korrupt
Bestechlich oder durch persönliche Vorteile, Begünstigung und problematische Abhängigkeiten zu pflichtwidrigem oder moralisch verwerflichem Handeln bereit.
Was bedeutet korrupt?
Korrupt bezeichnet eine Person abwertend als bestechlich oder auf andere Weise moralisch verdorben. Besonders häufig geht es darum, dass jemand eine Stellung oder Entscheidungsmacht für persönliche Vorteile nutzt und dabei Pflichten oder verbindliche Maßstäbe missachtet. Der Vorwurf kann sich auch auf Beziehungen und Systeme richten, in denen Bestechung, Begünstigung oder Abhängigkeiten faire Entscheidungen verhindern.
Nicht jede Korruption besteht sprachlich in der Übergabe von Geld. Auch das bevorzugte Behandeln nahestehender Personen oder ein gegenseitiges Zuspielen von Vorteilen kann mit korrupt gemeint sein. Entscheidend ist die problematische Verknüpfung zwischen persönlichem Nutzen und einer eigentlich anders gebundenen Entscheidung. Der Wortgebrauch ist weiter als die bloße Beschreibung einer einzelnen Bestechung; er ersetzt aber keine rechtliche Prüfung eines konkreten Falls.
Korrupt ist ein schwerwiegender Vorwurf und kein genaueres Wort für unsympathisch, ungeschickt oder erfolglos. Eine Fehlentscheidung kann ohne eigennützige Absicht entstehen. Auch eine Bekanntschaft oder ein Geschenk beweist für sich genommen nicht, dass eine Entscheidung erkauft wurde. In einer Erzählung sollte daher getrennt werden, was tatsächlich gezeigt wird, was eine Figur vermutet und was sie vielleicht nur als Anschuldigung benutzt.
Drei Beispiele für korrupt
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Im erfundenen Stück vergibt der korrupte Verwalter den Auftrag an seinen Freund, obwohl er dessen ungeeignetes Angebot kennt und dafür eine private Gegenleistung erhält.“
Die Szene nennt Begünstigung und persönlichen Vorteil ausdrücklich. Der Vorwurf wird nicht allein aus dem schlechten Ergebnis abgeleitet.
„Die Erzählerin beschreibt ein korruptes System, in dem Entscheidungen regelmäßig von heimlichen Gefälligkeiten abhängen.“
Das Adjektiv bezieht sich auf wiederkehrende Strukturen. Es geht über das Fehlverhalten einer einzigen Person hinaus.
„Der Rivale nannte sie korrupt, konnte aber keine Gegenleistung oder Begünstigung benennen.“
Hier wird eine Anschuldigung wiedergegeben. Die Wortwahl des Rivalen darf nicht ungeprüft als feststehende Tatsache behandelt werden.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Bestechlich
- Hebt besonders die Bereitschaft hervor, sich durch Vorteile zu einer parteilichen Entscheidung bewegen zu lassen. Korrupt kann umfassendere Verflechtungen und moralisch verwerfliche Praktiken bezeichnen.
- Käuflich
- Kann übertragen ausdrücken, dass Haltung oder Entscheidung durch Vorteile zu beeinflussen sind. Wörtlich bedeutet es hingegen schlicht, dass etwas gekauft werden kann.
- Fehlerhaft
- Beschreibt einen Fehler im Ergebnis oder Vorgehen. Ein Fehler allein belegt weder Bestechlichkeit noch eigennützigen Machtmissbrauch.
Schreibung und Grammatik
Korrupt wird mit zwei r und der Schlussfolge -upt geschrieben: ein korrupter Entscheider, eine korrupte Verwaltung und korrupte Verhältnisse. Die Steigerung lautet korrupter, am korruptesten. Das Substantiv heißt Korruption. Das Verb korrumpieren kann das Bestechlichmachen oder moralische Verderben bezeichnen. In sie gilt als korrupt wird zunächst eine Zuschreibung wiedergegeben, deren Grundlage der weitere Text klären muss.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Herkunft und Wortbildung
Das Adjektiv stammt aus lateinisch corruptus, einer Form von corrumpere. Es gehört zur gleichen Wortfamilie wie korrumpieren und Korruption. Die heutige deutsche Verwendung kann sowohl die Bestechlichkeit Einzelner als auch von Vorteilen und Abhängigkeiten geprägte Verhältnisse bewerten.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Der Verwalter bevorzugt wissentlich ein ungeeignetes Angebot, weil ihm dafür ein privater Vorteil versprochen wird. Sein Verhalten ist korrupt. Eine Analyse sollte genau diese Verbindung zwischen Entscheidung und Gegenleistung erklären. Steht im Werk lediglich der Vorwurf eines Gegners, muss dagegen erkennbar bleiben, wer die Behauptung erhebt und ob die Erzählung sie bestätigt.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
