kleinmütig

Von geringer Zuversicht und fehlendem Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten bestimmt, sodass Entschlusskraft und Mut nachlassen.

Was bedeutet kleinmütig?

Kleinmütig beschreibt eine verzagte Haltung, bei der jemand wenig Zutrauen zu sich oder zu einem möglichen Gelingen hat. Schwierigkeiten erscheinen so entmutigend, dass die Person kaum noch einen Versuch wagt oder rasch aufgibt. Das Wort gehört zum gehobenen Sprachgebrauch. Es kann eine wiederkehrende Neigung bezeichnen, wird aber auch für einen vorübergehenden Verlust an Zuversicht verwendet: Jemand wird nach mehreren Rückschlägen kleinmütig.

Im Mittelpunkt stehen Selbstvertrauen und Entschlusskraft. Das unterscheidet die Beschreibung von einem sachlich begründeten Verzicht. Wer nach sorgfältiger Prüfung feststellt, dass ein Plan unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich ist, handelt dadurch nicht notwendig kleinmütig. Die Bezeichnung setzt eher voraus, dass fehlender Mut die Einschätzung oder das weitere Handeln bestimmt. Ob noch realistische Möglichkeiten bestehen, muss der Zusammenhang zeigen.

Kleinmütig kann kritisch oder mitfühlend klingen. Eine aufmunternde Bitte, nicht kleinmütig zu werden, soll Zuversicht stärken. Als pauschaler Vorwurf kann das Wort dagegen berechtigte Sorgen kleinreden. Es beschreibt keine medizinische Diagnose und erklärt für sich genommen auch nicht, warum das Selbstvertrauen in der jeweiligen Situation fehlt.

Drei Beispiele für kleinmütig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Nach der ersten Absage wurde sie kleinmütig und glaubte nicht mehr, dass sich eine weitere Bewerbung lohnen könne.“

Die Beschreibung verbindet den Rückschlag mit dem Verlust an Zuversicht. Sie behauptet nicht, dass die Person grundsätzlich unfähig wäre.

„Er wollte nicht kleinmütig aufgeben, sondern bat um Rückmeldung und überarbeitete seinen Entwurf.“

Der Satz zeigt eine Gegenbewegung zur Verzagtheit. Nachfragen und Überarbeiten geben dem Vorsatz einen konkreten Inhalt.

„Den ungesicherten Weg bei Sturm zu meiden, war eine vorsichtige Entscheidung und kein kleinmütiger Rückzug.“

Die erkennbare Gefahr begründet den Verzicht. Mut wird hier nicht mit dem Ignorieren eines sachlichen Risikos verwechselt.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Ängstlich
Bezieht sich auf Angst oder eine Neigung dazu. Kleinmütig hebt besonders das fehlende Zutrauen und die nachlassende Bereitschaft hervor, etwas zu wagen.
Kleinlaut
Beschreibt ein gedämpftes Auftreten, oft nach einer vorherigen Selbstüberschätzung. Kleinmütigkeit muss nicht an Stimme oder Gesprächston erkennbar sein.
Vorsichtig
Betont das Beachten von Risiken. Vorsicht kann mit Zuversicht und entschlossenem Handeln verbunden sein.

Schreibung und Grammatik

Kleinmütig wird mit ü und in einem Wort geschrieben. Gebeugte Formen sind ein kleinmütiger Gedanke und eine kleinmütige Reaktion. Die Steigerung lautet kleinmütiger, am kleinmütigsten. Das Substantiv heißt der Kleinmut. In sie gibt kleinmütig auf beschreibt das unveränderte Adjektiv adverbial die Art des Aufgebens.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Duden nennt mittelhochdeutsch kleinmuotic als ältere Form. Im heutigen Wortbau stehen klein und Mut mit der Adjektivendung -ig zusammen; Mut erscheint im Adjektiv mit Umlaut. Das verwandte Substantiv Kleinmut bezeichnet die Verzagtheit oder den Mangel an Selbstvertrauen und Entschlusskraft.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Bewerberin deutet eine einzelne Absage als endgültiges Urteil über ihre Möglichkeiten und verzichtet auf weitere Versuche. Darin zeigt sich ihre kleinmütige Haltung in dieser Situation. Eine Charakterisierung kann ergänzen, ob Zuspruch oder neue Erfahrungen diese Einschätzung verändern. Dadurch wird eine Entwicklung sichtbar, statt den ersten Rückzug als unveränderliches Wesen festzuschreiben.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Kleinmütig in der Übersicht der Charaktereigenschaften