kokett

Darauf bedacht, Aufmerksamkeit und Gefallen zu gewinnen, oft durch spielerisch wirkende Blicke, Gesten oder Selbstdarstellung.

Was bedeutet kokett?

Kokett beschreibt eine Art des Auftretens, bei der jemand die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenken und gefallen möchte. Ein Blick, ein Lächeln oder eine Bemerkung wirkt bewusst auf den Eindruck abgestimmt. Das Wort kann spielerische Annäherung und Flirten bezeichnen, kann aber ebenso die eitle Freude an der eigenen Wirkung hervorheben. Je nach Ton liegt darin ein wohlwollendes Lächeln oder eine kritische Bewertung.

Nicht jedes freundliche Verhalten ist kokett. Ein hilfsbereites Lächeln muss weder auf Bewunderung zielen noch ein romantisches Interesse ausdrücken. Selbst wenn ein Verhalten als kokett beschrieben wird, folgt daraus keine Bereitschaft zu weiterer Annäherung. Die Deutung einer Geste und die tatsächlichen Wünsche einer Person sind auseinanderzuhalten. In einer Erzählung kann gerade ein Missverständnis zwischen diesen Ebenen wichtig werden.

Das Adjektiv ist nicht auf Frauen beschränkt. Es kann das Auftreten von Menschen unabhängig vom Geschlecht beschreiben. Auch bei einem koketten Umgang mit dem eigenen Image steht die gewünschte Wirkung im Vordergrund: Jemand stellt eine Eigenschaft so dar, dass sie Aufmerksamkeit weckt, etwa indem er eine Auszeichnung scheinbar beiläufig erwähnt.

Drei Beispiele für kokett

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Mit einem koketten Blick rückte er die auffällige Brosche zurecht und wartete auf ein Kompliment.“

Die Erwartung von Anerkennung erklärt, weshalb die Geste als kokett gelesen wird. Das bloße Zurechtrücken eines Kleidungsstücks würde dafür nicht genügen.

„Sie erwähnte kokett, dass sie eigentlich gar nicht gern im Mittelpunkt stehe, während sie die Runde mit einem Lächeln ansah.“

Der Satz spielt mit dem Gegensatz zwischen geäußerter Zurückhaltung und erkennbarer Aufmerksamkeit für die eigene Wirkung.

„Die Erzählerin hielt sein Lächeln für kokett; er selbst beschrieb es später als bloße Höflichkeit.“

Die unterschiedlichen Deutungen bleiben sichtbar. Eine Figurenperspektive wird nicht mit gesichertem Wissen über die Absicht gleichgesetzt.

Ähnliche Wörter unterscheiden

Charmant
Betont eine angenehme, einnehmende Wirkung. Kokett hebt stärker das Spiel mit Aufmerksamkeit und Gefallen hervor; beides kann zusammenkommen.
Eitel
Richtet den Blick auf die Bedeutung eigener Vorzüge und gewünschter Bewunderung. Kokett bezeichnet häufig die konkrete Art, diese Wirkung im Kontakt hervorzurufen.
Freundlich
Beschreibt zugewandtes Verhalten, das keinerlei Wunsch nach Bewunderung oder Flirtabsicht voraussetzt.

Schreibung und Grammatik

Kokett wird mit k am Anfang und doppeltem t am Ende geschrieben. Die Beugung lautet ein koketter Blick, eine kokette Bemerkung und kokettes Auftreten. Die Steigerung ist koketter, am kokettesten. Verwandte Wörter sind Koketterie und kokettieren. Bei mit etwas kokettieren wird genannt, womit jemand Aufmerksamkeit erzeugen möchte.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Herkunft und Wortbildung

Das Wort wurde aus französisch coquet übernommen. Duden erklärt dessen ursprünglichen Bezug auf den Hahn und nennt französisch coq als Grundlage. Die deutsche Bedeutung richtet sich auf ein gefallsüchtiges oder spielerisch auf Wirkung bedachtes Auftreten.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur lenkt den Blick auf ihre Brosche und wartet erkennbar auf ein Kompliment. Ihr Auftreten wirkt kokett, weil die Geste mit der Erwartung von Bewunderung verbunden wird. Die Analyse sollte kenntlich machen, ob der Erzähler diese Absicht bestätigt oder ob eine andere Figur sie lediglich vermutet. Das verhindert, dass eine mehrdeutige Geste vorschnell festgelegt wird.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Quellen und weiterführende Seiten

Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.

Kokett in der Übersicht der Charaktereigenschaften