil zugunsten des Zahlenden zu verändern, kann käuflich die moralische Kritik daran ausdrücken. Ob damit zugleich ein bestimmter Rechtsverstoß vorliegt, ist eine andere Frage.
Die Verneinung nicht käuflich wird oft als Bekenntnis zu Unabhängigkeit verwendet. Sie behauptet, dass sich die Person ihre Haltung nicht abkaufen lässt. In einer Geschichte kann diese Selbstdarstellung durch ihr Handeln bestätigt oder widerlegt werden. Allein die entschlossene Aussage beweist die Eigenschaft noch nicht.
Drei Beispiele für käuflich
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die Skulptur wurde in der Ausstellung gezeigt, war aber nicht käuflich und sollte in der Sammlung bleiben.“
Hier geht es ausschließlich um die Möglichkeit eines Erwerbs. Eine moralische Bewertung ist in dieser sachlichen Verwendung nicht enthalten.
„Die Gutachterfigur erwies sich als käuflich: Nach einer verdeckten Zahlung änderte sie ihre Bewertung, ohne neue sachliche Gründe zu nennen.“
Der Zusammenhang zwischen Vorteil und verändertem Urteil trägt den Vorwurf. Die Szene liefert mehr als einen bloßen Verdacht oder ein Gerücht.
„Sie lehnte das Angebot ab und erklärte, ihre Stimme sei nicht käuflich; auch eine höhere Summe änderte daran nichts.“
Die wiederholte Ablehnung stützt das Bekenntnis zur Unabhängigkeit. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung, einen angebotenen Vorteil nicht zum Maßstab der eigenen Stimme zu machen.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Bestechlich
- Liegt in der übertragenen Personenbedeutung sehr nahe. Käuflich nutzt deutlicher das Bild eines Verkaufs und besitzt außerdem die neutrale Bedeutung gegen Geld erhältlich.
- Eigennützig
- Beschreibt eine Orientierung am eigenen Nutzen. Das kann ohne Zahlung und ohne Einflussnahme von außen geschehen; Käuflichkeit ist daher nur eine mögliche Form eigennützigen Verhaltens.
Schreibung und Grammatik
Käuflich wird mit äu geschrieben. Formen sind ein käuflicher Gegenstand, eine käufliche Entscheidung und ein käufliches Urteil. In diese Person ist käuflich steht das Adjektiv prädikativ. Bei Waren ist nicht käuflich oder unverkäuflich oft eine feste Aussage über die Verfügbarkeit. Käuflicher ist nur sinnvoll, wenn tatsächlich ein Grad der Beeinflussbarkeit verglichen werden soll.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Duden nennt mittelhochdeutsch kouflich und althochdeutsch chouflīh. Die älteren Bedeutungen beziehen sich auf Handel und Erwerb. Im heutigen Wortbau ist die Verbindung mit kaufen und der Endung -lich erkennbar. Die Personenbedeutung überträgt den Kaufgedanken auf Haltungen oder Entscheidungen.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Gutachterfigur ist käuflich, weil sie ihr Urteil nach einer verdeckten Zahlung ohne sachlichen Anlass zugunsten des Zahlenden verändert. Der Beleg umfasst Angebot, Annahme und verändertes Handeln. Wenn nur eine andere Figur den Vorwurf erhebt, muss die Analyse dagegen zwischen Behauptung und nachgewiesenem Verhalten unterscheiden.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
