geizig
Geizig bedeutet übermäßig sparsam und wenig bereit, Geld oder Besitz auszugeben oder mit anderen zu teilen.
Was bedeutet geizig?
Geizig ist eine negative Bewertung des Umgangs mit vorhandenen Mitteln. Jemand hält Geld oder Besitz in einem Maß zurück, das im jeweiligen Zusammenhang als unangemessen erscheint. Eine Figur kann notwendige Ausgaben verweigern, obwohl sie diese tragen könnte, oder sich an gemeinsamen Kosten nicht beteiligen wollen. Das Adjektiv enthält damit ein Urteil darüber, wann Sparsamkeit zu weit geht.
Für dieses Urteil sind die Möglichkeiten der Person wichtig. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, muss Ausgaben möglicherweise sorgfältig begrenzen. Das allein ist kein guter Beleg für Geiz. Auch der Verzicht auf einen teuren Gegenstand oder die Ablehnung einer unbegründeten Forderung sagt wenig aus. Aussagekräftiger ist ein wiederkehrender Widerspruch zwischen ausreichenden Mitteln und demonstrativem Nichtgebenwollen.
Die Bezeichnung kann außerdem bildlich über Geld hinausreichen. Wer geizig mit Lob ist, gibt Anerkennung nur sehr sparsam. Hier geht es nicht um materielle Ausgaben, sondern um das Zurückhalten einer erwarteten Äußerung. Wie bei Geldfragen sollte erkennbar sein, was als angemessen erwartet wird und aus wessen Sicht die Zurückhaltung übertrieben erscheint.
Drei Beispiele für geizig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Der wohlhabende Gastgeber wirkte geizig, weil er selbst die verabredeten kleinen Ausgaben für das gemeinsame Essen auf seine Gäste abwälzte.“
Die verfügbaren Mittel, die Absprache und das Abwälzen erklären die Bewertung. Bloß preisgünstig einzukaufen würde dafür nicht genügen.
„Sie lebte sparsam, aber nicht geizig: Für sich kaufte sie wenig und unterstützte zugleich regelmäßig ihre Schwester.“
Das Beispiel trennt begrenzte eigene Ausgaben von mangelnder Bereitschaft zu geben. Beide Eigenschaften sind keine zwangsläufige Einheit.
„Mit Lob war der Dirigent geizig; selbst die sorgfältig vorbereitete Aufführung quittierte er nur mit einem knappen Nicken.“
Die übertragene Verwendung betrifft zurückgehaltene Anerkennung. Ob mehr Lob angemessen gewesen wäre, ist eine Bewertung des geschilderten Zusammenhangs.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- sparsam
- Kann einen zweckmäßigen, umsichtigen Umgang mit Mitteln loben. Geizig kennzeichnet diesen Umgang als übertrieben restriktiv.
- geldgierig
- Betont das starke Habenwollen von Geld. Geizig richtet den Blick auf das Nichtausgeben oder Nichtabgeben; beides kann zusammen auftreten.
- freigiebig
- Beschreibt Bereitschaft zu geben und kann in diesem Bezug als Gegensatz dienen. Welche Gabe angemessen ist, bleibt vom Anlass abhängig.
Schreibung und Grammatik
Die Formen lauten ein geiziger Mensch, eine geizige Haltung und geizige Verwandte. Gesteigert wird geiziger, am geizigsten. Das zugehörige Substantiv ist Geiz. Die Ergänzung mit mit verlangt den Dativ: mit seinem Geld oder mit anerkennenden Worten geizig sein.
Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Duden datiert die heutige Form ins 15. Jahrhundert und nennt als ältere Entsprechungen mittelhochdeutsch gītec und althochdeutsch gītag, die Habgier bezeichneten. Heute ist die Bedeutung des Adjektivs stärker auf übertriebene Sparsamkeit gerichtet. Sprachlich gehört es zur Wortfamilie Geiz, geizen.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Beleg: Die Figur zählt täglich ihre beträchtlichen Ersparnisse, verweigert aber trotz vorheriger Zusage ihren Anteil an der notwendigen Reparatur und verlangt, dass andere dafür aufkommen. Dieser Zusammenhang kann eine geizige Haltung begründen. Die Darstellung von Armut oder einem nachvollziehbaren Sparziel würde eine andere Deutung erfordern.
Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
